...
Ein Servicetechniker in Arbeitskleidung wechselt ein großes LKW-Rad an einem Sattelauflieger auf einem Rastplatz. Er hebt das Fahrzeug mit einem Wagenheber an und löst die Radmuttern, um das defekte Rad gegen das Ersatzrad auszutauschen.

Anzugsdrehmomente LKW-Rad: Tabelle und richtige Montage

Warum das Anzugsdrehmoment am LKW-Rad kein Detail ist

Ein Radbolzen am LKW hält im Betrieb enorme Kräfte aus. Bremsmomente, Kurvenkräfte, Vibrationen von der Fahrbahn, Gewicht der Ladung, alles läuft über wenige Muttern und Bolzen in die Felge. Wenn das Drehmoment beim Anziehen nicht stimmt, merkt man das oft nicht sofort. Das Problem zeigt sich erst nach Kilometern, manchmal auf der Autobahn bei Tempo 80.

Zu wenig Drehmoment bedeutet, dass sich die Radmuttern unter Last lösen können. Das Rad bekommt Spiel, die Bolzenlöcher in der Felge werden oval, die Bolzen selbst tragen ungleichmäßig. Am Ende steht im schlimmsten Fall ein Radverlust während der Fahrt, mit allem, was das für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer bedeutet. Zu viel Drehmoment ist genauso gefährlich, nur subtiler. Ein überzogener Bolzen wird über seine Streckgrenze hinaus belastet, verliert Vorspannung und kann Mikrorisse entwickeln, die erst nach tausenden Kilometern zum Bruch führen. Die Felge selbst kann an den Auflageflächen der Muttern Risse bekommen, besonders bei Aluminium.

Werkzeug fuer den LKW-Radwechsel: Wagenheber, Schlagschrauber, Stecknuesse und Drehmomentschluessel auf einer Werkstattflaeche.

Deshalb ist das Anzugsdrehmoment kein Wert, den man über den Daumen schätzt. Es steht im Fahrzeughandbuch oder im Handbuch des Radherstellers, und genau dort muss man nachschauen, bevor man den Drehmomentschlüssel ansetzt. Laut den technischen Hinweisen von Continental hängt das exakte Drehmoment von mehreren Faktoren ab: vom Fahrzeugmodell, von der Radgröße, vom Radtyp (Stahl oder Aluminium) und von der Anzahl der Radmuttern. Es gibt also keinen universellen Wert, der für jeden LKW passt.

Bei LKWHelp24 sehen wir das Thema fast täglich, wenn wir zu einem Notfall-Radwechsel auf der Autobahn oder am Rastplatz ausrücken. Ein lockeres Rad, ein abgerissener Bolzen, klappernde Geräusche aus dem Radkasten, das sind Alarmsignale, die man ernst nehmen muss.

Stahlfelge oder Aluminiumfelge: Unterschiede beim Drehmoment

Stahl und Aluminium verhalten sich beim Anziehen unterschiedlich, und das hat direkte Folgen für die Montage.

Stahl ist ein relativ starres Material mit hoher Streckgrenze. Es verträgt hohe Drehmomente, verformt sich dabei kaum und setzt sich nach dem Anziehen nur minimal. Aus der Praxis ist bekannt, dass Stahlfelgen bei LKW häufig im Bereich von etwa 600 bis 700 Nm liegen, je nach Fahrzeug und Bolzenanzahl. Das ist ein Richtwert aus der Werkstatterfahrung, kein fixer Normwert, und er ersetzt keinesfalls die Angabe im Handbuch.

Aluminium reagiert anders. Es ist weicher als Stahl, dehnt sich bei Wärme stärker aus und neigt zum sogenannten Setzverhalten: Nach dem Anziehen „arbeitet“ das Material minimal, die Vorspannung kann in den ersten gefahrenen Kilometern leicht nachlassen. Deshalb werden Aluräder häufig mit etwas niedrigerem Drehmoment montiert als vergleichbare Stahlräder, und die Nachziehkontrolle ist bei Alufelgen besonders wichtig. Die Wärmeausdehnung von Aluminium ist außerdem größer als die von Stahl, was bei Temperaturwechseln zwischen kaltem Start und heiß gefahrener Bremse zu leichten Spannungsänderungen an der Radnabe führen kann.

