TL;DR: Am 14. Juli geriet ein Reisebus auf der A3 bei Montabaur (Westerwald, Richtung Köln) im Motorraum in Brand. Die Feuerwehr löschte, alle Fahrgäste wurden unverletzt in Sicherheit gebracht, ein Ersatzbus wurde organisiert. Nach Freigabe durch die Einsatzkräfte übernahm unser Bergungsteam die Fahrzeugbergung. Vom Notruf bis zum Abtransport vergingen 5 Stunden. Kosten der Bergung: 1.760 € netto.
Ein brennender Reisebus auf der Autobahn ist ein anderes Einsatzbild als ein havarierter Lkw. Es sitzen Menschen im Fahrzeug, oft 30 bis 50, viele ohne Ortskenntnis, manche mit Gepäck im Unterflurraum, das sie noch retten wollen. Genau deshalb läuft bei einem Busbrand alles in einer festen Reihenfolge ab: erst die Menschen, dann das Feuer, erst danach die Technik.
Der Fall bei Montabaur zeigt diesen Ablauf exemplarisch. Der Fahrer bemerkte Rauch aus dem Heckbereich, hielt sofort auf dem Standstreifen und leitete die Evakuierung ein, bevor die Flammen sichtbar wurden. Die Feuerwehr war innerhalb von 32 Minuten vor Ort und hatte den Brand binnen 43 Minuten unter Kontrolle. Erst nach vollständiger Freigabe der Einsatzstelle begann die eigentliche Bergung des ausgebrannten Fahrzeugs – eine Aufgabe, die sich technisch deutlich von der Lkw-Bergung unterscheidet.

Was ist auf der A3 bei Montabaur passiert?
Am 14. Juli bemerkte der Fahrer eines Reisebusses auf der A3 in Höhe Montabaur, Fahrtrichtung Köln, Rauchentwicklung aus dem Motorraum im Heck des Fahrzeugs. Er reagierte sofort: Fahrzeug auf den Standstreifen, Warnblinker, Fahrgäste nach vorne und über die Tür hinter die Leitplanke evakuiert.
Der Brand entwickelte sich schnell zu einem dichten Rauch- und später Flammenherd im Motorraum. Die alarmierte Feuerwehr rückte mit mehreren Fahrzeugen an und löschte mit Schaum, da brennendes Motoröl und Kunststoffteile mit Wasser allein kaum zu beherrschen sind. Die Fahrbahn wurde in Fahrtrichtung Köln zeitweise komplett gesperrt, der Verkehr über den Seitenstreifen bzw. eine Rettungsgasse vorbeigeleitet.
Alle Fahrgäste blieben unverletzt und wurden nach der Evakuierung in einem sicheren Bereich betreut, bis ein Ersatzbus die Weiterfahrt übernahm. Der ausgebrannte Reisebus selbst konnte nicht mehr aus eigener Kraft bewegt werden und musste geborgen und abtransportiert werden.
Warum unterscheidet sich die Busbergung von der Lkw-Bergung?
Ein Reisebus braucht eine andere Bergetechnik als ein Sattelzug, weil Geometrie, Gewichtsverteilung und Anhängepunkte grundlegend anders sind. Ein Lkw-Bergefahrzeug ist auf Zugmaschine und Auflieger ausgelegt, ein Bus dagegen ist ein einteiliges, langes Fahrzeug mit großem Heck-Überhang und sehr niedriger Bodenfreiheit.
Drei Punkte sind bei der Bus-Bergung besonders kritisch:
- Der Heck-Überhang. Bei vielen Reisebussen liegt der Motor im Heck, weit hinter der letzten Achse. Beim Anheben oder Ziehen entsteht dort ein Hebelarm, der die Karosserie verziehen kann, wenn die Ansatzpunkte falsch gewählt sind.
- Niedriger Bodenfreiheit und Unterflur-Stauräume. Gepäckklappen, Kühleraggregate und Leitungen liegen oft nur wenige Zentimeter über der Fahrbahn. Ein normaler Kran- oder Radgreifer-Aufbau, wie er für Lkw genutzt wird, würde diese Bauteile beschädigen.
- Panoramascheiben und Verglasung. Reisebusse haben große, gebogene Frontscheiben und seitliche Fensterbänder. Falsch angesetzte Gurte oder ein zu steiler Ladewinkel können hier zu Rissen führen, die bei einem Lkw-Aufbau schlicht nicht vorkommen.
