Am 26. August 2026 platzte auf der A13 bei Lübbenau im Spreewald ein Reifen an einem Planenauflieger. Unser mobiler LKW Reifenservice brachte den Sattelzug nach 1 Stunde 55 Minuten (115 Minuten) zwischen Anruf und Abfahrt wieder auf die Strecke. Die Rechnung betrug 905 Euro netto, ein Folgeschaden an Felge oder Radnabe entstand nicht.

Ein Reifenplatzer am Anhänger gehört zu den Pannen, die Fahrer am meisten unterschätzen. Der Zug rollt scheinbar weiter, der Fahrer spürt vielleicht nur ein Zucken im Heck, und erst am Rückspiegel oder am Geräusch merkt er, dass der Reifen zerfällt. Fährt er dann noch einige Kilometer, wird aus einem Reifenschaden schnell ein Felgenschaden, ein Schaden an der Radnabe oder an Leitungen und Kabeln unter dem Auflieger.
In diesem Beitrag beschreiben wir den Einsatz so, wie er abgelaufen ist: Lage, Organisation, Ablauf der Reparatur, Zeitleiste und Kostenaufstellung. Wer als Fahrer oder Disponent selbst einmal vor einer solchen Situation steht, findet hier die Zahlen, die er für eine Entscheidung braucht. Und wer gerade einen Reifennotdienst sucht, kann direkt die Nummer +49 160 5753826 wählen, wir sind rund um die Uhr erreichbar.
Die Lage: Reifenplatzer am Planenauflieger auf der A13
Der Sattelzug bestand aus einer blauen Scania G410 mit einem Planenauflieger auf SAF-Achsen. Der Fahrer, ein erfahrener Fernfahrer mit polnischer Zulassung, war in Richtung Dresden und Cottbus unterwegs. Es war ein trockener Sommertag, bedeckt, aber hell, der Verkehr auf der zweispurigen Richtungsfahrbahn dicht, aber fließend.
Gegen 11 Uhr platzte der Reifen an einer Achse des Aufliegers. Der Fahrer merkte es an einem kurzen Schlag im Heck und am Flattern des Anhängers. Er schaltete sofort den Warnblinker ein, nahm den Fuß vom Gas, bremste den Zug sanft ab und steuerte den Standstreifen an. Genau so sollte man es machen: nicht in die Eisen steigen, Spur halten, ausrollen lassen.
Auf dem Standstreifen zeigte sich das Schadensbild. Die Lauffläche des Reifens war abgelöst, der Stahlgürtel hatte sich abgewickelt, und die Karkasse hing in Fetzen. Dazwischen steckten trockenes Gras und Stroh, die sich beim Weiterrollen im Reifenrest verfangen hatten. Der Reifen hatte einen Nenndruck von 800 kPa, also 8 bar, wie das Schild am Fahrzeug auswies. Die übrigen Räder des Aufliegers sahen unversehrt aus, die Zugmaschine war in Ordnung.
Kurzfassung für Eilige: Reifenplatzer am Auflieger, A13 bei Lübbenau, Anruf 11:10 Uhr, Abfahrt 13:05 Uhr. Gesamtdauer 115 Minuten, davon 55 Minuten Anfahrt. Gesamtkosten 905 Euro netto. Kein Folgeschaden an Felge und Radnabe.
Wie wir die Hilfe organisiert haben
Der Anruf ging um 11:10 Uhr in unserer Disposition ein. Der Fahrer sprach Polnisch, unsere Disponenten wechselten ohne Umweg in seine Sprache. Das spart in so einer Situation Minuten, in denen sonst Missverständnisse entstehen. Wir brauchten vier Angaben, und die hatten wir nach wenigen Sätzen:
- Standort: A13 bei Lübbenau, Richtung Dresden, Standstreifen.
- Fahrzeug: Sattelzug mit Planenauflieger, der Schaden sitzt am Auflieger, nicht an der Zugmaschine.
- Reifengröße und Achse: 22,5 Zoll, vermutlich 295/80 R22.5, Achse am hinteren Aufliegerbereich.
