...
Ein schwerer Lkw steht auf dem Standstreifen einer deutschen Autobahn bei Nacht, mit eingeschalteten Warnblinkern, um auf seine Präsenz aufmerksam zu machen. Der Lastkraftwagen könnte ein Modell von Volvo oder einem anderen Hersteller sein und ist für den Transport von Gütern im Straßenverkehr konzipiert.

Maut für LKW: Ist die Zahlung Pflicht, und was hat das mit einer Panne zu tun?

Ein Spediteur ruft an und fragt, ob er für die Strecke Maut zahlen muss, auf der sein Sattelzug liegen geblieben ist. Eine berechtigte Frage, denn kaum ein Thema sorgt bei Fahrern und Disponenten für so viel Verwirrung wie die LKW-Maut in Deutschland. Wer zahlt, wie viel, auf welchen Straßen, und was passiert, wenn das Fahrzeug wegen eines technischen Defekts steht oder abgeschleppt werden muss. In diesem Artikel gehen wir jeden dieser Punkte durch, gestützt auf die Angaben des Bundesamtes für Logistik und Mobilität (BALM, vormals Bundesamt für Güterverkehr), des Mautbetreibers Toll Collect und des Bundesfernstraßenmautgesetzes (BFStrMG).

Wer ist überhaupt mautpflichtig

Die gesetzliche Grundlage ist § 1 BFStrMG. Danach unterliegen der Maut Kraftfahrzeuge und Fahrzeugkombinationen, die für den gewerblichen Gütertransport bestimmt sind oder dafür eingesetzt werden und deren technisch zulässige Gesamtmasse mehr als 3,5 Tonnen beträgt. Das betrifft sowohl Solo-Fahrzeuge als auch Zugmaschinen mit Anhänger oder Sattelauflieger, wobei bei Kombinationen die Gesamtmasse aus der Summe der Einzelmassen gebildet wird.

Das Gesetz sieht auch Ausnahmen vor. Busse sind grundsätzlich von der Maut befreit, ebenso Fahrzeuge von Feuerwehr, Polizei, Katastrophenschutz und ähnlichen Einsatzkräften sowie bestimmte land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge. Für emissionsfreie Nutzfahrzeuge gilt eine Sonderregelung: Hier wird die Mautpflicht erst ab einer höheren Gesamtmasse ausgelöst, konkret ab 4,25 Tonnen statt 3,5 Tonnen, um den Mehrgewicht der Batterie auszugleichen. Für kleinere gewerbliche Fahrzeuge zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen gilt eine gesonderte Maut in bestimmten Fällen, etwa bei grenzüberschreitendem Transport oder Kabotage.

Für LKWHelp24 ist die praktische Konsequenz einfach: Wir bedienen ausschließlich Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen, also Fahrzeuge, die ohnehin klar im mautpflichtigen Bereich liegen. Details zu den Fahrzeugklassen, die bei uns typischerweise vorkommen, haben wir in einem separaten Beitrag gesammelt: Lkw in Deutschland: Modelle, Antriebe und Pannenhilfe ab 7,5 Tonnen.

Auf welchen Straßen wird Maut erhoben

Schwerer LKW mit Warnblinkern nachts auf dem Standstreifen einer deutschen Autobahn

Mautpflichtig sind laut § 1 BFStrMG die Bundesautobahnen sowie bestimmte Bundesstraßen. Nicht jede Landstraße oder Kommunalstraße gehört dazu, die Maut betrifft also nicht das gesamte deutsche Straßennetz, sondern gezielt die Fernstraßen, auf denen der überregionale Schwerlastverkehr stattfindet. Wenn ein LKW eine Baustelle, ein Depot oder einen Betriebshof abseits dieser Strecken ansteuert, entsteht dort in der Regel keine Mautpflicht, weil diese Zufahrten schlicht nicht zum mautpflichtigen Streckennetz zählen.

Das ist ein Punkt, der später im Zusammenhang mit Pannen und Abschleppvorgängen noch wichtig wird: Nicht jeder Meter, den ein LKW zurücklegt, ist automatisch ein mautpflichtiger Meter.