Wer die Felgengröße und Beschriftung ohnehin nicht sicher lesen kann, findet in unserem Artikel über LKW-Reifenbeschriftung eine Erklärung, welche Angaben auf der Flanke stehen und wie man Load Index und DOT-Nummer einordnet. Auch die Reifengröße selbst spielt eine Rolle für die Wahl des passenden Rades, mehr dazu in unserem Beitrag zur Reifengröße 385/65 R22.5.

In jedem Fall gilt: Der Radtyp bestimmt nicht nur das Drehmoment, sondern auch die Anzugsreihenfolge und die Häufigkeit der Nachkontrolle. Wer nach einem Radwechsel unsicher ist, ob alles richtig sitzt, sollte lieber einmal zu viel prüfen als einmal zu wenig.

Tabelle: Typische Drehmoment-Bereiche nach Felgentyp

Die folgende Tabelle zeigt Richtwerte, wie sie in der Praxis bei LKW ab 7,5 Tonnen häufig vorkommen. Sie ersetzt nicht das Handbuch des Fahrzeug- oder Radherstellers. Jedes Fahrzeug kann abweichen, und im Zweifel gilt immer der Wert aus der Herstellerdokumentation.

FelgentypTypischer Bereich (Richtwert)Besonderheit
Stahlfelge, 10 Bolzenca. 600 bis 700 NmSetzt sich kaum, hohe Toleranz
Stahlfelge, 8 Bolzenca. 550 bis 650 NmHäufig bei leichteren LKW-Klassen
Aluminiumfelge, 10 Bolzenetwas unterhalb der StahlwerteSetzverhalten beachten, früh nachziehen
Aluminiumfelge, 8 Bolzenetwas unterhalb der StahlwerteWärmeausdehnung höher als Stahl
Anhänger und Aufliegerje nach Achshersteller unterschiedlichHerstellerangabe der Achse (BPW, SAF etc.) prüfen
Zwillingsbereifung hintenwie Einzelrad, aber beide Räder gleich anziehenAuf gleichmäßigen Kontakt der Felgenpaare achten

Diese Werte sind bewusst als Spanne angegeben, nicht als feste Zahl. Der einzige verlässliche Wert steht im Fahrzeughandbuch, im Radbolzen-Datenblatt des Herstellers oder auf einem Aufkleber am Fahrzeug, den manche Hersteller in der Nähe des Reifendruck-Aufklebers anbringen. Wer unsicher ist, ruft am besten direkt beim Fahrzeughersteller oder beim Radhersteller an, bevor er einen Wert aus dem Internet übernimmt.

Die 50-Kilometer-Regel: Warum Nachziehen nach dem Radwechsel Pflicht ist

Nach jedem Radwechsel, ob geplant in der Werkstatt oder ungeplant am Straßenrand nach einer Panne, setzen sich die Kontaktflächen zwischen Rad, Bremstrommel oder Bremsscheibe und Radnabe minimal. Mikroskopisch kleine Unebenheiten drücken sich zusammen, Lack- oder Korrosionsschichten werden leicht verdichtet, und dadurch kann die Vorspannung der Radmuttern nach den ersten gefahrenen Kilometern etwas nachlassen.

Genau deshalb empfiehlt Continental ausdrücklich, die Radmuttern nach etwa 50 gefahrenen Kilometern zu kontrollieren und bei Bedarf mit dem korrekten Drehmoment nachzuziehen. In der Praxis spricht man auch von einem Fenster bis etwa 100 Kilometer, aber je früher die Kontrolle stattfindet, desto sicherer. Diesen Vorgang nennt man Retorquing, und er gehört zur Grundregel jedes seriösen Radwechsels, egal ob es sich um einen planmäßigen Reifenservice oder einen Reifennotdienst in der Nähe handelt.

Viele Fuhrparkbetreiber und Fahrer unterschätzen diesen Schritt, weil er nach dem eigentlichen Radwechsel wie eine unnötige Zusatzarbeit wirkt. In Wirklichkeit ist es der Moment, in dem sich zeigt, ob die Montage wirklich sauber war. Wenn nach 50 Kilometern eine Mutter deutlich unter dem Sollwert liegt, war entweder das Drehmoment beim ersten Anziehen zu niedrig, oder es gab ein Problem mit der Auflagefläche, zum Beispiel Rost, Farbe oder Schmutz zwischen Felge und Nabe.

Wer viel unterwegs ist und regelmäßig Reifendruck und Radzustand prüft, sollte diesen Nachziehschritt in die Routine einbauen, ähnlich wie die Kontrolle des Reifendrucks beim LKW. Beide Kontrollen kosten wenig Zeit, verhindern aber teure und gefährliche Folgen.

