Mobiler Reifendienst nachts: mehrachsiger Tieflader auf der Standspur, Reflektoren im Scheinwerferlicht

Reifen Notdienst A7 Bad Hersfeld: Tieflader in 2 Std. 5 Min. fahrbereit

Kurz gesagt: In der Nacht zum 19. August 2026 verlor ein Mehrachs-Tieflader mit Überbreiten-Kennzeichnung auf der A7 bei Bad Hersfeld Luft auf einer Achse. Unser Reifen Notdienst war 55 Minuten nach dem Anruf vor Ort, ein Nagel im Profil war die Ursache. Vom Anruf um 03:05 Uhr bis zur Weiterfahrt vergingen 2 Stunden und 5 Minuten, die Rechnung lag bei 861,50 EUR netto. Ein Folgeschaden an Felge oder Achse blieb aus.

Mobiler Reifendienst nachts: mehrachsiger Tieflader auf der Standspur, Reflektoren im Scheinwerferlicht
Heck des Nooteboom-Tiefladers nachts auf der A7: Warnleuchten und Überbreiten-Kennzeichnung vor dem Reifennotdienst.

Nachts um drei steht ein Überbreiten-Transport nicht einfach irgendwo. Der Fahrer eines kroatischen Spediteurs hatte den Tieflader samt Warnleuchten auf einer breiten, betonierten Fläche an der A7 abgestellt, nachdem das Reifendruck-Warnsignal angesprungen war. Ein mobiler LKW Reifenservice ist in dieser Lage kein Komfort, sondern die einzige Möglichkeit, die Fahrt überhaupt fortzusetzen: Ein Tieflader mit Sondergenehmigung kommt weder auf einen Abschlepper noch in eine normale Werkstatt, ohne dass Genehmigung, Begleitung und Zeitfenster platzen.

In diesem Beitrag zeigen wir den Einsatz so, wie er abgelaufen ist: mit Uhrzeiten, Reifengröße, Drehmoment, Druck und der vollständigen Kostenaufstellung. Wer nachts mit Schwerlast oder Sondertransport unterwegs ist, findet hier außerdem Hinweise, was ein Reifennotdienst leisten muss und woran man ihn erkennt.

Die Ausgangslage: Reifenpanne in der Nähe von Bad Hersfeld

Der Einsatzort lag auf der A7 im Bereich des Hattenbacher Dreiecks in Hessen, Fahrtrichtung Fulda und Würzburg. Das Fahrzeug war ein mehrachsiger Tieflader des niederländischen Herstellers Nooteboom, beladen als Überbreite-Transport. Gelbe Rundumleuchten, Warntafeln in kroatischer Sprache, rot-weiße Reflexplatten und das Schild „Achtung Überlänge“ machten den Zug schon aus der Ferne kenntlich.

Betroffen war eine Achse mit Einzelbereifung der Größe 245/70 R17.5. Das ist ein typisches Format für Tieflader und Plattformfahrzeuge mit niedriger Bauhöhe, weil der kleine Felgendurchmesser die Ladefläche tief hält. Der Reifen trug ein Regional-Profil, das für Fahrten mit gemischten Straßenanteilen gedacht ist. Genau diese Kombination macht Pannen heikel: Die Fahrzeuge sind schwer, die Reifen klein, und jede Achse trägt einen großen Teil der Last.

Der Fahrer hatte den Druckverlust bemerkt und die Fahrt abgebrochen, bevor es zu einem Reifenplatzer kam. Das war richtig und hat Geld gespart. Dazu gleich mehr, denn ein paar Kilometer auf einem luftleeren Reifen hätten Felge, Karkasse und im schlimmsten Fall die Bremsanlage an der Achse beschädigt.

Der Anruf ging um 03:05 Uhr bei unserer Disposition ein. Wer eine Reifenpanne in der Nähe meldet, bekommt von uns zuerst Fragen, keine Floskeln: Wo genau steht das Fahrzeug, welche Achse, welche Reifengröße, wie hoch ist die Achslast, ist der Standort sicher?