Wie die Höhe der Maut berechnet wird

Nach § 3 BFStrMG setzt sich der Mautsatz aus mehreren Teilsätzen zusammen: einem Teilsatz für Infrastrukturkosten, einem für Luftverschmutzungskosten, einem für Lärmbelastungskosten und einem für CO2-Kosten. Diese vier Komponenten werden addiert und ergeben den Mautsatz pro Kilometer, der dann mit der auf mautpflichtigen Straßen zurückgelegten Strecke multipliziert und je Mautabschnitt kaufmännisch auf den Cent gerundet wird. Die konkreten Tarife und ihre Staffelung nach Gewichtsklassen, Achszahl und Emissionsklasse sind in der Anlage 1 zum Gesetz festgelegt.

Toll Collect bestätigt auf seiner Website, dass die Tarifstruktur unter anderem an CO2-Emissionsklassen sowie an Gewichts- und Achsklassen anknüpft. Praktisch bedeutet das: Ein moderner LKW mit niedrigerem CO2-Ausstoß pro Tonnenkilometer zahlt tendenziell weniger als ein älteres Fahrzeug mit vergleichbarer Achszahl. Für Fuhrparkbetreiber ist das ein handfestes Argument, bei der Fahrzeuganschaffung auch die Mautkosten über die Nutzungsdauer mitzurechnen, nicht nur den Kaufpreis.

Wer sich für die technische Seite der Fahrzeuge interessiert, die diese Tarifklassen betreffen, findet Hintergründe in unserem Beitrag über Antriebe und Modelle im deutschen LKW-Bestand ab 7,5 Tonnen.

Wie die Maut technisch erfasst wird: OBU und manuelle Einbuchung

Toll Collect beschreibt das System denkbar knapp: Man fährt, und das Bordgerät (On-Board-Unit, OBU) erledigt die Mautbuchung automatisch. Das Gerät wird im Fahrzeug fest verbaut, ist mit GPS und Mobilfunk gekoppelt und erkennt selbstständig, wann das Fahrzeug eine mautpflichtige Strecke befährt. Die dabei anfallenden Gebühren werden dann automatisch dem hinterlegten Zahlungskonto belastet.

Ein technischer Umbruch steht laut Toll Collect ohnehin bevor: Die alten OBUs kommunizieren teilweise noch über das 2G-Mobilfunknetz, das die Netzbetreiber in Deutschland in absehbarer Zeit abschalten werden. Fuhrparkbetreiber sollten also im Blick behalten, ob ihre Geräte auf dem technisch aktuellen Stand sind, damit die Mauterfassung nicht plötzlich ausfällt.

Für Fahrzeuge ohne eingebautes Gerät oder für Spediteure, die nur gelegentlich mautpflichtige Strecken nutzen, gibt es alternative Wege zur manuellen Einbuchung: über das Internet vorab, über eine mobile App oder an Terminals an bestimmten Grenzübergängen und Raststätten. Wichtig dabei ist, dass die Route korrekt und vollständig eingegeben wird, denn die manuelle Buchung deckt nur die tatsächlich angegebene Strecke ab. Wer eine Ausfahrt später nimmt als gebucht oder einen Umweg fährt, riskiert eine Lücke in der Mautabdeckung.

Seit dem 1. Januar 2026 läuft die technische Erfassung und Tarifierung für alle Mautdienstanbieter in Deutschland über den einheitlichen Mauterhebungsdienst (Mauterhebungsdienst, MED), den Toll Collect im Auftrag der BALM betreibt. Für Fahrer und Speditionen ändert sich dadurch an der grundsätzlichen Zahlungspflicht nichts, wohl aber an der technischen Abwicklung im Hintergrund.