- Zustand des Rades: Reifen zerstört, Felge äußerlich unbeschädigt.
Wichtig war die Frage nach der Größe. Bei einem LKW Reifen der Dimension 22.5 gibt es viele Varianten, und die Bereifung am Auflieger muss zur restlichen Achse passen. Der Fahrer las die Größe an der Seitenwand des zweiten Reifens derselben Achse ab und schickte ein Foto. So wussten wir, welches Ersatzrad die Bereifung benötigte.
In den folgenden 15 Minuten suchten wir in unserem Netz die passende Mannschaft, klärten Verfügbarkeit und Anfahrtsweg und stimmten den Preis ab. Unser Servicepartner in der Region hatte einen mobilen Werkstattwagen mit Kompressor, Hebezeug und dem passenden Ersatzrad auf Felge bereits in der Nähe. Der Fahrer bekam den Festpreis noch am Telefon genannt und bestätigte. Um 11:25 Uhr war die Mannschaft unterwegs.
Das ist der Kern eines guten Reifenservice vor Ort: Nicht der Techniker allein entscheidet über die Dauer, sondern die Vorarbeit im Hintergrund. Je genauer Größe, Achse und Standort bekannt sind, desto weniger Rückfragen auf der Strecke und desto weniger Zeit verfällt, bevor das richtige Material am Fahrzeug ist.
Warum ein Reifenplatzer am Auflieger nicht warten kann
Ein geplatzter Reifen am Auflieger ist ein akutes Sicherheitsproblem und sollte sofort versorgt werden. Wer weiterfährt, riskiert mehr als nur den Reifenrest.
Erstens die Achslast. Bei Zwillingsbereifung trägt der zweite Reifen die Last des ausgefallenen mit. Er ist dafür nicht ausgelegt, erhitzt sich schnell und kann ebenfalls versagen. Zweitens die Felge: Rollt das Rad auf blankem Stahl, verformt sich das Horn der Felge, und die Felge kann reißen. Drittens die Radnabe und die Bremse. Zerfetzte Karkasse und herumschlagender Stahlgürtel beschädigen Bremsleitungen, Luftfedern, Kabel und den Kotflügel. Dazu kommt die Gefahr für den Verkehr: Gürtelteile auf der Fahrbahn sind für Motorradfahrer und Pkw ein ernstes Risiko.
Auch rechtlich ist die Lage klar. Reifen müssen nach § 36 StVZO verkehrssicher sein, ein zerstörter Reifen erfüllt das nicht. Der Zug darf so nicht weiter am Verkehr teilnehmen.
Dazu kommt der Faktor Zeit. Auf dem Standstreifen einer zweispurigen Autobahn ist jede Minute gefährlich, denn die Fahrzeuge fahren in wenigen Metern Abstand vorbei. Der Fahrer sollte in dieser Zeit hinter der Leitplanke warten, nicht neben dem Fahrzeug stehen. Genau das tat er auch, nachdem er das Warndreieck aufgestellt hatte.
Welchen Druck hat ein LKW-Reifen?
Ein LKW-Reifen der Größe 22.5 Zoll läuft im Auflieger meist mit 8,0 bis 9,5 bar, abhängig von Last und Herstellerangabe. Im Fall dieses Aufliegers lag der Nenndruck bei 8 bar (800 kPa). Zum Vergleich: Ein Pkw-Reifen fährt mit etwa 2,2 bis 2,8 bar. Diese Energie in einem platzenden Reifen erklärt, warum ein Reifenschaden am LKW so heftig ausfällt und warum die Montage nur mit richtigem Werkzeug und Schutzabstand erfolgen darf. Mehr zum richtigen Wert und zur Messung lesen Sie in unserem Ratgeber zum Reifendruck beim LKW.
Die Reparatur in fünf Schritten
Nach 55 Minuten Anfahrt war die Mannschaft um 12:20 Uhr an der Stelle. Der Ablauf folgte dem festen Schema, das wir bei jedem Reifenwechsel vor Ort einhalten.