Wie wir den Reifen Notdienst organisiert haben

Die Disposition hat in 15 Minuten aus einem Anruf einen Einsatz gemacht. Das klingt nach wenig und ist es auch, weil die entscheidende Vorarbeit schon vorher passiert: Unser Netz aus Servicepartnern in den Regionen ist bekannt, erreichbar und für Nachteinsätze vorgesehen. Bei einem Tieflader kommt hinzu, dass die richtige Reifengröße im Wagen sein muss. Ein Reifen 245/70 R17.5 liegt nicht bei jedem Servicefahrzeug.

Die Schritte im Überblick:

  1. Aufnahme der Daten: Standort, Fahrzeugtyp, Achsposition, Reifengröße, Gesamtgewicht und Zustand der Warnbeleuchtung.
  2. Prüfung der Verfügbarkeit: Welches Team unserer Partner in der Region hat die Größe 245/70 R17.5 im Fahrzeug oder kann sie unterwegs abholen?
  3. Abstimmung mit dem Fahrer: Der Fahrer bleibt im Fahrzeug oder hinter der Leitplanke, Warnblinker und Zusatzbeleuchtung bleiben an, das Warndreieck steht.
  4. Rückmeldung mit Ankunftszeit: Nach 15 Minuten stand der Einsatz, die geschätzte Fahrzeit lag bei rund 40 Minuten.

Wer lieber vorab wissen möchte, was ein Reifenservice vor Ort bei uns umfasst, findet die Leistungsübersicht auf unserer Seite zum LKW-Reifenservice. Bei Pannen, die sich nicht am Rad lösen lassen, greift stattdessen unser Abschleppdienst für LKW.

Warum man mit luftlosem Reifen nicht weiterfährt

Ein Lkw-Reifen mit Druckverlust darf nicht weiterbewegt werden, weil die Seitenwand dabei innerhalb weniger Kilometer zerstört wird. Beim Rollen auf Felge oder halb entlastetem Reifen werden die Flanken gequetscht, die Karkasse reißt von innen, und die Hitze steigt auf Werte, bei denen sich ein Reifenbrand nicht ausschließen lässt.

Nach den Vorgaben der Reifenindustrie liegt der Betriebsdruck bei Nutzfahrzeugreifen im Bereich von 8,5 bis 9,5 bar. Das ist der drei- bis vierfache Wert eines Pkw-Reifens. Die Folge: Ein Reifen mit Schaden kann explosionsartig versagen, und ein Ereignis dieser Art ist nicht nur für den Fahrer gefährlich. Die ETRTO, die europäische Normungsorganisation für Reifen und Felgen, beschreibt Größen und Tragfähigkeiten verbindlich; Details dazu finden sich auf der Seite der ETRTO.

Bei dem Tieflader kam ein weiterer Punkt hinzu. Bei Einzelbereifung gibt es keinen Zwillingspartner, der einen Teil der Achslast mittragen könnte. Fällt der Reifen aus, sitzt die komplette Last dieses Rades auf Felge und Reifenwulst. Bereits ein kurzes Stück Fahrt hätte die Felge verformen können, und dann wäre aus einem Reifenwechsel ein Austausch von Rad und Nabenteilen geworden.

Ankunft und Sicherung der Einsatzstelle

Das Team traf um 04:00 Uhr ein, also 55 Minuten nach dem Anruf. Die Fahrt dauerte 40 Minuten, nachts auf einer wenig befahrenen Strecke und ohne Gegenverkehr durch Baustellen. Bei Regen, Nebel oder Winterwetter hätten wir mit deutlich mehr gerechnet, und das sagen wir ehrlich auch am Telefon.

Als Erstes sicherte das Team die Einsatzstelle. Das Servicefahrzeug stellte sich so, dass es den Arbeitsbereich abschirmt, die gelben Rundumleuchten gingen an, Warnweste und Warnleuchten waren Pflicht. Der Tieflader selbst stand mit eigener Überbreiten-Beleuchtung, was bei einem Nachteinsatz hilfreich ist: Andere Verkehrsteilnehmer erkennen die Dimensionen des Zuges sofort.