Aus diesen Gründen kommt bei einer Busbergung immer ein Spezialfahrzeug mit passender Aufnahme und angepassten Anschlagpunkten zum Einsatz, kein Standard-Abschleppwagen.
Was passiert zuerst: Menschen oder Fahrzeug?
Bei jedem Reisebus-Notfall gilt zuerst die Personensicherheit, das Fahrzeug wartet. Erst wenn alle Fahrgäste hinter der Leitplanke oder in einem gesicherten Bereich sind, beginnt überhaupt die technische Bearbeitung des Vorfalls.
Der übliche Ablauf: Der Fahrer leitet die Räumung ein, meist über die Fronttür, im Notfall über die Nottüren im Heck oder Dach. Die Gruppe wird hinter der Schutzplanke gesammelt, weg von der Fahrbahn und außerhalb der Gefahrenzone des brennenden Fahrzeugs. Danach folgt eine Zählung der Köpfe, um sicherzustellen, dass niemand zurückgeblieben ist – gerade bei internationalen Reisegruppen mit Sprachbarrieren ein kritischer Schritt.
Parallel dazu organisiert der Reiseveranstalter oder die Busgesellschaft in der Regel einen Ersatzbus. Das ist ein eigener logistischer Vorgang, unabhängig von der Fahrzeugbergung: Ein neues Fahrzeug muss disponiert, das Gepäck umgeladen und die Reise fortgesetzt werden. Unser Bergungsteam kommt erst danach ins Spiel und ausschließlich für das havarierte Fahrzeug.
Wer organisiert den Ersatzbus für die Reisegruppe?
Die Organisation eines Ersatzbusses ist Aufgabe des Reiseveranstalters oder der Busgesellschaft, nicht der Bergungsfirma. Sie ist eine eigenständige logistische Herausforderung, getrennt von der technischen Bergung des Fahrzeugs.
Für eine Gruppe von 40 bis 50 Personen reicht es nicht, irgendein Fahrzeug zu schicken. Es braucht einen Bus mit passender Kapazität, oft aus einer anderen Region, was mehrere Stunden Anfahrt bedeuten kann. In der Zwischenzeit müssen Fahrgäste versorgt werden, insbesondere bei Reisegruppen mit älteren Personen oder Kindern.
Die Kosten für den Ersatzbus trägt in aller Regel der Reiseveranstalter oder dessen Versicherung, abhängig von den vertraglichen Bedingungen der jeweiligen Buchung. Das ist ein separates Kapitel von der Fahrzeugbergung, die wiederum meist über die Kfz-Versicherung oder Kaskoversicherung des Busunternehmens abgerechnet wird. Beide Prozesse laufen parallel, aber unabhängig voneinander.

Was sind typische Ursachen für einen Motorbrand am Reisebus?
Die häufigsten Ursachen für einen Motorraumbrand am Bus sind Öl- oder Kraftstoffleckagen auf heißen Bauteilen, ein Turboladerschaden, Kurzschlüsse in der Bordelektrik und Schmutzansammlungen im Motorraum. Alle vier Faktoren haben eines gemeinsam: Sie entstehen meist schleichend und werden erst bei sichtbarem Rauch bemerkt.
Eine undichte Öl- oder Dieselleitung, die auf den heißen Abgastrakt tropft, ist einer der häufigsten Auslöser. Turbolader arbeiten bei mehreren hundert Grad Celsius, ein Defekt an der Ölzufuhr des Laders kann in Minuten zu einer Entzündung führen. Elektrische Kurzschlüsse, etwa durch scheuernde Kabel oder Korrosion an Steckverbindungen, sind eine weitere klassische Ursache, gerade bei älteren oder stark beanspruchten Fahrzeugen.
Ein oft unterschätzter Faktor: Staub- und Schmutzansammlungen im Motorraum. Laub, Ölnebel und Straßenschmutz setzen sich über Monate an heißen Oberflächen ab und wirken wie ein Zündmittel, sobald eine Wärmequelle sie erreicht. Regelmäßige Reinigung des Motorraums bei der Inspektion reduziert dieses Risiko spürbar.
Warum brennt ein Bus schneller als ein Lkw?