Werkzeug und Anzugsreihenfolge: So wird richtig montiert

Ein Radwechsel am LKW braucht mehr als nur Kraft. Das richtige Werkzeug und die richtige Reihenfolge sind genauso wichtig wie der korrekte Zahlenwert.

Zur Grundausstattung gehören ein kalibrierter Drehmomentschlüssel, ein tragfähiger Wagenheber für das jeweilige Fahrzeuggewicht, Unterstellböcke zur Absicherung und ein passender Radschlüssel oder eine Schlagschraubereinrichtung mit Drehmomentbegrenzung. Ein einfacher Schlagschrauber ohne Kontrolle reicht nicht aus, weil er das Drehmoment nicht zuverlässig einhält. Am Ende muss immer mit einem kalibrierten Drehmomentschlüssel nachgeprüft werden.

Die Anzugsreihenfolge folgt laut Continental einem einfachen Prinzip: Zuerst werden alle Muttern über Kreuz, bei fünf Muttern sternförmig, mit etwa der Hälfte des Solldrehmoments angezogen. Erst danach folgt ein zweiter Durchgang, in dem alle Muttern auf das volle Solldrehmoment gebracht werden, wieder in der gleichen über Kreuz oder sternförmigen Reihenfolge. Dieses Vorgehen sorgt dafür, dass sich das Rad gleichmäßig und plan an die Nabe anlegt. Wird eine Mutter zuerst voll angezogen und die gegenüberliegende erst danach, kann sich das Rad leicht schief setzen, was später zu Unwucht oder ungleichmäßigem Verschleiß führt.

Der Drehmomentschlüssel selbst muss regelmäßig kalibriert werden. Ein Werkzeug, das seit Jahren nicht geprüft wurde, kann erheblich vom angezeigten Wert abweichen, ohne dass man das von außen merkt. Werkstätten sollten ihre Drehmomentschlüssel in festen Intervallen kalibrieren lassen, mobile Dienste ebenso. Bei LKWHelp24 gehört die Kalibrierung des Equipments zur Grundvoraussetzung, bevor ein Techniker zu einem Einsatz fährt.

Wichtig ist auch die Sauberkeit der Kontaktflächen. Rost, alte Farbreste oder Schmutz zwischen Felge und Nabe verfälschen das tatsächliche Drehmoment und können später zum Lösen der Verbindung führen, selbst wenn der Drehmomentschlüssel korrekt angezeigt hat. Vor der Montage gehört das Reinigen der Auflageflächen deshalb zum Standardablauf, genauso wie die Sichtprüfung der Bolzen auf Verformung oder Rissbildung.

Bolzenbruch auf der Autobahn: Was dann passiert

Ein Bolzenbruch am LKW-Rad kündigt sich selten laut an. Oft hört man ein leichtes Klackern oder Rattern, das viele Fahrer zunächst einem losen Gegenstand in der Ladung zuschreiben. Tatsächlich kann es das erste Zeichen eines gerissenen oder bereits gebrochenen Radbolzens sein.

Wenn ein Bolzen bricht, verteilt sich die Last auf die verbleibenden Bolzen, die dadurch überlastet werden und ebenfalls schneller versagen können. Es entsteht ein Dominoeffekt: Ein gebrochener Bolzen erhöht das Risiko für den nächsten, und im schlimmsten Fall löst sich das Rad komplett von der Nabe, während der LKW mit 80 km/h auf der Autobahn unterwegs ist. Ein Beispiel aus der Praxis, bei dem genau dieses Szenario zur echten Gefahr wurde, haben wir in unserem Bericht über einen Radbolzenriss bei Frankfurt an der A2 dokumentiert.

In so einer Situation zählt jede Minute. Der Fahrer muss den LKW kontrolliert auf den Standstreifen oder Rastplatz bringen, die Warnblinkanlage einschalten und, wenn möglich, das Fahrzeug so absichern, dass niemand gefährdet wird. Genau für solche Fälle ist ein mobiler Reifen- und Pannendienst da. LKWHelp24 rückt für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in ganz Deutschland aus, rund um die Uhr, an sieben Tagen die Woche. Wer auf der Autobahn steht und einen Bolzenbruch, ein loses Rad oder einen platten Reifen hat, kann uns direkt über WhatsApp unter +49 160 5753826 erreichen, in Deutsch, Englisch, Polnisch oder Russisch.