Danach folgte die Sichtkontrolle. Der Reifen war vollständig ohne Druck und auf die Felge gesunken. In der Lauffläche fand das Team einen Nagel. Er saß im Profil, nicht in der Flanke, was entscheidend ist: Eine Reparatur wäre bei Profilverletzungen in manchen Fällen möglich gewesen. Weil der Reifen jedoch eine Zeit lang ohne Druck gerollt war, hatte die Karkasse Schaden genommen. Ein Austausch war die einzig sinnvolle Entscheidung. Wann Reparatur geht und wann nur Austausch hilft, erklären wir ausführlich im Beitrag LKW Reifen reparieren.

Die Felge war unbeschädigt. Die Bremskomponenten an der Achse, die Luftfederbalg-Position und die Radnabe zeigten keine Spuren von Hitze oder Verformung. Das ist der Grund, warum die Rechnung am Ende bei 861,50 EUR blieb und nicht bei 2.000 EUR oder mehr.

Pannenhilfe Schritt für Schritt: So lief der Radwechsel am Tieflader

Der Wechsel eines Reifens an einem Tieflader folgt demselben Ablauf wie bei jedem schweren Nutzfahrzeug, ist aber wegen der niedrigen Bauhöhe und des Gewichts aufwendiger. So sah der Ablauf aus.

Schritt 1: Prüfen und Entscheidung

Das Team kontrollierte Reifen, Felge, Ventil und Radnabe, bestätigte den Nagel im Profil und entschied sich für den Austausch. Dauer: Teil der ersten 15 Minuten vor Ort.

Schritt 2: Fahrzeug und Arbeitsplatz sichern

Keilunterlegung gegen Wegrollen, Feststellbremse, Warnleuchten, Abstand zur Fahrbahn. Die Achse wurde so angehoben, dass die Last sicher auf dem Wagenheber und einem Unterstellbock stand. Wer sich ohne Bock unter eine Achse stellt, riskiert sein Leben, und das darf man nicht oft genug sagen.

Schritt 3: Rad demontieren

Mit dem Schlagschrauber lösten die Techniker die Radmuttern, zogen das Rad ab und trennten den Reifen von der Felge. Bei einem Reifen, der auf der Felge gesessen hat, sind Wulst und Felgenhorn besonders zu prüfen. Beides war in Ordnung.

Schritt 4: Neuen Reifen montieren und auswuchten

Der neue Reifen 245/70 R17.5 wurde auf die Felge gezogen, das Ventil geprüft, anschließend wurde das Rad ausgewuchtet. Das Auswuchten dient nicht der Optik: Unwuchten erzeugen bei Tempo 80 spürbare Schwingungen, die Lager, Stoßdämpfer und Reifenkarkasse auf Dauer belasten.

Schritt 5: Anbau, Anzug mit Drehmomentschlüssel, Druck prüfen

Beim Anbau werden die Radmuttern zuerst handfest in Sternfolge angezogen und dann mit dem Drehmomentschlüssel im Kreuz nachgezogen. Der Reifendruck wurde auf 8,5 bis 9,0 bar gebracht. Das Drehmoment hängt vom Fahrzeug- und Radtyp ab, eine Übersicht liefert unser Beitrag zu den Anzugsdrehmomenten am LKW-Rad. Nach den ersten Kilometern sollte ein Nachziehen erfolgen, das haben wir dem Fahrer ausdrücklich mitgegeben.

Reifennotdienst: Heck eines Nooteboom-Tiefladers nachts auf der A7 mit Warnleuchten und Überlängen-Kennzeichnung

Zeitablauf: 125 Minuten vom Anruf bis zur Weiterfahrt

Die folgende Tabelle zeigt den Einsatz vom ersten Anruf bis zur Freigabe. Alle Zeiten stammen aus unserem Einsatzprotokoll.