Ein Reisebus brennt schneller aus als ein Lkw, weil er deutlich mehr brennbares Material verbaut hat: Sitzpolster, Teppichböden, Kunststoffverkleidungen und Dämmmaterial. Zusätzlich wirkt die Motorraumbelüftung, die eigentlich für Kühlung sorgt, im Brandfall wie ein Kamin und facht die Flammen an.
Innerhalb weniger Minuten kann sich ein kleiner Motorraumbrand über Kabelschächte und Lüftungskanäle in den Fahrgastraum ausbreiten. Genau das macht die schnelle Reaktion des Fahrers so entscheidend: Jede Minute zwischen erster Rauchmeldung und vollständiger Evakuierung zählt. Ein Fahrer, der sofort anhält und räumt statt zu versuchen, die nächste Ausfahrt zu erreichen, verschafft der Gruppe entscheidende Zeit.
Was macht der Fahrer bei Rauchentwicklung richtig?
Bei Rauch aus dem Motorraum gilt: sofort anhalten, Warnblinker, Fahrgäste über die Fronttür nach vorne und hinter die Leitplanke evakuieren, dann 112 wählen. Ein Feuerlöscher hilft nur im allerersten Stadium und darf keinesfalls dazu genutzt werden, die Motorhaube abrupt zu öffnen.
Die Reihenfolge ist bewusst so festgelegt:
- Anhalten und sichern – Warnblinker an, möglichst weit auf den Standstreifen, Warndreieck nur wenn ohne Gefahr erreichbar.
- Evakuieren – Fahrgäste über die vom Feuer abgewandte Tür, meist die Fronttür, ins Freie und sofort hinter die Schutzplanke.
- Notruf absetzen – 112 anrufen, genaue Lage nennen: Autobahn, Fahrtrichtung, Kilometrierung oder nächste Ausfahrt.
- Feuerlöscher nur im Frühstadium – kleine Flammen im sichtbaren Bereich, niemals die Motorhaube gewaltsam öffnen. Der plötzliche Sauerstoffzufluss lässt eingeschlossene Glutnester aufflammen.
- Abstand halten – nach der Evakuierung Abstand zum Fahrzeug wahren, Reifen und Drucklufttanks können bei Hitze bersten.
Ein Fahrer, der diese Reihenfolge kennt und einhält, reduziert das Risiko für die Fahrgäste erheblich – wie im Fall bei Montabaur, wo alle Insassen unverletzt blieben.
Warum wird ein gelöschter Bus nicht auf eigener Achse abtransportiert?
Auch ein augenscheinlich gelöschter Bus fährt nach einem Motorbrand nie aus eigener Kraft weiter. Es besteht Rückzündungsgefahr durch versteckte Glutnester, zudem sind Kabelbäume, Bremsleitungen und hydraulische Systeme durch Hitze oft beschädigt, ohne dass das von außen sichtbar ist.
Genau hier liegt der Grund, warum grundsätzlich abgeschleppt bzw. geborgen wird, selbst wenn der Motor auf den ersten Blick noch anspringen würde. Schmelzende Kabelisolierungen können später Kurzschlüsse verursachen, Bremsleitungen können durch die Hitze porös geworden sein. Ein Fahrzeug in diesem Zustand auf die Autobahn zu schicken, wäre ein unkalkulierbares Risiko für alle Verkehrsteilnehmer.
Wie arbeiten Bergungsteam, Feuerwehr und Polizei zusammen?
Unser Bergungsteam betritt die Einsatzstelle erst nach ausdrücklicher Freigabe durch Feuerwehr und Polizei. Bis dahin ist die Stelle Sperrgebiet, in dem ausschließlich die Rettungskräfte agieren.
Der Ablauf folgt einer klaren Hierarchie: Die Feuerwehr löscht den Brand und übernimmt die Nachlöscharbeiten, um Rückzündungen auszuschließen. Die Polizei sichert den Verkehr, leitet Fahrzeuge um und dokumentiert den Unfallhergang für spätere Ermittlungen. Erst wenn beide Einsatzleiter die Stelle für sicher erklären, erfolgt die Übergabe an die Bergungsmannschaft. Diese Übergabe ist keine Formalität: Sie stellt sicher, dass keine Glutnester mehr aktiv sind und die Fahrbahn stabil genug für schweres Bergegerät ist.