Ein Techniker bringt vor Ort das passende Werkzeug mit, tauscht defekte Bolzen und gegebenenfalls das Rad selbst aus und zieht alles nach den korrekten Vorgaben an. Wenn das Fahrzeug nicht sicher weiterfahren kann, koordinieren wir bei Bedarf auch den Transport zur nächsten Werkstatt, mehr dazu in unserem Artikel zu den Kosten für den LKW-Abschleppdienst.

Sicherheit auf der Autobahn: Warum das Detail am Rad zählt

Ein LKW mit voller Ladung bringt oft 20 bis 40 Tonnen auf die Straße. Bei Autobahngeschwindigkeit wirken auf jedes Rad enorme Fliehkräfte, Bremskräfte und dynamische Lasten, besonders in Kurven, bei Spurwechseln oder beim Bremsen vor einem Stau. Ein Rad, das sich unter diesen Bedingungen löst, wird zum Geschoss. Es kann über mehrere Fahrspuren rollen, gegen andere Fahrzeuge prallen oder eine Massenkarambolage auslösen.

Genau deshalb ist die Radbefestigung kein Detail, das man der Routine überlässt. Laut der StVZO (Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, gesetze-im-internet.de) muss ein Fahrzeug in einem verkehrssicheren Zustand gehalten werden, was auch die Befestigung der Räder einschließt. Ergänzend regelt die StVO (gesetze-im-internet.de) die allgemeine Betriebssicherheit im laufenden Verkehr. Beide Regelwerke geben den rechtlichen Rahmen vor, aber die eigentliche Verantwortung liegt beim Halter und beim Fahrer: regelmäßige Sichtkontrolle, korrektes Drehmoment bei jedem Radwechsel, und die Nachziehkontrolle nach den ersten gefahrenen Kilometern.

Fuhrparkbetreiber, die auf mehrere Fahrzeuge achten müssen, sollten die Drehmomentkontrolle fest in ihre Wartungspläne aufnehmen, ebenso wie die Kontrolle des Reifenzustands und der Profiltiefe. Wer Ersatzreifen oder komplette Radsätze für seine Flotte sucht, findet bei unserem Partnerbereich für LKW-Reifen im Großhandel passende Optionen, kombiniert mit mobilem Montageservice.

Servicetechniker wechselt ein LKW-Rad auf einem Rastplatz und loest die Radmuttern mit dem passenden Werkzeug.

Häufige Fehler bei der Montage von LKW-Rädern

Neben dem falschen Drehmoment selbst gibt es typische Fehler, die in der Praxis immer wieder auftreten. Verschmutzte oder verrostete Kontaktflächen zwischen Nabe und Felge sind einer der häufigsten Gründe für Probleme, denn sie verfälschen die tatsächliche Klemmkraft, selbst wenn der Drehmomentschlüssel korrekt bedient wurde. Ein weiterer Fehler ist das Schmieren der Bolzen oder Muttern mit Öl oder Fett, ohne dass der Radhersteller das ausdrücklich vorsieht. Geschmierte Gewinde verändern die Reibung im Gewinde erheblich, wodurch das angegebene Drehmoment eine andere tatsächliche Vorspannung erzeugt als vom Hersteller berechnet.

Auch die Verwendung falscher oder abgenutzter Radmuttern ist ein Problem, das man beim mobilen Einsatz häufig sieht. Wenn Muttern und Bolzen nicht exakt zueinander passen, etwa durch falsche Kegelwinkel bei Kugelbund- oder Kegelbundmuttern, kann selbst das korrekte Drehmoment keine sichere Verbindung garantieren. Und schließlich wird die Nachziehkontrolle nach dem Radwechsel in der Praxis oft schlicht vergessen, weil sie nach dem eigentlichen Wechsel wie ein überflüssiger zusätzlicher Termin wirkt.

Wartungsintervalle und Dokumentation im Fuhrpark

Wer mehrere LKW oder eine ganze Flotte betreibt, kommt an einem sauberen Wartungsprotokoll nicht vorbei. Jeder Radwechsel sollte dokumentiert werden, mit Datum, Kilometerstand, verwendetem Drehmoment und dem Namen des Technikers, der die Montage durchgeführt hat. Diese Dokumentation hilft nicht nur bei der eigenen Nachvollziehbarkeit, sie ist auch im Schadensfall wichtig, etwa wenn eine Versicherung nach einem Vorfall Belege für die ordnungsgemäße Wartung verlangt.