Zeit Phase Maßnahme
03:05 Anruf Fahrer meldet Druckverlust am Reifen des Tiefladers auf der A7, der Überbreiten-Transport steht abgestellt
03:05–03:20 Disposition Klärung von Reifengröße, Achse und Ladungsgewicht; Auswahl des Einsatzteams der Partnerorganisation in der Region (15 Min.)
03:20–04:00 Anfahrt Nachtfahrt des Teams, Fahrer bleibt in Kontakt (40 Min.)
04:00–04:15 Prüfung und Absicherung Ankunft, Warnleuchten, Sichtprüfung, Nagel im Profil gefunden, Reifen ohne Druck, auf der Felge gerollt (15 Min.)
04:15–05:00 Demontage und Montage Achse anheben, Rad abnehmen, Reifen 245/70 R17.5 tauschen, auswuchten (45 Min.)
05:00–05:05 Abschluss Radmuttern in Sternfolge mit Drehmomentschlüssel anziehen, Druck 8,5–9,0 bar (5 Min.)
05:05 Fertig Endkontrolle, Fahrer setzt die Fahrt fort

Gesamtdauer: 125 Minuten (2 Std. 5 Min.) vom Anruf bis zur Weiterfahrt. Die Reaktionszeit bis zur Ankunft des Teams betrug 55 Minuten.

Im Bild sieht man die Situation direkt nach der Ankunft. Das Foto ist um 04:04 Uhr entstanden, während der Prüfung der Achse.

Was kostet ein Reifen Notdienst für den LKW?

Der Einsatz kostete 861,50 EUR netto, zuzüglich der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Es handelt sich um die Gesamtsumme aus Anfahrt, Nachtzuschlag, neuem Reifen, Arbeitszeit und Entsorgung. Die Aufstellung im Einzelnen:

Position Preis (EUR)
Anfahrt 240,00
Nachtzuschlag (+35 % auf die Anfahrt) 84,00
LKW-Reifen 245/70 R17.5 (neu) 380,00
Arbeit: 1,25 Std. x 110 EUR (Demontage, Montage, Auswuchten) 137,50
Entsorgung des Altreifens 20,00
GESAMT 861,50

Alle Beträge verstehen sich netto, also zzgl. MwSt.

Wovon der Preis abhängt

Der Preis hängt an fünf Faktoren: Entfernung zum Einsatzort, Uhrzeit (nachts und am Wochenende gilt ein Zuschlag), Reifengröße und Marke, Arbeitsaufwand und der Zustand von Felge und Achse. Eine Grundregel, die wir bei Anfragen gerne mitgeben: Der Reifen selbst ist selten der größte Posten, die Verzögerung ist es.

Ein Wort zu den Reifenwechsel-Kosten ganz allgemein: Wer die Größen und Preisrahmen für verschiedene Reifen vergleichen will, findet Anhaltspunkte in unserem Beitrag Reifenwechsel-Kosten beim LKW.

Der Vergleich: Standzeit kostet mehr als der Einsatz

Ein stehender Überbreiten-Zug verursacht nach unserer Erfahrung 800 bis 1.200 EUR pro Tag an Standkosten, und bei Sondertransporten kommt ein weiterer Faktor hinzu. Die Genehmigung für Schwer- und Großraumtransporte gilt für einen festgelegten Zeitraum und eine festgelegte Route. Verpasst der Zug sein Zeitfenster, muss unter Umständen neu beantragt werden. Informationen zu Transportgenehmigungen und zum Straßenverkehr stellt das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BAG) bereit.

Gegen diese Rechnung steht die Summe von 861,50 EUR für einen Einsatz, der den Zug in zwei Stunden wieder auf die Strecke brachte. Dazu kommt: Es entstand kein Folgeschaden. Die Felge blieb intakt, die Achse ebenfalls, und der Fahrer hat korrekt gehandelt, indem er nicht weitergefahren ist.