Diese Abstimmung kostet Zeit, ist aber nicht verhandelbar. Bei Montabaur lagen zwischen vollständiger Löschung und Freigabe der Stelle rund 30 Minuten – Zeit, in der die Feuerwehr den Motorraum kontrolliert und auf erneute Wärmeentwicklung geprüft hat.

Welche Unterlagen braucht die Versicherung nach einem Busbrand?
Für die Schadensregulierung braucht die Versicherung in der Regel eine lückenlose Fotodokumentation, ein Bergungsprotokoll mit Zeitangaben und eine Kopie des Polizeiberichts. Diese drei Dokumente bilden die Grundlage jeder Schadensmeldung bei einem Fahrzeugtotalschaden durch Brand.
Unser Team fertigt bei jeder Bergung eine systematische Fotodokumentation an: Zustand des Fahrzeugs vor Beginn der Arbeiten, Schäden an Karosserie und Motorraum, Ansatzpunkte der Bergung und Zustand nach Verladung. Dazu kommt ein Protokoll mit exakten Uhrzeiten – wann die Freigabe erfolgte, wann die Bergung begann, wann das Fahrzeug abtransportiert wurde. Für den Busunternehmer ist zusätzlich der Polizeibericht wichtig, da er häufig die Grundlage für die Schadensmeldung an die Kaskoversicherung bildet.
Vollständiger Zeitplan der Bergung bei Montabaur
| Uhrzeit | Phase | Aktion |
|---|---|---|
| 13:10 | Notfall | Fahrer bemerkt Rauch, hält auf dem Standstreifen |
| 13:12 | Evakuierung | Fahrgäste über die Fronttür hinter die Leitplanke gebracht |
| 13:14 | Alarmierung | Notruf 112, Feuerwehr alarmiert, unser Dispatch informiert |
| 13:42 | Löscheinsatz | Feuerwehr trifft ein, beginnt Löschung mit Schaum |
| 14:25 | Brand gelöscht | Flammen vollständig gelöscht, Nachlöscharbeiten am Motorraum |
| 14:55 | Freigabe | Einsatzstelle für Bergungsarbeiten freigegeben |
| 15:35 | Bergung beginnt | Spezialfahrzeug für Busbergung trifft ein |
| 15:35–17:05 | Bergung | Sicherung, Verladung, Kontrolle (90 Minuten) |
| 17:15 | Abtransport | Bus verlässt die Einsatzstelle, Fahrbahn wird gereinigt |
| 18:10 | Abschluss | Einsatz abgeschlossen, Fahrzeug im Partnerbetrieb |
Gesamtdauer vom Notruf bis Einsatzabschluss: 5 Stunden.
Was kostet die Bergung eines Reisebusses nach einem Brand?
| Position | Preis (EUR) |
|---|---|
| Anfahrt Sonderfahrzeug für Busbergung | 320 |
| Bergungs- und Verladearbeiten (3,5 Std. à 160 €) | 560 |
| Sicherung der Einsatzstelle / Verkehrsabsicherung | 260 |
| Reinigung der Fahrbahn nach Löscheinsatz | 300 |
| Wartezeit / Abstimmung mit Feuerwehr & Polizei (1,5 Std.) | 220 |
| Dokumentation für Versicherung | 100 |
| ITOGO (netto, zzgl. MwSt.) | 1.760 |
Eine Busbergung ist grundsätzlich teurer als eine Lkw-Bergung im gleichen Umfang. Der Grund liegt im Fahrzeug selbst: Es braucht Spezialtechnik mit passenden Anschlagpunkten, oft ein zweites Fahrzeug für die Verkehrssicherung, und die Reinigung der Fahrbahn nach einem Löscheinsatz ist aufwendiger als bei einem einfachen Abschleppvorgang. Zum Vergleich: Der Stillstand eines Reisebusses kostet den Betreiber, je nach Auslastung und Saison, ebenfalls mehrere hundert Euro pro Tag – die zügige Bergung begrenzt also nicht nur den technischen, sondern auch den wirtschaftlichen Schaden.
Warum sollte man die Bergung nicht selbst organisieren?
Ein Busunternehmer, der versucht, die Bergung ohne spezialisierten Partner zu organisieren, riskiert Folgeschäden, die teurer werden als die eigentliche Bergung. Ein Standard-Abschleppwagen ohne passende Aufnahme für Reisebusse kann Karosserie, Panoramascheiben oder den Unterboden beschädigen.