Schritt 1: Sichtprüfung und Größenbestimmung (12:20 bis 12:31 Uhr)
Der Techniker prüfte zuerst, ob Felge, Radnabe, Bremstrommel und die Nachbarreifen unbeschädigt sind. Er schaute nach Rissen am Felgenhorn, nach Verformungen am Radlochkranz und nach austretendem Fett an der Nabe. Dann bestimmte er die Reifengröße an der Seitenwand der Nachbarreifen und glich sie mit dem Ersatzrad ab. Diese Prüfung dauerte 11 Minuten. Sie ist der Moment, in dem sich entscheidet, ob es bei einem Reifenwechsel bleibt oder ob eine neue Felge nötig wird. Hier war alles heil.
Schritt 2: Absicherung der Einsatzstelle
Der Techniker stellte Warndreieck und Leuchten in ausreichendem Abstand auf und parkte den Servicewagen so, dass er den Arbeitsbereich vom fließenden Verkehr abschirmt. Beide trugen Warnwesten. Die Absicherung gehört zu den Dingen, die man nicht abkürzt, auch wenn der Zeitdruck groß ist.
Schritt 3: Rad abbauen
Der Techniker setzte den Wagenheber an der Achse an, hob den Auflieger an, bis das Rad frei war, und löste die zehn Radmuttern. Anschließend zog er das beschädigte Rad ab. Das Rad ist im Fall eines Platzers in der Regel nicht zu retten, denn Gürtel und Karkasse sind zerstört. Eine Reifenreparatur kommt nicht infrage. Wann sich eine Reparatur noch lohnt, erklärt unser Beitrag LKW Reifen reparieren.
Schritt 4: Ersatzrad montieren
Das Ersatzrad war ein schlauchloser Sailun Regional in 295/80 R22.5 auf einer Stahlfelge mit zehn Bolzen, bereits fertig montiert. Der Techniker setzte das Rad auf die Nabe, zog die Muttern zunächst von Hand an und dann in Sternfolge über Kreuz mit dem Drehmomentschlüssel. Das ist wichtig, damit das Rad gleichmäßig anliegt. Die genauen Werte je Radbolzen stehen in unserer Übersicht zu den Anzugsdrehmomenten am LKW-Rad. Der Wechsel dauerte 19 Minuten.
Schritt 5: Befüllen, Prüfen und Nachziehen (12:50 bis 13:05 Uhr)
Das Ersatzrad bekam seinen Druck mit dem Kompressor, der Techniker kontrollierte ihn mit einem digitalen Reifenfüllmesser. Der Wert musste dem Nenndruck des Aufliegers entsprechen, hier 8 bar. Danach prüfte er das Ventil auf Dichtigkeit. Nach der Fahrt mit dem ersten Kilometer sollten Radmuttern erneut nachgezogen werden, deshalb zog er sie vor der Freigabe noch einmal mit dem Drehmoment nach. Die Reste des zerstörten Reifens kamen in den Servicewagen und wurden fachgerecht entsorgt. Um 13:05 Uhr übergab er den Zug an den Fahrer.
Zeitleiste: 115 Minuten vom Anruf bis zur Abfahrt
| Zeit | Phase | Maßnahme |
|---|---|---|
| 11:10 | Anruf | Fahrer meldet: Reifen am Auflieger geplatzt, Zug steht auf dem Standstreifen der Autobahn |
| 11:10 bis 11:25 | Disposition | Klärung von Größe und Achse, Auswahl der Mannschaft im Partnernetz, Preisabstimmung (15 Min.) |
| 11:25 bis 12:20 | Anfahrt | Mannschaft ist zur Einsatzstelle unterwegs (55 Min.) |
| 12:20 bis 12:31 | Sichtprüfung und Absicherung | Warndreieck, Prüfung von Felge, Radnabe und Nachbarreifen, Größenbestimmung (11 Min.) |
| 12:31 bis 12:50 | Radwechsel | Achse anheben, beschädigtes Rad abbauen, Sailun-Ersatzrad montieren, Muttern in Sternfolge anziehen (19 Min.) |
| 12:50 bis 12:57 | Befüllen und Kontrolle | Druck mit digitalem Reifenfüllmesser auf Betriebsdruck bringen, Ventil prüfen (7 Min.) |
| 12:57 bis 13:05 | Abschluss | Drehmoment nachziehen, Reifenreste entsorgen, Übergabe an den Fahrer (8 Min.) |
Gesamtdauer: 115 Minuten (1 Std. 55 Min.) zwischen Anruf und Abfahrt. Davon entfielen 55 Minuten auf die Anfahrt. Die eigentliche Arbeit am Fahrzeug war nach 45 Minuten erledigt.
