Am 19. August 2026 meldete sich um 17:30 Uhr ein Fahrer von einem Parkplatz an der A9 bei Bayreuth, Fahrtrichtung Nürnberg. Seine MAN-Zugmaschine hatte an der Antriebsachse Druck verloren, weiterfahren ging nicht mehr. Unser mobiler LKW-Reifenservice war nach 65 Minuten vor Ort, um 19:35 Uhr stand der Sattelzug wieder auf der Straße. Zwischen Anruf und Abfahrt lagen genau 125 Minuten, die Rechnung betrug 965 Euro netto.

Ein platter oder stark druckverlierender Reifen an einer Antriebsachse ist kein Schönheitsfehler. Die Achse trägt den Großteil der Zugkraft und einen erheblichen Teil des Gesamtgewichts. Wer mit zu wenig Luft weiterrollt, riskiert die Karkasse, die Felge und im schlimmsten Fall die Radnabe. Dazu kommen Lenkzeiten, die unbarmherzig weiterlaufen, und eine Ladung, die irgendwo pünktlich ankommen soll.
Dieser Bericht zeigt Schritt für Schritt, wie ein Reifenservice vor Ort auf einer Autobahnstrecke abläuft: wie wir disponieren, was der Techniker tut, wo die Zeit bleibt und was am Ende auf der Rechnung steht. Alle Zahlen stammen aus dem echten Einsatz. Wer so etwas schon einmal nachts oder bei Regen erlebt hat, weiß, wie wertvoll eine Zeitleiste ist, auf die man sich verlassen kann.
Was ist auf der A9 bei Bayreuth passiert?
Der Fahrer war mit einem weißen MAN-Sattelzug und einem tentierten Cargobull-Auflieger unterwegs. Kurz vor Bayreuth bemerkte er, dass der Reifendruck an der Antriebsachse sank, und steuerte einen betonierten Parkplatz an. Das war die richtige Entscheidung: Er hielt sofort an, statt noch zehn Kilometer bis zur nächsten Ausfahrt durchzuhalten.
Betroffen war ein Reifen der Dimension 315/70 R22.5 an der Antriebsachse, ein blockartiges Antriebsprofil auf einer Stahlfelge mit zehn Radbolzen. Der Reifen hatte einen Schaden erlitten, der keine Weiterfahrt mehr zuließ. Ob Felge, Nabe oder Ladung etwas abbekommen hatten, war am Telefon nicht zu klären. Genau deshalb schicken wir nie einfach „einen Reifen“, sondern eine Besatzung, die den Zustand vor Ort beurteilt.
Das Wetter war an diesem Abend auf unserer Seite: trocken, klar, die Sonne stand schon tief. Für die Arbeit am Rad ist das Gold wert. Bei Regen und Dunkelheit läuft derselbe Wechsel erfahrungsgemäß 20 bis 30 Minuten länger.
Wie wir die Hilfe organisiert haben
Die Disposition entscheidet bei einer Reifenpanne über die Hälfte der Gesamtzeit. Wer in den ersten 15 Minuten die falschen Fragen stellt, schickt den Techniker mit dem falschen Reifen los. Unsere Zentrale ist rund um die Uhr besetzt und spricht Deutsch, Englisch, Polnisch und Russisch, sodass auch Fahrer aus dem Ausland ohne Umwege erklären können, was passiert ist.
So lief der Anruf ab:
- Standort klären. Autobahn, Fahrtrichtung, nächste Anschlussstelle oder Parkplatzname. Der Fahrer teilte außerdem seinen Standort über WhatsApp.
- Fahrzeug und Achse erfragen. Zugmaschine oder Auflieger, Lenkachse oder Antriebsachse, Einzel- oder Zwillingsbereifung.
- Reifengröße auslesen lassen. Der Fahrer hat die Seitenwand abgelesen: 315/70 R22.5. Wir haben die Größe wiederholen lassen, weil sich 315/70 und 315/80 am Telefon leicht verwechseln.
- Nächstes Team der Partnerkolonne wählen. Aus unserem Netz wurde eine Kolonne bestimmt, die den passenden Reifen bereits an Bord hatte oder auf der Strecke aufnehmen konnte.
- Preis und Ablauf nennen. Anfahrt, Arbeitszeit und Reifenpreis wurden vor dem Losfahren mündlich bestätigt.