Empfehlenswert ist außerdem ein fester Prüfrhythmus, unabhängig vom letzten Radwechsel. Viele Speditionen legen fest, dass bei jeder größeren Inspektion, spätestens aber alle paar Monate, eine Sichtprüfung der Radbolzen und eine stichprobenartige Drehmomentkontrolle stattfindet. Rost an den Bolzenköpfen, Verfärbungen durch Hitze oder feine Risse im Lack rund um die Muttern sind Warnzeichen, die ein aufmerksamer Fahrer bei der täglichen Fahrzeugkontrolle mit erfassen sollte. Ein kurzer Blick beim Tanken oder bei der Pause kostet kaum Zeit, kann aber einen größeren Schaden verhindern.

Auch der Reifendruck gehört in diese Routine, denn ein falscher Luftdruck erhöht die Belastung auf Felge und Radbefestigung zusätzlich. Wie man den Reifendruck bei LKW richtig prüft und welche Werte üblich sind, haben wir in einem eigenen Artikel zum Reifendruck beim LKW beschrieben. Wer beide Kontrollen kombiniert, Reifendruck und Anzugsdrehmoment, reduziert das Ausfallrisiko auf der Langstrecke erheblich.

Unterschiedliche Werkzeuge im Vergleich: Drehmomentschlüssel, Drehmoment-Multiplikator, Schlagschrauber

In der Werkstatt und beim mobilen Einsatz kommen verschiedene Werkzeuge zum Einsatz, und nicht jedes eignet sich für jeden Schritt der Montage.

Der klassische Drehmomentschlüssel, meist als Knarren- oder Klickschlüssel ausgeführt, ist das Standardwerkzeug für die finale Kontrolle. Er zeigt akustisch oder mechanisch an, wann das eingestellte Drehmoment erreicht ist. Für LKW-Räder mit hohen Drehmomentwerten braucht es allerdings entsprechend robuste und lange Ausführungen, da die Hebelkräfte bei mehreren hundert Newtonmetern erheblich sind.

Ein Drehmoment-Multiplikator kommt zum Einsatz, wenn von Hand mit vertretbarem Kraftaufwand kein ausreichendes Drehmoment aufgebracht werden kann. Er übersetzt die eingebrachte Handkraft über ein Getriebe und ermöglicht so hohe Drehmomente mit kontrolliertem Kraftaufwand. Wichtig ist, dass auch hier am Ende eine Kontrolle mit einem separaten, kalibrierten Drehmomentschlüssel erfolgt, weil Multiplikatoren durch das Getriebespiel gewisse Toleranzen mit sich bringen.

Ein Schlagschrauber, ob pneumatisch oder elektrisch, wird in der Praxis oft für das schnelle Lösen und Vorziehen der Muttern genutzt. Für den finalen Anzug auf das exakte Solldrehmoment ist er ohne zusätzliche Drehmomentkontrolle ungeeignet, selbst wenn moderne Geräte über eine Drehmomenteinstellung verfügen. Die tatsächliche Klemmkraft eines Schlagschraubers hängt stark von Faktoren wie Lufttemperatur, Akkuzustand, Zustand der Nuss und Reibung im Gewinde ab, und diese Streuung ist bei sicherheitsrelevanten Verbindungen wie der Radbefestigung nicht akzeptabel. Deshalb gilt in seriösen Werkstätten und im mobilen Dienst die Regel: Vorziehen darf mit dem Schlagschrauber erfolgen, der finale Anzug muss immer mit einem kalibrierten Drehmomentschlüssel oder Drehmomentmultiplikator kontrolliert werden.

Checkliste für den sicheren Radwechsel

Eine kurze Übersicht fasst die wichtigsten Schritte zusammen, die bei jedem Radwechsel am LKW eingehalten werden sollten.

Vor der Montage: Fahrzeug sicher abstellen und gegen Wegrollen sichern, Warnblinkanlage und Warndreieck aufstellen, Kontaktflächen zwischen Nabe und Felge reinigen, Bolzen und Muttern auf Verformung oder Risse prüfen, Handbuchwert für das konkrete Fahrzeug und den Radtyp nachschlagen.

Während der Montage: Rad exakt ausrichten, Muttern von Hand ansetzen, mit etwa der Hälfte des Solldrehmoments über Kreuz oder sternförmig vorziehen, danach mit dem vollen Solldrehmoment in gleicher Reihenfolge fertig anziehen, dabei ausschließlich kalibriertes Werkzeug verwenden.