Man sieht an dieser Tabelle, wo bei einer Reifenpanne auf der Autobahn die Zeit liegt: Ein knappes Drittel in der Disposition und Anfahrt, den größten Teil davon auf der Straße. Je dichter das Netz, desto kürzer diese Phase. Bei Regen, Nacht oder Stau auf der Anfahrtsstrecke verlängert sie sich entsprechend, das sagen wir Kunden auch ehrlich am Telefon.

Was kostet ein LKW-Reifenwechsel auf der Autobahn?
Der Reifenwechsel an diesem Einsatz kostete 905 Euro netto. Die Aufstellung im Einzelnen:
| Position | Preis (EUR) |
|---|---|
| Anfahrt (A13 Lübbenau) | 240 |
| Arbeitszeit 1,5 Std. à 110 EUR (Wechsel, Befüllen, Kontrolle) | 165 |
| Reifen 295/80 R22.5 (Sailun Regional, 1 Stück, komplett auf Felge) | 480 |
| Entsorgung der Altreifenreste | 20 |
| Summe | 905 |
Alle Beträge verstehen sich zuzüglich Mehrwertsteuer. Der Preis wurde vor Beginn der Arbeiten am Telefon genannt und bestätigt, es gab keine Nachforderung.
Wovon der Preis abhängt
Die Kosten für einen Reifenpannenservice am LKW setzen sich aus wenigen Faktoren zusammen. Die Anfahrt hängt von der Entfernung zur nächsten verfügbaren Mannschaft und der Uhrzeit ab. Nachts und am Wochenende kommen je nach Einsatz Zuschläge von 25 bis 50 Prozent hinzu. Die Arbeitszeit richtet sich nach Aufwand, hier 1,5 Stunden. Der größte Block ist der Reifen selbst: Eine Dimension wie 295/80 R22.5 kostet je nach Marke und Qualität einen mittleren dreistelligen Betrag, bei Premiumfabrikaten wie Michelin, Continental, Goodyear oder Bridgestone eher mehr. Wer Wert auf eine bestimmte Marke legt, nennt das beim Anruf, damit wir die Verfügbarkeit prüfen. Mehr zur Preislogik finden Sie in unserem Beitrag zu den Kosten für den Reifenwechsel beim LKW.
Vergleich mit dem Stillstand
Ein stehender Sattelzug kostet nach unserer Erfahrung 800 bis 1.200 Euro pro Tag, wenn man Fahrer, Fahrzeugkosten, verpasste Lieferfenster und Strafen zusammenzählt. Das heißt: Der Einsatz für 905 Euro netto kostete etwa so viel wie ein Tag Stillstand, brachte den Zug aber nach weniger als zwei Stunden zurück auf die Strecke. Hätte der Fahrer den Abschleppwagen gerufen und das Fahrzeug zur nächsten Werkstatt ziehen lassen, wäre ein Vielfaches an Zeit und Geld zusammengekommen. Eine Abschleppung für einen Zug dieser Größe liegt bei 850 bis 1.600 Euro, dazu käme die Reparatur und die Wartezeit in der Werkstatt. Wann das nötig ist, beschreiben wir auf unserer Seite zum Abschleppdienst für LKW.