Von 17:30 bis 17:45 Uhr dauerte diese Phase, danach fuhr der Servicewagen los. Der Servicepartner in der Region kannte die A9 und wusste, welche Anschlussstelle bei dichtem Berufsverkehr sicherer zu erreichen ist.
Wenn Sie als Fahrer oder Disponent eine ähnliche Lage haben, finden Sie alle Details zu unserem Reifenservice für LKW und Busse auf der Leistungsseite.
Warum ein Reifen mit Druckverlust nicht weiterfahren darf
Ein LKW-Reifen läuft im Normalbetrieb mit etwa 8,5 bis 9,5 bar. Bei dieser Spannung trägt die Luft den Reifen, die Karkasse bleibt formstabil. Sinkt der Druck deutlich ab, knickt die Seitenwand bei jeder Umdrehung ein, es entsteht Hitze, und der Reifen kann innerhalb weniger Kilometer zerlegt werden. Bei einer Antriebsachse mit Zwillingsbereifung kommt dazu: Der Partnerreifen im Zwilling muss plötzlich die doppelte Last tragen.
Die Folgen einer Weiterfahrt sind selten harmlos:
- Die Karkasse reißt, was eine spätere Runderneuerung ausschließt.
- Die Felge wird an der Hornkante deformiert und muss ersetzt werden.
- Umherfliegende Reifenteile beschädigen Kotflügel, Bremsleitungen oder Kabelbäume.
- Bei einem Platzer drohen Kontrollverlust und gefährliche Situationen für andere auf der Autobahn.
Dazu kommt die rechtliche Seite. Nach § 36 StVZO müssen Reifen den Betriebsbedingungen entsprechen und dürfen keine Beschädigungen aufweisen, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Ein Fahrzeug mit Druckverlust erfüllt diese Anforderung nicht mehr. Ein Fahrer, der trotzdem weiterfährt, riskiert nicht nur den Schaden, sondern auch ein Bußgeld und ein Verfahren gegen den Halter.
In unserem Fall hatte der Fahrer richtig gehandelt. Nach unserer Einschätzung hat dieses frühe Anhalten rund 400 bis 800 Euro an Folgekosten gespart, weil Felge und Nabe unversehrt blieben.
Reifenwechsel vor Ort: Schritt für Schritt
Ein professioneller LKW-Reifenwechsel auf dem Parkplatz folgt einer festen Reihenfolge. Das schützt den Techniker und das Material, und es spart Zeit, weil niemand improvisieren muss.
Schritt 1: Sichtprüfung und Lagebeurteilung
Nach der Ankunft um 18:35 Uhr stellte der Techniker den Servicewagen so auf, dass er die Zugmaschine gegen den Verkehr abschirmte. Dann prüfte er den Reifen von außen: Wo liegt die Verletzung, wie weit ist die Luft draußen, sitzt der Wulst noch auf der Felge? Außerdem sah er sich die Radmuttern, die Bremstrommel und die Nabe an. Es gab keine Auffälligkeiten.
Schritt 2: Absichern und Achse entlasten
Der Zug wurde mit Unterlegkeilen an der benachbarten Achse gesichert, die Handbremse blieb angezogen. Die Arbeitsfläche wurde markiert, damit niemand in den Bereich läuft. Anschließend hob der Techniker die Antriebsachse mit einem hydraulischen Wagenheber an, bis das Rad frei hing. Bei einem Sattelzug mit beladenem Auflieger zählt jeder Zentimeter Standfläche, und ein fester Betonuntergrund wie hier ist ideal.
Schritt 3: Rad abnehmen und Reifen demontieren
Mit einem akkubetriebenen Schlagschrauber lösten wir die zehn Radmuttern, nahmen das Rad ab und rollten es zum Servicewagen. Dort wurde der Reifen mit der Montiermaschine von der Felge getrennt. Danach prüfte der Techniker die Stahlfelge auf Risse und Verformungen, kontrollierte die Dichtfläche und tauschte das Ventil gegen ein neues.
Schritt 4: Neuen Reifen montieren und Wulst setzen
Der neue Reifen vom Typ 315/70 R22.5 wurde mit Montagepaste aufgezogen und der Wulst mit Druck auf die Felge gesetzt. Dafür schloss der Techniker einen Schlauch mit Manometer ans Ventil an, ein Schritt, den unser zweites Foto zeigt. Am Ende steht ein Betriebsdruck von 8,5 bar, bei dieser Last und laut Herstellerangabe der passende Wert.