Was passiert, wenn nicht oder falsch bezahlt wird

Hier wird es für viele überraschend konkret: § 10 BFStrMG listet mehrere Ordnungswidrigkeiten auf, die mit Bußgeld geahndet werden können. Dazu zählen die nicht, nicht vollständige oder nicht rechtzeitige Zahlung der Maut, die Missachtung vollziehbarer Anordnungen der Kontrollbehörde, das Nichtmitführen oder verspätete Vorzeigen von Belegen und Nachweisen sowie falsche, unvollständige oder verspätete Angaben bei einer Befragung. Auch Arbeitgeber können belangt werden, wenn sie ihren Fahrern anordnen oder zulassen, ohne die erforderlichen Nachweise unterwegs zu sein.

Für die schwereren Verstöße, also Nichtzahlung der Maut und Missachtung behördlicher Anordnungen, sieht das Gesetz Bußgelder bis zu 20.000 Euro vor. Für die übrigen Verstöße, etwa fehlende Dokumentation oder unrichtige Angaben, liegt der Rahmen bei bis zu 10.000 Euro. Die tatsächliche Höhe im Einzelfall richtet sich nach der konkreten Bußgeldtabelle der Behörde und dem Schweregrad des Verstoßes, aber allein die gesetzlichen Obergrenzen zeigen, dass es sich nicht um ein Bagatelldelikt handelt.

Kontrolliert wird das Ganze von der BALM über ihren Verkehrskontrolldienst, der mit eigenem Personal auf und neben den Autobahnen präsent ist. Die Behörde wirbt selbst mit dem Grundsatz, Vertrauen sei gut, Kontrolle sei besser, was die Ernsthaftigkeit der Überwachung unterstreicht.

Maut und Panne: die Fragen, die wirklich zählen

Elektro-LKW an einer Ladestation auf einem Rastplatz als Beispiel für emissionsfreie Nutzfahrzeuge

Jetzt zum Kern des Themas, mit dem wir bei LKWHelp24 täglich zu tun haben. Ein LKW hat einen Reifenplatzer, einen Motorschaden oder ein anderes technisches Problem und steht auf dem Standstreifen oder muss von der Autobahn geholt werden. Was bedeutet das für die Maut?

Erstens: Die Maut wird pro tatsächlich gefahrenem Kilometer auf mautpflichtiger Strecke berechnet, nicht pro Zeiteinheit. Ein LKW, der wegen einer Panne stundenlang auf dem Standstreifen steht, erzeugt in dieser Zeit keine zusätzliche Maut, weil er keine zusätzlichen Kilometer zurücklegt. Das Bordgerät bucht anhand der zurückgelegten Distanz, nicht anhand der Standzeit. Steht ein Fahrzeug still, muss die OBU also nicht eigens abgeschaltet oder pausiert werden, damit keine Maut anfällt, denn ohne Bewegung entsteht ohnehin kein zusätzlicher mautpflichtiger Kilometer.

Zweitens: Wird das Fahrzeug abgeschleppt, kommt es entscheidend darauf an, welches Fahrzeug die Strecke tatsächlich befährt und auf welcher Straßenkategorie. Wird der havarierte LKW von einem Abschleppfahrzeug auf einen Tieflader verladen und auf normalen Straßen oder abseits des mautpflichtigen Netzes abtransportiert, entsteht für diesen Transport grundsätzlich keine LKW-Maut im Sinne des BFStrMG, weil kein mautpflichtiges Fahrzeug im Sinne des Gesetzes eigenständig auf mautpflichtiger Strecke unterwegs ist. Anders sieht es aus, wenn das Abschleppfahrzeug selbst ein mautpflichtiges Nutzfahrzeug über 3,5 Tonnen ist und die Bergung über eine Autobahnstrecke erfolgt, denn dann ist dieses Fahrzeug für seine eigene gefahrene Strecke mautpflichtig, unabhängig davon, dass es einen havarierten LKW im Schlepp hat.

Drittens: Erfolgt die Bergung komplett abseits der mautpflichtigen Bundesautobahnen und Bundesstraßen, etwa wenn der LKW auf einem Betriebsgelände, einer Landstraße oder direkt am Pannenort ohne Autobahnnutzung geborgen wird, entsteht ohnehin keine Maut, weil die Voraussetzung des § 1 BFStrMG (mautpflichtige Straße) gar nicht erfüllt ist.