Warum Selbsthilfe bei einem LKW-Reifenschaden gefährlich ist
Manche Fahrer versuchen es zunächst selbst, vor allem, wenn sie ein Ersatzrad dabeihaben. Das ist bei einem 22.5-Zoll-Rad aus mehreren Gründen keine gute Idee.
- Das Gewicht: Ein komplettes Rad wiegt je nach Ausführung 70 bis 90 Kilogramm. Ohne Radheber und Hilfsmittel ist das Heben auf dem Standstreifen gefährlich für den Rücken.
- Der Wagenheber: Ein einfacher Bordwagenheber trägt einen beladenen Auflieger nicht. Rutscht er ab, kann das Fahrzeug auf den Fahrer fallen.
- Das Drehmoment: Radmuttern am LKW sitzen mit hohen Werten, die mit Handwerkzeug kaum erreicht werden. Zu lose Muttern können sich während der Fahrt lösen und das Rad verlieren.
- Der Druck: Wer ohne Kompressor und Manometer fährt, bekommt keinen sicheren Betriebsdruck. Zu wenig Druck führt zur Überhitzung des Reifens, zu viel zur Überlastung der Karkasse.
- Die Absicherung: Auf einer vollen Autobahn braucht es mehr als ein Warndreieck, nämlich Leuchten, Abstand und im Zweifel einen Servicewagen als Barriere.
- Die Arbeitszeiten: Zeit, die der Fahrer mit körperlicher Arbeit am Straßenrand verbringt, kann nicht als Pause gelten. Das kostet Lenkzeit.
Ein Reifennotdienst mit dem richtigen Gerät erledigt dieselbe Arbeit sicherer und meist schneller, als es ein Fahrer allein schaffen könnte.
Wann wir noch ausrücken: typische Einsätze in ganz Deutschland
Unser mobiler Reifendienst für LKW fährt nicht nur Reifenplatzer. Typische Einsätze auf deutschen Autobahnen und Landstraßen sind:
- Reifenpanne am Auflieger oder an der Zugmaschine, auch an Lenk- und Antriebsachse
- Plötzlicher Luftverlust durch Nägel, Schrauben oder Splitt im Profil
- Beschädigte Ventile oder defekte Ventilkappen, die langsam Druck verlieren
- Felgenschaden nach Bordsteinkontakt oder Schlagloch
- Reifenschaden bei Transportern und Bussen mit Fahrgästen
- Überhitzung durch zu geringen Druck bei Zwillingsbereifung
- Notfall-Radwechsel im Zuge einer größeren Panne
- Reifenpanne in der Nähe von Raststätten und Autohöfen, wo der Zug nicht fahrbereit ist
Bei allen diesen Fällen gilt dieselbe Faustregel: Je früher der Anruf, desto geringer der Folgeschaden. Wer bei einem schleichenden Druckverlust anhält, spart oft die Felge. Wer auf dem nächsten Parkplatz anruft, statt auf den Standstreifen auszuweichen, auch seine Nerven. Einen Einsatz der gleichen Art auf der A19 haben wir hier beschrieben: Scania-Sattelzug nach Reifenplatzer bei Malchin (siehe unten bei den ähnlichen Beiträgen).
So beugen Fahrer und Fuhrparks Reifenpannen vor
Nicht jeder Platzer lässt sich vermeiden. Aber die meisten haben eine Vorgeschichte, die man vor der Fahrt hätte sehen können. Aus unseren Einsätzen ergeben sich diese Punkte:
- Reifendruck regelmäßig prüfen. Mindestens einmal pro Woche und vor jeder Fernfahrt, kalt gemessen. Zu niedriger Druck ist die häufigste Ursache für Überhitzung und Platzer.
- Profiltiefe und Seitenwände ansehen. Das gesetzliche Minimum nennt § 36 StVZO. Wer Risse, Beulen oder freiliegende Gewebeteile sieht, tauscht den Reifen, bevor er platzt.
- Zwillingsreifen auf Druckgleichheit prüfen. Unterschiede von mehr als 0,5 bar belasten beide Reifen ungleich.