Schritt 5: Rad montieren und Endkontrolle
Das Rad wurde auf die Nabe gesetzt, die Muttern zunächst handfest angedreht und dann sternförmig, also über Kreuz, mit dem Drehmomentschlüssel festgezogen. Nach dem Ablassen der Achse folgte eine kurze Probefahrt auf dem Platz, danach wurde nachgezogen. Zuletzt prüfte der Techniker den Druck ein weiteres Mal, notierte den Einsatz und gab die Papiere an den Fahrer. Um 19:35 Uhr fuhr der Zug los.
Wie genau das richtige Drehmoment für Ihr Rad aussieht, steht in unserem Ratgeber zu den Anzugsdrehmomenten am LKW-Rad.
Zeitleiste: Von der Meldung bis zur Abfahrt
Die Zeitleiste zeigt, wo die 125 Minuten tatsächlich geblieben sind. Auffällig ist, dass die Fahrt zum Standort länger dauert als die gesamte Arbeit am Rad.
| Zeit | Phase | Aktion |
|---|---|---|
| 17:30 | Anruf | Fahrer meldet Druckverlust an der Antriebsachse, Standort Parkplatz an der A9 |
| 17:30 bis 17:45 | Disposition | Reifengröße und Achse geklärt, nächstes Team der Partnerkolonne bestimmt, Reifen 315/70 R22.5 an Bord genommen |
| 17:45 bis 18:35 | Anfahrt | 50 Minuten Fahrt über die A9 |
| 18:35 bis 18:40 | Sichtprüfung und Absicherung | Schadensbild beurteilt, Achse angehoben, Keile gesetzt, Bereich markiert |
| 18:40 bis 19:10 | Demontage und Montage | Rad abgenommen, Reifen getrennt, Felge und Ventil geprüft, neuen Reifen montiert, Wulst gesetzt |
| 19:10 bis 19:25 | Rad aufsetzen | Rad auf die Nabe, Muttern sternförmig mit Drehmomentschlüssel angezogen |
| 19:25 bis 19:35 | Endkontrolle | Druck 8,5 bar geprüft, nach kurzer Fahrt nachgezogen, Papiere übergeben, Abfahrt |
Ergebnis: 125 Minuten vom Anruf bis zur Abfahrt. Das Team war 65 Minuten nach dem Anruf vor Ort und arbeitete insgesamt 60 Minuten am Fahrzeug.
Wer bei 65 Minuten Wartezeit erschrickt, sollte sich den Vergleich vor Augen halten. Für denselben Weg bräuchte ein Abschleppwagen mindestens genauso lange, würde den Zug dann aber zur nächsten Werkstatt ziehen und dort in der Schlange einreihen. Der mobile Einsatz erspart diesen Umweg.
Was kostet ein LKW-Reifenwechsel auf der Autobahn?
Der Einsatz auf der A9 bei Bayreuth kostete insgesamt 965 Euro netto (zuzüglich Mehrwertsteuer). Die Preise sind vor dem Losfahren genannt worden und haben sich nicht geändert.
| Position | Preis (EUR) |
|---|---|
| Anfahrt | 240 |
| Arbeitszeit, 1,5 Stunden à 110 EUR | 165 |
| LKW-Reifen 315/70 R22.5 für die Antriebsachse | 540 |
| Neues Ventil sowie Kontrolle und Wuchtprüfung | 0 (in der Arbeitszeit enthalten) |
| Entsorgung des alten Reifens | 20 |
| Summe netto | 965 |
Alle Beträge verstehen sich zzgl. MwSt.
Wovon der Preis abhängt
Die Anfahrt hängt vor allem von der Entfernung zum nächsten freien Team ab. Nachts, an Wochenenden und Feiertagen kommt ein Zuschlag von 25 bis 50 Prozent hinzu. Der Reifenpreis variiert nach Größe, Marke und Achse: Ein Auflieger-Reifen 385/65 R22.5 ist meist etwas günstiger als ein Antriebsreifen 315/70, ein Transporter-Reifen deutlich. Wenn die Felge beschädigt ist oder die Nabe nachgearbeitet werden muss, steigt der Preis entsprechend.
Eine Faustregel aus unserer Praxis: Für den Einsatz mit Reifenwechsel an einer Zugmaschine sollten Sie zwischen 750 und 1.400 Euro netto einplanen. Unser Fall liegt mit 965 Euro im unteren Mittelfeld, weil der Einsatz zur normalen Tageszeit stattfand und kein Folgeschaden auftrat.