Wer sich generell für den Ablauf einer Bergung interessiert, unabhängig von der Mautfrage, findet die praktischen Details in unserem Beitrag Was ist beim Abschleppen zu beachten.

Wenn die OBU selbst kaputtgeht

Ein Sonderfall, der in der Praxis öfter vorkommt, als man denkt: Nicht der LKW hat eine Panne, sondern das Bordgerät selbst funktioniert nicht mehr, zeigt einen Fehler an oder verliert die Verbindung. In diesem Fall bleibt die grundsätzliche Zahlungspflicht für die gefahrene Strecke bestehen, das Gesetz kennt keine Ausnahme „die Technik war defekt“. Der Fahrer ist in so einem Fall gehalten, die Strecke so schnell wie möglich manuell nachzubuchen, etwa über die App, das Internetportal oder ein Terminal, damit keine Lücke in der Mauterfassung entsteht, die später als Ordnungswidrigkeit ausgelegt werden könnte.

Praktisch heißt das für Fahrer: Bei einer OBU-Störung nicht einfach weiterfahren und hoffen, dass es sich von selbst löst, sondern die Störung dokumentieren (am besten mit Zeit, Ort und Fehlermeldung), die Spedition informieren und die nächste Möglichkeit zur manuellen Nachbuchung nutzen. Wer regelmäßig auf Achse ist, tut gut daran, die Kontaktdaten von Toll Collect und der eigenen Spedition griffbereit zu haben, für genau solche Situationen.

Praktische Checkliste für Fahrer

Ein paar Punkte, die sich aus alldem für den Alltag hinter dem Lenkrad ableiten lassen:

Wer eine Panne hat und auf dem Standstreifen steht, muss sich um die Maut in diesem Moment keine Gedanken machen, das System bucht nach gefahrenen Kilometern, nicht nach Standzeit. Wichtiger ist in diesem Moment die eigene Sicherheit: Warnblinker an, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen und sich hinter die Leitplanke begeben, bevor überhaupt an Technik oder Verwaltung gedacht wird.

Wer einen Abschleppdienst ruft, sollte sich nicht selbst um mautrechtliche Fragen kümmern, das übernimmt in der Regel der Dienstleister oder die Spedition im Hintergrund, sofern überhaupt ein mautrelevanter Vorgang entsteht.

Wer eine OBU-Störung bemerkt, sollte umgehend eine manuelle Nachbuchung veranlassen und die Störung dokumentieren, statt abzuwarten.

Wer eine neue Route fährt oder eine Baustellenumleitung nimmt, sollte bei manueller Buchung besonders sorgfältig sein, weil hier am ehesten Lücken entstehen, die später als Bußgeldtatbestand auffallen können.

Wer einen Fuhrpark verwaltet, sollte die Umstellung auf modernere OBU-Generationen nicht auf die lange Bank schieben, angesichts der bevorstehenden Abschaltung älterer Mobilfunkstandards.

Weiterführend zu typischen Notfallsituationen auf der Straße, etwa Reifenpannen, haben wir einen ausführlichen Leitfaden zusammengestellt: Notfall-Radwechsel beim LKW: Anleitung und Hilfe.

Warum das Thema Maut für LKWHelp24 relevant ist

Wir sind kein Mautdienstleister und übernehmen keine Mautbuchung für unsere Kunden. Aber als mobiler Pannen- und Abschleppdienst für Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen sind wir regelmäßig genau an den Stellen im Einsatz, an denen diese Fragen praktisch werden: auf dem Standstreifen der Autobahn, an Raststätten, an Grenzübergängen. Ein Fahrer, der mitten in der Nacht mit einem Reifenplatzer auf der A7 steht, hat selten Zeit oder Nerven, sich gleichzeitig mit Mautfragen zu beschäftigen. Genau deshalb ist es unser Anspruch, dass unsere Teams nicht nur den technischen Defekt beheben, sondern auch wissen, wie sich eine Panne rechtlich und organisatorisch einordnen lässt, damit der Fahrer nach der Reparatur ohne offene Fragen weiterfahren kann.