- Fremdkörper entfernen. Steine zwischen den Profilblöcken, Nägel und Schrauben bei jeder Abfahrtskontrolle suchen.
- Ventile und Kappen kontrollieren. Ein 12-Euro-Teil kann einen ganzen Zug lahmlegen.
- Reifen nicht über Alter und Belastung hinaus fahren. Reifen altern auch ohne Kilometer. Spätestens nach einigen Jahren sollte ein Fachmann sie prüfen.
- Notfallplan im Fuhrpark. Eine Telefonnummer im Fahrerhaus, Reifengrößen je Fahrzeug im Fahrzeugordner, und die Frage, wer bei einer Panne entscheiden darf.
Wer die Größe seiner Reifen nicht auf Anhieb nennen kann, findet die Angaben auf der Seitenwand. Den Aufbau der Dimensionsangabe erklärt auch die Weltorganisation der Reifenhersteller auf etrto.org. Für Fuhrparks lohnt sich außerdem ein fester Kontrollrhythmus, ähnlich wie bei der Abfahrtskontrolle. Das kostet wenige Minuten pro Fahrzeug und spart den Einsatz auf dem Standstreifen.
Reifen im Fuhrpark: Marken, Dimensionen und Wartung
Im Fernverkehr dominieren in Deutschland wenige Dimensionen. Am Auflieger fährt man meist 385/65 R22.5, an der Antriebsachse der Zugmaschine häufig 315/80 R22.5, im Verteilerverkehr 245/70 R19.5, bei Transportern 235/65 R16C. Im Einsatz auf der A13 war es 295/80 R22.5, eine Größe, die bei Planenaufliegern und Kippern vorkommt.
Bei den Marken gibt es drei Gruppen. Premiumhersteller wie Continental, Michelin, Goodyear und Bridgestone bieten Reifen mit hoher Laufleistung und gut kalkulierbarem Verhalten, sind aber teurer in der Anschaffung. Mittelklassemarken wie Hankook oder Pirelli sind im Fuhrpark oft die preislich ausgewogene Wahl. Budgetmarken wie Sailun liegen preislich darunter und sind vor allem als Ersatz am Auflieger beliebt. Welche Wahl sinnvoll ist, hängt vom Einsatz ab: Wer viel Kilometer macht, rechnet pro Kilometer, nicht pro Reifen. Wer selten fährt, achtet eher auf die Verfügbarkeit.
Zur Wartung gehören Wuchten, Spur- und Achsvermessung sowie regelmäßiges Umsetzen der Reifen zwischen den Achsen. Ungleichmäßiger Verschleiß ist häufig ein Hinweis auf Fehler an der Achse, nicht am Reifen. Auch die Runderneuerung, etwa nach dem Bandag-Verfahren, senkt die Kosten pro Kilometer deutlich, solange die Karkasse intakt ist. Eine Karkasse, die einmal geplatzt ist, taugt dafür nicht mehr.
Für die Auswahl am Fahrzeug ist der Last- und Geschwindigkeitsindex wichtig. Wer ihn nicht kennt, kann ihn auf der Seitenwand ablesen und in unserem Beitrag zur Beschriftung von LKW-Reifen nachschlagen.
Wie lange dauert ein mobiler Reifenwechsel?
Ein mobiler Reifenwechsel an einem LKW dauert vor Ort meist 45 bis 90 Minuten, in diesem Fall 45 Minuten Arbeitszeit. Hinzu kommen die Disposition und die Anfahrt, sodass von Anruf bis Abfahrt typischerweise 1,5 bis 3 Stunden vergehen. Nachts und bei schlechtem Wetter dauert es länger.

Häufige Fragen zum LKW Reifenservice
Wie schnell ist ein Reifennotdienst auf der Autobahn vor Ort?
Auf Autobahnen erreicht der Notdienst den Fahrer in der Regel nach 35 bis 70 Minuten. In diesem Einsatz waren es 55 Minuten Anfahrt. Die Zeit hängt vom Standort, der Tageszeit und dem Verkehr ab, nachts ist sie meist länger.