Vergleich mit den Alternativen
Wer den Wagen stehen lässt und auf die Werkstatt wartet, zahlt mehr. Ein stehender Sattelzug verursacht je nach Auslastung 800 bis 1.200 Euro pro Tag an Standkosten, und das ohne Fahrer, der in der Zeit weiterfahren könnte. Dazu kommen mögliche Vertragsstrafen, wenn die Ladung zu spät ankommt. Ein Abschleppdienst mit anschließendem Werkstattaufenthalt liegt erfahrungsgemäß bei 900 bis 1.800 Euro und kostet obendrein einen halben Tag. Wenn es doch ein Fall für den Abschleppwagen wird, helfen wir ebenfalls: Mehr dazu auf unserer Seite zum Abschleppdienst für LKW.
Warum der Reifenwechsel Sache für Profis ist
Auf den ersten Blick wirkt ein Radwechsel simpel: Muttern lösen, Rad runter, Rad rauf. In der Praxis scheitern die meisten Selbstversuche an Werkzeug, Technik und Sicherheit.
- Gewicht und Handhabung. Ein Rad 315/70 R22.5 wiegt mit Stahlfelge über 90 Kilogramm. Ohne Radheber wird jeder Wechsel zum Kraftakt mit Verletzungsrisiko.
- Drehmoment. Zehn Radmuttern mit einem Anzugsmoment im Bereich von rund 600 Nm lassen sich nicht mit dem Bordwerkzeug lösen oder korrekt anziehen. Das genaue Moment steht in der Herstellerangabe.
- Wulst setzen. Ein LKW-Reifen muss mit Druck auf die Felge gepresst werden. Falsch gemacht, kann der Reifen mit Wucht platzen.
- Montage ohne Maschine. Mit Reifenhebern lässt sich die Seitenwand beschädigen, ohne dass es der Fahrer merkt.
- Absicherung. Auf einem Standstreifen oder Rastplatz fahren Autos und LKW mit 80 Stundenkilometern vorbei. Warndreieck und Warnweste sind Pflicht, sorgen aber nicht für ausreichend Schutz.
- Haftung. Wenn nach einem selbst durchgeführten Wechsel etwas passiert, steht der Halter in der Verantwortung.
Das heißt nicht, dass Fahrer hilflos sind. Entscheidend ist, wann sie sicher anhalten, den Standort durchgeben und die Reifengröße ablesen können. Das erledigt die halbe Arbeit, bevor überhaupt jemand losfährt.

Typische Einsätze unseres mobilen Reifenservice in Deutschland
Der Einsatz auf der A9 ist ein typischer Fall, aber längst nicht der einzige. Der Reifennotdienst für Nutzfahrzeuge rückt in diesen Situationen aus:
- Reifenplatzer auf der Autobahn: zum Beispiel an der A2 bei Hannover, der A7 bei Kassel oder der A3 bei Würzburg.
- Schleichender Druckverlust: Der Fahrer merkt es am Kontrolldisplay oder an einer Änderung im Fahrverhalten.
- Reifenschäden durch Fremdkörper: Steine, Metallteile, Splitt auf Rastplätzen.
- Felgenschäden nach Bordsteinkontakt oder Schlaglöchern.
- Wechsel auf dem Betriebshof: Saisonaler Radwechsel oder Austausch mehrerer Räder in einem Fuhrpark.
- Notfälle an Autohöfen und Raststätten: Dort steht oft nur eine Werkstatt ohne Zugriff auf LKW-Reifen zur Verfügung.
- Defekte an Aufliegern: Auch Lenk- und Liftachsen sowie Zwillingsreifen am Anhänger gehören dazu.
Dabei decken wir das gesamte Bundesgebiet ab. Das gilt auch für Orte, an denen keine klassische Werkstatt in der Nähe ist. Unser mobiler LKW-Service hat dafür Kolonnen entlang der wichtigsten Achsen: A9, A3, A7, A2, A5 und A8.
Vorbeugen: Was Fahrer und Fuhrparkleiter tun können
Nicht jede Panne lässt sich verhindern, aber viele sind vermeidbar. Dabei hilft ein kleiner Katalog von Gewohnheiten, die wenig Zeit kosten.
- Reifendruck wöchentlich prüfen. Mit einem geeichten Manometer und bei kalten Reifen, nicht direkt nach der Fahrt. Abweichungen von mehr als 0,5 bar sollten sofort korrigiert werden.