Weitere Risiken bei improvisierten Lösungen:
- Fehlende Abstimmung mit Feuerwehr und Polizei führt zu Verzögerungen oder sogar zum Abbruch der Bergung vor Ort.
- Unzureichende Fotodokumentation erschwert später die Schadensregulierung mit der Versicherung erheblich.
- Ungeeignete Anschlagpunkte am Fahrzeug verursachen zusätzliche Karosserieschäden, die vom eigentlichen Brandschaden nicht mehr zu trennen sind.
- Ohne Verkehrssicherung durch geschultes Personal entsteht ein zusätzliches Unfallrisiko für die Rettungskräfte und das Bergungsteam selbst.
Ein erfahrener Partner kennt die Abläufe mit Behörden, hat die passende Technik vor Ort und liefert die Dokumentation, die für die Versicherungsabwicklung nötig ist.
Mit welchen Situationen wir bei Reisebussen sonst noch gerufen werden
Neben Motorraumbränden sind wir regelmäßig bei anderen Notfällen mit Reisebussen im Einsatz: Getriebeausfälle auf der Autobahn, Reifenpannen an der Hinterachse bei voller Beladung, elektrische Ausfälle der Bordelektronik im Winter sowie Unfälle mit Fremdverschulden, bei denen der Bus nicht mehr fahrbereit ist. Details zu den Kosten solcher Einsätze haben wir in unserem Beitrag Was kostet das Abschleppen LKW in Deutschland in 2026? zusammengefasst. Auch schwierige Bergungen abseits der Fahrbahn gehören zum Alltag, wie unser Abschleppdienst täglich zeigt.
Für die eigentliche Fahrzeugbergung setzen wir auf unsere Mobiler Service-Einheiten, für die anschließende technische Aufarbeitung arbeiten Partnerbetriebe aus unserem Werkstatt-Netzwerk. Fragen zu einem laufenden Einsatz beantwortet unser Team über die Kontakte-Seite rund um die Uhr.
Jeder dieser Fälle hat eine eigene Logik: Bei einem Getriebeschaden ist meist Zeit für eine geordnete Bergung, bei einem Brand zählt jede Minute. Was in allen Fällen gleich bleibt, ist die Priorität: erst die Menschen, dann das Fahrzeug.

Prävention: Wie senken Busunternehmen das Brandrisiko?
Regelmäßige Inspektion des Motorraums auf Öl- und Kraftstoffleckagen, Reinigung von Staub- und Schmutzablagerungen sowie die frühzeitige Prüfung von Turbolader und Bordelektrik senken das Brandrisiko deutlich. Viele Motorraumbrände kündigen sich Wochen vorher durch leichten Ölgeruch oder Warnmeldungen der Bordelektronik an.
Empfehlungen für Flottenbetreiber:
- Motorraum bei jeder größeren Inspektion auf Ölspuren und Kabelscheuerstellen prüfen lassen.
- Feuerlöscher und Rauchmelder im Motorraum regelmäßig auf Funktion testen.
- Fahrer im Umgang mit Rauchentwicklung schulen: Reihenfolge Anhalten – Evakuieren – Notruf fest einüben.
- Wartungsintervalle für Turbolader und Kraftstoffleitungen laut Herstellervorgabe konsequent einhalten, gerade bei Fahrzeugen mit hoher Kilometerleistung.
Nach Daten des ADAC sind technische Defekte am Motor und an der Bordelektrik die häufigste Ursache für Fahrzeugbrände auf deutschen Autobahnen. Eine konsequente Wartung ist damit die wirksamste Prävention.
Erweiterter Blick: Reifen, Wartung und Flottenpflege bei Reisebussen
Neben dem Motorraum ist die Bereifung eines Reisebusses ein weiterer sicherheitskritischer Bereich. Bei Vollbeladung mit Gepäck und voller Personenzahl liegt die Achslast deutlich höher als im Leerzustand, was Reifendruck und Profiltiefe zu entscheidenden Faktoren macht. Hersteller wie Michelin, Continental oder Bridgestone bieten spezielle Reisebus-Reifen mit verstärkter Karkasse, die für die hohe Dauerbelastung auf der Autobahn ausgelegt sind.