Was kostet ein LKW-Reifenwechsel unterwegs?
Ein typischer Einsatz mit einem Reifen kostet zwischen 750 und 1.400 Euro netto. Der Einsatz auf der A13 kostete 905 Euro netto, inklusive Anfahrt, Arbeitszeit, Reifen auf Felge und Entsorgung. Nachts und am Wochenende kann ein Zuschlag dazukommen.
Wer zahlt den Reifenservice vor Ort?
In der Regel zahlt der Halter oder die Spedition. Manche Flottenversicherungen und Schutzbriefe übernehmen Teile der Kosten. Wir stellen Ihnen eine Rechnung aus, die Sie bei Ihrer Versicherung einreichen können, und nennen den Preis vorab.
Kann ich mit einem geplatzten Reifen am Auflieger weiterfahren?
Nein, ein zerstörter Reifen ist nicht verkehrssicher. Weiterfahren kann die Felge, die Radnabe und Leitungen beschädigen und gefährdet andere Verkehrsteilnehmer. Der Zug bleibt stehen, bis der Reifen ersetzt ist.
Muss der Reifen immer ganz getauscht werden?
Bei einem Platzer mit zerstörter Karkasse ja. Bei einem kleinen Loch im Laufstreifen ist eine Reparatur manchmal möglich, wenn der Schaden nicht in der Schulter liegt und der Reifen nicht lange mit zu wenig Druck gefahren wurde. Der Techniker beurteilt das vor Ort.
Bieten Sie den Reifenservice auch nachts an?
Ja, unsere Disposition ist 24 Stunden täglich besetzt, auch an Wochenenden und Feiertagen. Für Nachteinsätze gelten Zuschläge, die wir vor dem Einsatz am Telefon nennen.
Warum Fahrer und Disponenten uns anrufen
Wir sind kein Callcenter, das nur Aufträge weiterreicht, sondern eine Disposition mit festen Partnern in ganz Deutschland. Das ergibt vier Dinge, auf die sich unsere Kunden verlassen:
- Erreichbarkeit rund um die Uhr: Unter +49 160 5753826 erreichen Sie uns an jedem Tag des Jahres.
- Sprachen: Unsere Disposition spricht Deutsch, Englisch, Polnisch und Russisch. Das ist bei internationalen Fahrern oft entscheidend.
- Festpreis vor Arbeitsbeginn: Sie wissen vorher, was der Einsatz kostet. Nachforderungen gibt es nicht.
- Geprüfte Partner: Unsere Mannschaften haben Ersatzräder in gängigen Größen im Wagen und arbeiten mit Drehmomentschlüssel und digitalem Messgerät.
Mehr über unser Angebot lesen Sie auf der Seite zum mobilen Reifenservice für LKW und zum mobilen Service für Nutzfahrzeuge. Wenn die Reparatur auf der Straße nicht reicht, übernimmt eine Partnerwerkstatt, siehe LKW-Werkstatt.
Zusammenfassung des Einsatzes
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Fahrzeug | Scania G410 mit Planenauflieger auf SAF-Achsen |
| Schaden | Reifenplatzer am Auflieger, Lauffläche und Stahlgürtel zerstört |
| Ort | A13 bei Lübbenau (Spreewald), Richtung Dresden |
| Reifen | 295/80 R22.5, Nenndruck 8 bar |
| Anruf | 11:10 Uhr |
| Anfahrt | 55 Minuten |
| Abfahrt | 13:05 Uhr |
| Gesamtdauer | 115 Minuten (1 Std. 55 Min.) |
| Kosten | 905 Euro netto |
| Folgeschaden | keiner, Felge und Radnabe heil |
Reifenpanne? Rufen Sie uns an
Ob Reifenplatzer, Luftverlust oder Felgenschaden: Je früher Sie anrufen, desto kleiner der Schaden und desto kürzer der Stillstand. Nennen Sie uns Standort, Fahrzeug und Reifengröße, den Rest klären wir.
+49 160 5753826 · www.lkwhelp24.com · Kontakt: Kontaktseite
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