- Profiltiefe messen. Gesetzlich verlangt sind laut § 36 StVZO mindestens 1,6 Millimeter, viele Fuhrparks tauschen die Lenkachse schon bei 3 Millimetern.
- Zwillingsreifen vergleichen. Beide Reifen eines Zwillings sollten gleichen Druck und ähnliche Abnutzung haben.
- Seitenwände und Laufflächen ansehen. Schnitte, Beulen und eingefahrene Steine gehören ins Wartungsprotokoll.
- Radmuttern nachziehen. Nach jedem Radwechsel, nach 50 bis 100 Kilometern, mit dem Drehmomentschlüssel.
- Ventile und Kappen kontrollieren. Ein defekter Ventileinsatz ist eine unterschätzte Ursache für schleichenden Druckverlust.
- Ersatzrad oder Notfallplan haben. Zumindest die Telefonnummer des Notdienstes, die Reifengröße und die Achskonfiguration sollten im Fahrerhaus griffbereit liegen.
Kurze Checkliste, die jeder Fahrer im Handschuhfach haben sollte: Standort, Fahrtrichtung, Achse, Reifengröße, Rufnummer. Mit diesen fünf Angaben beginnen wir die Disposition in unter einer Minute.
Noch ausführlicher beschreibt unsere Sofort-Checkliste bei Reifenpanne auf der Autobahn, was Fahrer in den ersten Minuten tun sollten.
Reifen für Fuhrparks: Größen, Marken und Wartung
Im Fernverkehr dominieren drei Größen: 315/80 R22.5 für Antriebs- und Lenkachsen vieler Zugmaschinen, 385/65 R22.5 für Auflieger und 245/70 R19.5 für Verteiler- und Mittelklasse-LKW. Die Kennzeichnung nach ETRTO legt Breite, Querschnitt, Felgendurchmesser und Tragfähigkeit fest. Fahrzeuge wie die hier beteiligte MAN-Zugmaschine rollen häufig auf 315/70 R22.5, wenn der Hersteller eine niedrigere Bauhöhe vorsieht.
Für die Antriebsachse empfehlen Reifenhersteller Profile mit hohem Blockanteil und kräftigem Aufbau, damit Traktion und Laufleistung stimmen. Bei der Wahl der Marke entscheiden Einsatzprofil und Budget. Premium-Hersteller wie Michelin setzen auf lange Laufleistung und runderneuerbare Karkassen, Continental, Goodyear und Bridgestone bieten ebenfalls bewährte Reihen für Fernverkehr, Verteiler und Baustelle. Auf der anderen Seite stehen preiswerte Importreifen, die im Kurzstreckeneinsatz funktionieren, im Fernverkehr aber häufiger zu Ausfällen führen.
Ein paar Begriffe, die in Gesprächen mit der Werkstatt immer wieder auftauchen:
Karkasse ist das tragende Gerüst des Reifens aus Stahlgewebe und Gummi. Sie entscheidet, ob ein Reifen später runderneuert werden kann.
Wulst ist der Reifenrand, der auf der Felge sitzt. Er muss beim Aufpumpen luftdicht in die Felgenhörner rutschen.
Antriebsachse ist die Achse, die das Drehmoment des Motors auf die Straße bringt. Hier sind Reifenschäden besonders kritisch, weil Zugkraft und Last zusammenkommen.
Zwillingsbereifung bedeutet zwei Reifen nebeneinander auf einer Nabe. Beide sollten den gleichen Durchmesser und Druck haben, sonst ist einer ständig überlastet.
Fuhrparks mit Fahrzeugen von MAN, Mercedes-Benz, Scania, Volvo, DAF oder Iveco profitieren von einem festen Wartungsplan: Druck- und Profilkontrolle alle 14 Tage, Sichtprüfung bei jedem Halt, Achsvermessung einmal im Jahr. Wie ein planmäßiger Kontrolltag im Fuhrpark aussieht, ist in der Praxis meist in einem halben Arbeitstag erledigt. Für Auflieger bietet beispielsweise Cargobull technische Informationen zu Achsen und Bereifung. Der Hersteller der Zugmaschine, MAN, nennt in der Bedienungsanleitung die zugelassenen Reifengrößen und Drücke.
Warum Fahrer und Speditionen auf LKWHelp24 setzen
Wir arbeiten seit Jahren nach einem einfachen Prinzip: Wer uns anruft, soll nach einer Minute wissen, was passiert und was es kostet. Mehr braucht ein Fahrer nicht, wenn er auf dem Rastplatz steht und die Zeit läuft.