Warum Selbstreparatur am Schwerlast-Fahrzeug keine gute Idee ist

Ein Radwechsel am Tieflader ist keine Arbeit für Bordwerkzeug. Wer es versucht, setzt sich Risiken aus, die sich selten bezahlt machen:

  • Gewicht: Ein Rad mit Reifen in dieser Größe wiegt deutlich über 60 kg. Ohne Hebehilfe ist das ein Fall für den Rücken, und die Handhabung nachts im Warnlicht erhöht das Risiko.
  • Wagenheber: Der Standard-Wagenheber im Servicefahrzeug ist auf die Achslast ausgelegt. Ein Bordwagenheber ist es nicht. Bricht er weg, sind Quetschverletzungen die Folge.
  • Drehmoment: Ohne kalibrierten Drehmomentschlüssel sitzen Radmuttern zu locker oder zu fest. Lockere Muttern lösen sich unterwegs, zu feste dehnen die Bolzen.
  • Auswuchten: Ein Rad ohne Auswuchtung läuft unruhig. Auf Dauer leiden Lager und Reifen.
  • Rechtliche Seite: Nach § 36 StVZO müssen Reifen verkehrssicher sein und eine Mindestprofiltiefe haben. Den Wortlaut findet man in § 36 StVZO. Wer einen beschädigten Reifen weiterfährt, riskiert ein Bußgeld und Probleme mit der Versicherung.

Ein mobiler Reifendienst bringt die richtige Ausrüstung mit: Hydraulikheber, Bock, Schlagschrauber, Drehmomentschlüssel, Wuchtgerät, Montagegeräte und Druckluft in ausreichender Menge.

Typische Einsätze unseres LKW Reifenservice in Deutschland

Der Fall bei Bad Hersfeld ist ungewöhnlich wegen des Fahrzeugtyps, aber nicht wegen des Anlasses. In dieser Form kommen bei uns täglich Anrufe an:

  • Nagel oder Schraube im Profil: Der häufigste Fall bei schleichendem Druckverlust. Der Fahrer merkt es oft erst am Reifendruck-Kontrollsystem oder bei der Abfahrtkontrolle. Wie so etwas im besten Fall endet, zeigt unser Beitrag über die Abfahrtkontrolle bei Hamm.
  • Reifenplatzer auf der Autobahn: Entsteht durch Überlast, zu niedrigen Druck, Hitze oder Vorschäden. Gefährlich wird er vor allem am Berg und auf Pannenstreifen.
  • Felgenschaden nach Fahrt auf luftleerem Reifen: Hier ist oft mehr nötig als ein Reifenwechsel. Ein Beispiel ist der Nachteinsatz bei Dorsten.
  • Reifenwechsel für Fuhrparks: Planbare Arbeiten auf dem Betriebshof, etwa saisonaler Radwechsel oder Kontrolle von Zwillingsreifen.
  • Pannen an Sondertransporten: Tieflader, Schwerlastzüge und Fahrzeuge mit Überbreite, bei denen jeder Zeitverlust auf die Genehmigung durchschlägt.
  • Ventil- und Radmutterschäden: Kleine Teile, große Wirkung.

Brauchen Sie dagegen eine Reparatur, die über das Rad hinausgeht, hilft Ihnen unser mobiler Service für LKW oder die Werkstatt in der Nähe.

Prävention: So vermeiden Fahrer und Fuhrparks eine Reifenpanne

Die meisten Reifenpannen kündigen sich an. Wer systematisch kontrolliert, spart Ausfallzeit. Was wir Fahrern und Fuhrparkleitern empfehlen:

  1. Reifendruck wöchentlich prüfen, bei Sondertransporten vor jeder Fahrt. Ein Druckverlust von 0,5 bar ist mit bloßem Auge kaum zu sehen. Mehr dazu im Beitrag Reifendruck beim LKW.
  2. Profil und Flanken kontrollieren: Fremdkörper, Risse, Beulen, Schnitte. Die Profiltiefe sollte deutlich über dem gesetzlichen Mindestwert liegen.
  3. Abfahrtkontrolle ernst nehmen: Fünf Minuten um den Zug herum erspart manchmal fünf Stunden Wartezeit.
  4. Ventile und Kappen prüfen: Fehlende Kappen lassen Schmutz ins Ventil, was zu schleichendem Druckverlust führt.
  5. Rad- und Achsbefestigung kontrollieren: Nach einem Radwechsel die Muttern nach den ersten 50 bis 100 km nachziehen.
  6. Bei Warnsignal sofort anhalten: Wer weiterfährt, um „noch bis zum nächsten Parkplatz“ zu kommen, verwandelt eine Standardpanne in einen Schaden.
  7. Notfallnummer griffbereit halten: Im Fahrerhaus und im Handy.