Unser Reifennotdienst deckt genau diese Situationen ab, rund um die Uhr und in vier Sprachen: Reifennotdienst in der Nähe. Für größere Bergungen, etwa nach einem Achsbruch oder im Winter bei Glätte, gibt es unseren Bericht über eine Bergung eines Sattelzugs im Winter, der zeigt, wie ein solcher Einsatz in der Praxis abläuft. Wer die Kostenfrage beim Abschleppen klären möchte, findet Antworten unter LKW-Abschleppdienst Kosten.

Auch abseits akuter Pannen lohnt sich vorbeugende Wartung, um überhaupt seltener liegen zu bleiben. Unser Beitrag zum richtigen Reifendruck beim LKW und unsere Übersicht zum mobilen Reifenservice in Berlin rund um die Uhr helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen, bevor sie zu einem Stillstand auf der Autobahn führen. Bei größerem Reifenbedarf, etwa nach mehreren Ausfällen im Fuhrpark, vermittelt unser Partnerbeitrag zum mobilen Reifendienst und Großhandel weiter.

Ein Blick auf die Kontrollpraxis der BALM

LKW mit Warnblinklicht auf dem Standstreifen einer deutschen Autobahn bei Tageslicht wegen einer Panne

Die Zuständigkeit für die Mautkontrolle liegt seit der Umbenennung des früheren Bundesamtes für Güterverkehr bei der BALM, dem Bundesamt für Logistik und Mobilität. Die Behörde beschreibt ihre Aufgabe klar: Der Verkehrskontrolldienst ist mit eigenem Personal auf und neben den Bundesautobahnen unterwegs und prüft dort stichprobenartig, ob Fahrzeuge korrekt eingebucht sind. Neben stationären Kontrollpunkten gibt es auch automatisierte Kontrollbrücken, die Kennzeichen erfassen und mit der Mautdatenbank abgleichen. Wird dabei eine Diskrepanz festgestellt, kann das Fahrzeug angehalten und der Fahrer zur Vorlage von Belegen aufgefordert werden.

Für Speditionen, die international tätig sind, kommt noch eine Ebene hinzu: Seit der Reform der Mautregeln unterliegen inzwischen auch leichtere gewerbliche Fahrzeuge zwischen 2,5 und 3,5 Tonnen in bestimmten grenzüberschreitenden Konstellationen der Maut, etwa bei Kabotagefahrten. Wer also mit einem gemischten Fuhrpark aus schweren LKW und leichteren Transportern arbeitet, sollte die Einstufung jedes einzelnen Fahrzeugs im Zweifel gesondert prüfen, statt sich auf eine pauschale Faustregel zu verlassen.

Warum die Emissionsklasse langfristig über die Kosten entscheidet

Die im BFStrMG verankerte Aufteilung des Mautsatzes in Infrastruktur-, Luftverschmutzungs-, Lärm- und CO2-Teilsätze ist mehr als eine technische Fußnote. Sie bedeutet in der Praxis, dass zwei baugleiche Sattelzugmaschinen mit unterschiedlichem Antrieb oder unterschiedlicher Abgasnorm über die Laufzeit spürbar unterschiedliche Mautkosten verursachen können. Für Fuhrparkleiter, die über eine Neuanschaffung nachdenken, lohnt sich deshalb eine Kalkulation, die nicht nur Kraftstoffverbrauch und Anschaffungspreis, sondern auch die erwartete Mautbelastung über mehrere Jahre einbezieht. Elektrisch angetriebene und andere emissionsfreie Nutzfahrzeuge profitieren dabei doppelt: durch einen günstigeren CO2-Teilsatz und durch die angehobene Gewichtsschwelle von 4,25 statt 3,5 Tonnen, die den Mehrgewicht der Batterie ausgleicht.

Wer sich für die verschiedenen Antriebsarten interessiert, die aktuell auf deutschen Autobahnen unterwegs sind, findet einen Überblick in unserem Beitrag zu Modellen und Antrieben im deutschen LKW-Bestand, inklusive der Frage, wie sich unterschiedliche Antriebe auf die Pannenanfälligkeit auswirken.