- Rund um die Uhr erreichbar. Auch nachts, am Wochenende und an Feiertagen, bundesweit.
- Geprüftes Partnernetz. Unsere Kolonnen sind erfahren, werden regelmäßig überprüft und kommen mit Montiermaschine, Drehmomentschlüssel und geeigneten Reifen.
- Klare Preise. Anfahrt, Arbeit und Material werden vor dem Einsatz genannt. Alle Beträge netto, damit Speditionen sie gleich verbuchen können.
- Mehrsprachige Disposition. Deutsch, Englisch, Polnisch und Russisch. Das spart Missverständnisse bei Fahrern aus dem Ausland.
- Ein Ansprechpartner für alles. Reifen, Abschleppen, Reparatur vor Ort: ein Anruf genügt, wir koordinieren weiter.
- Dokumentation. Nach dem Einsatz erhält der Halter Rechnung und Einsatzbericht.
Wer lieber vorab Kontakt aufnimmt, findet alle Wege auf unserer Kontaktseite. Die Nummer für den Notfall steht unten.
Häufige Fragen zum LKW-Reifenservice
Was kostet ein LKW-Reifenwechsel auf der Autobahn?
Rechnen Sie bei einem Reifenwechsel an der Zugmaschine mit 750 bis 1.400 Euro netto. Im Beispiel A9 bei Bayreuth waren es 965 Euro netto: 240 Euro Anfahrt, 165 Euro Arbeit, 540 Euro Reifen und 20 Euro Entsorgung. Nachts und am Wochenende kommt ein Zuschlag von 25 bis 50 Prozent hinzu.
Wie lange dauert ein mobiler Reifenservice?
Vom Anruf bis zur Weiterfahrt vergehen meist 1,5 bis 3 Stunden. Beim Einsatz auf der A9 waren es 125 Minuten: 15 Minuten Disposition, 50 Minuten Anfahrt und 60 Minuten Arbeit. In der Nacht und bei Regen dauert es länger.
Darf ich mit einem Reifen mit Druckverlust weiterfahren?
Nein. Ein LKW-Reifen mit stark verringertem Druck kann innerhalb weniger Kilometer platzen. Außerdem verlangt § 36 StVZO verkehrssichere Reifen. Halten Sie an einer sicheren Stelle an, schalten Sie die Warnblinkanlage ein und rufen Sie den Reifennotdienst.
Welche Angaben braucht der Reifennotdienst am Telefon?
Wir brauchen den Standort (Autobahn, Fahrtrichtung, Parkplatz), die betroffene Achse, die Reifengröße von der Seitenwand und Ihre Rufnummer. Mit diesen Daten können wir innerhalb von 10 bis 20 Minuten das passende Team losschicken.
Wer zahlt den Reifenwechsel bei einer Panne?
Zunächst der Halter oder die Spedition. Manchmal übernimmt eine Vollkaskoversicherung oder eine Reifenversicherung Teile der Kosten, das hängt vom Vertrag ab. Wir stellen eine ordentliche Rechnung aus, die Sie an die Versicherung weiterreichen können.
Kommt der Reifenservice auch an Rastplätze und Autohöfe?
Ja. Wir fahren auf Parkplätze, Rastplätze, Autohöfe, Betriebshöfe und Baustellen. Wichtig ist ein ebener, fester Untergrund und genug Platz, um die Achse anzuheben. Wenn der Standort unsicher ist, bespricht der Disponent mit Ihnen eine Alternative.
Zusammenfassung: Die wichtigsten Zahlen
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Fahrzeug | MAN-Sattelzug mit tentiertem Cargobull-Auflieger |
| Schaden | Druckverlust an der Antriebsachse |
| Reifengröße | 315/70 R22.5 |
| Einsatzort | Parkplatz an der A9 bei Bayreuth, Richtung Nürnberg |
| Datum | 19.08.2026 |
| Reaktionszeit | 65 Minuten bis zur Ankunft |
| Arbeitszeit vor Ort | 60 Minuten |
| Gesamtzeit | 125 Minuten (2 Std. 5 Min.) |
| Betriebsdruck nach Montage | 8,5 bar |
| Kosten | 965 EUR netto zzgl. MwSt. |
| Folgeschäden | keine, Felge, Nabe und Ladung unversehrt |
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