Nach § 36 StVZO ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vorgeschrieben, in der Praxis empfehlen Fachbetriebe für Reisebusse einen Wechsel deutlich früher, da bei niedrigem Profil die Aquaplaning-Gefahr bei Vollbeladung steigt. Kombiniert mit regelmäßiger Wartung von Bremsanlage, Kühlsystem und Bordelektrik lässt sich das Risiko ungeplanter Stillstände auf der Autobahn erheblich reduzieren – unabhängig davon, ob es um einen Reifenschaden oder, wie bei Montabaur, um einen Motorraumbrand geht.
Ein gepflegter Fuhrpark ist am Ende nicht nur eine Frage der Sicherheit, sondern auch der Wirtschaftlichkeit: Jeder ungeplante Stillstand eines Reisebusses bedeutet Ausfallzeit, Ersatzbusorganisation und potenziellen Reputationsschaden gegenüber der Reisegruppe.
Warum LKWHelp24 für Reisebus-Notfälle
Wir sind 24/7 in ganz Deutschland erreichbar, mit einem mehrsprachigen Dispatch-Team, das internationale Fahrer und Busunternehmen in ihrer Sprache betreut. Unser Partnernetzwerk verfügt über Spezialtechnik für Reisebusse, nicht nur für Lkw, und wir arbeiten transparent mit fixen, netto ausgewiesenen Preisen, bevor die Arbeiten beginnen.
Was uns von einer improvisierten Lösung unterscheidet: geprüfte Partner in der Fläche, klare Abstimmung mit Feuerwehr und Polizei vor jedem Einsatz und eine lückenlose Dokumentation, die Busunternehmen direkt bei der Versicherung einreichen können.
Häufige Fragen zur Reisebus-Bergung nach einem Brand
Was kostet die Bergung eines Reisebusses nach einem Motorbrand?
Im vorliegenden Fall bei Montabaur lag die Gesamtsumme bei 1.760 € netto, inklusive Anfahrt, Bergung, Verkehrssicherung, Fahrbahnreinigung und Dokumentation. Die Spanne für Busbergungen liegt allgemein bei 1.600–2.600 € netto, abhängig von Distanz und Aufwand.
Wie lange dauert eine Busbergung nach einem Brand?
Vom Notruf bis zum vollständigen Abschluss vergingen im Fall Montabaur 5 Stunden. Ein Großteil der Zeit entfällt auf Löscharbeiten und die Freigabe durch Feuerwehr und Polizei, nicht auf die eigentliche Bergung.
Wer zahlt die Bergung eines Reisebusses?
Die Fahrzeugbergung wird in der Regel über die Kfz- oder Kaskoversicherung des Busunternehmens abgerechnet. Der Ersatzbus für die Reisegruppe ist ein separater Posten, den meist der Reiseveranstalter organisiert und trägt.
Kann ein Bus nach dem Löschen einfach weiterfahren?
Nein. Auch bei äußerlich gelöschtem Feuer besteht Rückzündungsgefahr durch verborgene Glutnester, zudem können Kabel und Bremsleitungen hitzebeschädigt sein. Der Bus wird grundsätzlich abgeschleppt, nicht auf eigener Achse weitergefahren.
Was sind die häufigsten Ursachen für Motorraumbrände bei Bussen?
Öl- oder Kraftstoffleckagen auf heißen Bauteilen, Turboladerschäden, elektrische Kurzschlüsse und Schmutzansammlungen im Motorraum sind die vier häufigsten Ursachen.
Warum braucht ein Bus ein anderes Bergefahrzeug als ein Lkw?
Wegen des großen Heck-Überhangs, der niedrigen Bodenfreiheit und der empfindlichen Panoramaverglasung. Ein Standard-Lkw-Bergefahrzeug kann diese Bauteile beschädigen, deshalb kommt spezielle Aufnahmetechnik zum Einsatz.
Zusammenfassung
- Ort: A3 bei Montabaur, Westerwald, Fahrtrichtung Köln
- Fahrzeug: Reisebus mit Fahrgästen
- Ursache: Brand im Motorraum
- Reaktionszeit Feuerwehr: 32 Minuten
- Gesamtdauer bis Einsatzabschluss: 5 Stunden
- Kosten der Bergung: 1.760 € netto
- Fahrgäste: unverletzt evakuiert, Ersatzbus organisiert
- Sekundärschaden: keiner, dank sofortiger Evakuierung und schneller Freigabe für die Bergung

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