Wie man sich bei einer Panne auf der Autobahn verhält, haben wir in der Checkliste Reifenpanne auf der Autobahn zusammengefasst.

Reifenpanne in der Nähe: luftloser Reifen an der Achse eines Tiefladers, nachts mit Kunstlicht beleuchtet

Reifen im Fuhrpark: Marken, Größen und Wartung

Für Fuhrparkleiter lohnt sich ein Blick auf die Reifenstrategie, weil ein großer Teil der Pannen aus vermeidbaren Gründen entsteht. Die großen Hersteller bieten für jeden Einsatz passende Reifen an: Fernverkehr, Regional, Baustelle, Sondertransport. Bekannt sind unter anderem Michelin, Continental, Goodyear und Bridgestone. Informationen zu Linien und Einsatzbereichen finden Sie bei Michelin Deutschland und den Produktseiten der übrigen Hersteller.

Die gängigen Größen im Nutzfahrzeugbereich:

Reifengröße Typischer Einsatz
315/80 R22.5 Antriebs- und Lenkachse von Sattelzugmaschinen
385/65 R22.5 Auflieger, Anhänger, Großvolumen
245/70 R19.5 Verteilerverkehr, Lieferfahrzeuge
245/70 R17.5 Tieflader, Plattformfahrzeuge, niedrige Bauhöhe
235/65 R16C Transporter, Kastenwagen

Wichtig bei der Auswahl sind Tragfähigkeit (Load Index), Geschwindigkeitsindex und Einsatzprofil. Ein Regional-Reifen verträgt Landstraße und Autobahn, ein Fernverkehrsreifen ist auf Laufleistung ausgelegt, ein Baustellenreifen auf Schnittfestigkeit.

Zur Wartung gehören:

  • Regelmäßige Sichtprüfung durch Fahrer und Werkstatt, mindestens bei jeder Abfahrtkontrolle.
  • Achsvermessung bei ungleichmäßigem Verschleiß. Ein einseitig abgefahrener Reifen deutet auf Spurprobleme hin.
  • Rotation und Paarung: Bei Zwillingsbereifung sollten beide Reifen dieselbe Profiltiefe haben, sonst wird einer überlastet.
  • Runderneuerung: Karkassen guter Qualität lassen sich runderneuern, was Kosten spart. Wichtig ist, dass der Hersteller die Karkasse zugelassen hat.
  • Dokumentation: Wer Wechsel, Druckwerte und Profiltiefen protokolliert, erkennt Trends früher und kann Einkaufsentscheidungen belegen.

Für Achsen und Fahrwerk von Aufliegern gilt: Reifenprobleme sind oft ein Symptom, nicht die Ursache. Wer bei einem Fahrzeug immer wieder denselben Reifen verliert, sollte die Achse prüfen lassen. Hersteller wie BPW stellen technische Informationen zu Achsen und Wartungsintervallen bereit.

Warum Fahrer und Spediteure LKWHelp24 rufen

Wir sind die Nummer, die Fahrer wählen, wenn nachts etwas nicht stimmt. Was uns dabei auszeichnet, lässt sich in wenigen Punkten festmachen:

  • 24 Stunden, 7 Tage: Auch um 03:05 Uhr geht jemand ans Telefon, der Ihr Problem versteht.
  • Netz in ganz Deutschland: Wir arbeiten mit Servicepartnern in den Regionen, die für Nutzfahrzeuge ausgerüstet sind.
  • Festes Preisgefüge: Anfahrt, Zuschlag, Teile und Arbeitszeit stehen vor dem Einsatz fest oder werden im Voraus benannt.
  • Mehrsprachige Disposition: Deutsch, Englisch, Polnisch und Russisch. Im Fall von Bad Hersfeld lief die Abstimmung mit einem Fahrer aus dem Ausland ohne Missverständnisse.
  • Erfahrung mit Sonderfahrzeugen: Tieflader, Überbreite, Kühlauflieger, Kipper, Busse.