Nach der Montage: Kilometerstand notieren, nach etwa 50 gefahrenen Kilometern erneut mit dem Drehmomentschlüssel kontrollieren, Auffälligkeiten wie Vibrationen oder Geräusche ernst nehmen und im Zweifel sofort anhalten, den gesamten Vorgang im Wartungsprotokoll dokumentieren.

Wer diese Reihenfolge konsequent einhält, senkt das Risiko eines Radverlusts oder Bolzenbruchs erheblich. Es sind keine komplizierten Schritte, sondern eine Frage der Disziplin, gerade weil die Radbefestigung im Alltag selten Aufmerksamkeit bekommt, solange nichts auffällt.

Wie LKWHelp24 bei Radproblemen unterstützt

Als mobiler Reifen- und Pannendienst für LKW, Sattelzüge und Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen sind wir in ganz Deutschland unterwegs. Unsere Techniker führen die Montage nach den Vorgaben des Fahrzeug- beziehungsweise Radherstellers durch, arbeiten mit kalibrierten Drehmomentschlüsseln und halten sich an die korrekte Anzugsreihenfolge. Bei jedem Radwechsel, ob geplant oder als Notfall auf der Autobahn, weisen wir auch auf die Nachziehkontrolle nach den ersten Kilometern hin.

Wenn Sie unterwegs ein klapperndes Rad bemerken, einen abgerissenen Bolzen sehen oder einfach unsicher sind, ob Ihr letzter Radwechsel korrekt saß, kontaktieren Sie uns über WhatsApp unter +49 160 5753826. Wir sind rund um die Uhr erreichbar, sieben Tage die Woche, und sprechen Deutsch, Englisch, Polnisch und Russisch. Weitere Informationen zu unseren Leistungen finden Sie auf lkwhelp24.com.

FAQ: Anzugsdrehmoment am LKW-Rad

Wie finde ich das exakte Anzugsdrehmoment für mein Fahrzeug?

Das exakte Drehmoment steht im Fahrzeughandbuch oder im Handbuch des Radherstellers. Es hängt vom Modell, von der Radgröße, vom Radtyp und von der Anzahl der Muttern ab. Ein allgemeiner Richtwert aus dem Internet ersetzt diese Angabe nicht.

Warum muss ich nach einem Radwechsel nochmal nachziehen?

Weil sich die Kontaktflächen zwischen Rad und Nabe in den ersten gefahrenen Kilometern minimal setzen. Nach etwa 50 Kilometern sollte deshalb kontrolliert und bei Bedarf nachgezogen werden, wie es Continental empfiehlt.

Was passiert, wenn ich die Radmuttern zu fest anziehe?

Ein zu hohes Drehmoment kann den Bolzen über seine Streckgrenze hinaus belasten. Das führt zu Materialermüdung, im schlimmsten Fall zu Rissen oder Bolzenbruch, und kann auch die Felge an den Auflageflächen beschädigen.

Sind Stahl- und Aluräder mit dem gleichen Drehmoment zu montieren?

Nein. Aluräder liegen häufig etwas unter dem Wert von Stahlrädern und zeigen ein anderes Setzverhalten. Die genauen Werte stehen jeweils im Handbuch des Radherstellers.

Kann ich das Drehmoment mit einem normalen Schlagschrauber richtig einstellen?

Ein Schlagschrauber ohne Drehmomentbegrenzung reicht nicht aus, um zuverlässig das korrekte Drehmoment zu erreichen. Am Ende muss immer mit einem kalibrierten Drehmomentschlüssel nachgeprüft werden.

Was mache ich, wenn ich auf der Autobahn ein loses Rad oder einen Bolzenbruch bemerke?

Fahrzeug kontrolliert auf den Standstreifen oder Rastplatz bringen, Warnblinkanlage einschalten, absichern und mobile Hilfe rufen. LKWHelp24 ist über WhatsApp unter +49 160 5753826 rund um die Uhr erreichbar und rückt in ganz Deutschland aus.

Rückruf anfordern

Hinterlassen Sie Ihre Kontaktdaten, und wir rufen Sie innerhalb von 5 Minuten zurück.

Заказать обратный звонок

Оставьте свои контакты, и мы перезвоним вам в течение 5 минут

Другие способы связи:

Request a Callback

Leave your details - we’ll call you back within 5 minutes.