Eine detaillierte Beschreibung unseres Angebots finden Sie auf der Seite für den Reifennotdienst in der Nähe.

Häufige Fragen zum Reifen Notdienst für LKW

Was kostet ein LKW-Reifennotdienst auf der Autobahn?

Ein Einsatz mit Reifenwechsel liegt bei Nutzfahrzeugen meist zwischen 750 und 1.400 EUR netto. In unserem Fall mit Nachtzuschlag waren es 861,50 EUR netto für Anfahrt, Zuschlag, neuen Reifen 245/70 R17.5, Arbeit und Entsorgung. Je nach Reifengröße, Entfernung und Uhrzeit weicht der Preis ab.

Wie lange dauert es, bis der Reifen Notdienst vor Ort ist?

Auf der Autobahn rechnen wir mit 35 bis 70 Minuten Anfahrt, nach Disposition von 10 bis 20 Minuten. Beim Einsatz bei Bad Hersfeld waren es 55 Minuten bis zur Ankunft. Nachts und bei Schnee, Nebel oder Staus dauert es länger.

Darf ich mit einem Reifen ohne Druck weiterfahren?

Nein. Schon wenige Kilometer auf einem luftleeren Reifen zerstören Flanke und Karkasse und können Felge, Bremse und Achse beschädigen. Anhalten, Warnblinker einschalten, Warndreieck aufstellen und Hilfe rufen ist die richtige Reihenfolge.

Kann ein Nagel im Lkw-Reifen repariert werden?

Manchmal ja, wenn der Nagel im Profil sitzt, der Reifen noch Druck hatte und die Karkasse unbeschädigt ist. Ist der Reifen mit Schaden gerollt, ist der Austausch die sichere Lösung. Das entscheidet der Techniker vor Ort nach Sichtprüfung.

Wer zahlt den Reifennotdienst?

Zunächst der Fahrzeughalter bzw. die Spedition. Manche Flottenversicherungen oder Servicepakete übernehmen Teile der Kosten, das hängt vom Vertrag ab. Wir stellen eine Rechnung aus, mit der Sie das bei Ihrem Versicherer oder Auftraggeber einreichen können.

Hilft LKWHelp24 auch bei Sondertransporten und Tiefladern?

Ja. Wir arbeiten regelmäßig mit Tiefladern, Plattformfahrzeugen und Fahrzeugen mit Überbreite. Wichtig ist, dass Sie uns Reifengröße, Achse und Standort nennen, damit das passende Team mit dem passenden Reifen losfährt.

Zusammenfassung

  • Fahrzeug: Mehrachs-Tieflader (Nooteboom), Überbreiten-Transport eines kroatischen Spediteurs
  • Ort: A7 bei Bad Hersfeld (Hattenbacher Dreieck), Fahrtrichtung Fulda/Würzburg, Hessen
  • Schaden: Nagel im Profil, Reifen 245/70 R17.5 ohne Druck
  • Anruf: 03:05 Uhr, Ankunft des Teams 04:00 Uhr (55 Minuten Reaktionszeit)
  • Gesamtdauer: 125 Minuten (2 Std. 5 Min.) bis zur Weiterfahrt
  • Druck nach Montage: 8,5–9,0 bar, Radmuttern in Sternfolge mit Drehmomentschlüssel angezogen
  • Kosten: 861,50 EUR netto (zzgl. MwSt.)
  • Folgeschäden: keine, Felge und Achse unbeschädigt

Mobiler LKW Reifenservice: Ein Anruf genügt, und ein Team mit passender Ausrüstung macht sich auf den Weg.

Reifenpanne? Rufen Sie jetzt an

Wenn Ihr Lkw, Auflieger oder Sondertransport Luft verliert, rufen Sie uns an, bevor aus einer Panne ein Schaden wird. Wir sagen Ihnen sofort, wann das Team da ist und was es kostet.

Telefon: +49 160 5753826
Web: www.lkwhelp24.com
Rund um die Uhr, in ganz Deutschland.

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