Die Rolle der Straßenverkehrsordnung bei einer Panne auf mautpflichtiger Strecke

Neben dem BFStrMG spielt bei einer Panne auf der Autobahn auch die Straßenverkehrsordnung (StVO) eine Rolle, unabhängig von der Maut. Die StVO regelt, wie sich ein Fahrer bei einer Panne oder einem Unfall zu verhalten hat: Warnblinkanlage einschalten, Fahrzeug möglichst auf den Seitenstreifen lenken, Warnweste anlegen, bevor man das Fahrzeug verlässt, und in ausreichendem Abstand ein Warndreieck aufstellen. Diese Pflichten bestehen unabhängig davon, ob und wie die Mautfrage im konkreten Fall zu klären ist, und sie haben in der Praxis Vorrang vor jeder verwaltungstechnischen Überlegung. Erst wenn die eigene Sicherheit und die der anderen Verkehrsteilnehmer gewährleistet ist, sollte man sich um Fragen der Mautbuchung oder der Benachrichtigung der Spedition kümmern.

Zur Einordnung der Unfallzahlen auf deutschen Straßen und der Bedeutung von Sicherheitsmaßnahmen im Schwerlastverkehr liefert das Statistische Bundesamt regelmäßig aktualisierte Daten zu Verkehrsunfällen, die zeigen, wie relevant ein korrektes Verhalten in der ersten Minute nach einer Panne tatsächlich ist.

Wenn die Panne im Ausland beginnt und die Bergung nach Deutschland führt

Ein Sonderfall, der bei internationalen Speditionen häufiger vorkommt, als man vermuten würde: Ein LKW hat bereits im Nachbarland eine Panne und wird über die Grenze nach Deutschland abgeschleppt oder gebracht, weil dort die nächste geeignete Werkstatt liegt. Sobald das Fahrzeug die deutsche Grenze überquert und auf einer mautpflichtigen Bundesautobahn oder Bundesstraße bewegt wird, gilt grundsätzlich dasselbe Prinzip wie bei einer inländischen Panne: Es kommt darauf an, welches Fahrzeug tatsächlich fährt und auf welcher Straßenkategorie. Ein havarierter LKW, der auf einem Tieflader liegt, erzeugt für sich genommen keine Mautschuld, das Zugfahrzeug des Tiefladers hingegen schon, sofern es selbst über 3,5 Tonnen wiegt und die Bergung über mautpflichtige Strecken führt.

Für internationale Fahrer und Disponenten, die mit den deutschen Regeln nicht vertraut sind, ist genau das ein Bereich, in dem schnelle, mehrsprachige Unterstützung viel wert ist. LKWHelp24 arbeitet deshalb standardmäßig in vier Sprachen, Deutsch, Englisch, Polnisch und Russisch, damit ein polnischer oder osteuropäischer Fahrer im Notfall nicht zusätzlich an der Sprachbarriere scheitert.

Vorbeugen ist günstiger als jede Mautfrage

So detailliert die Mautregeln auch sind, die beste Strategie bleibt, gar nicht erst liegenzubleiben. Ein großer Teil der Pannen, mit denen unsere Teams unterwegs sind, geht auf vermeidbare Ursachen zurück: falscher Reifendruck, überfälliger Reifenwechsel, unzureichende Kontrolle vor Fahrtantritt. Eine regelmäßige Abfahrtkontrolle, wie sie viele Speditionen ohnehin vorschreiben, kostet wenige Minuten und verhindert genau die Situationen, in denen man sich am Ende doch mit Standstreifen, Abschleppdienst und im Zweifel auch mit Mautfragen beschäftigen muss.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich für die Standzeit während einer Panne Maut zahlen?

Nein. Die Maut wird nach gefahrenen Kilometern auf mautpflichtiger Strecke berechnet, nicht nach Zeit. Ein stehendes Fahrzeug erzeugt keine zusätzliche Mautschuld, solange es sich nicht bewegt.

Muss ich die OBU ausschalten, wenn ich auf dem Standstreifen liegen bleibe?

Nein, das ist nicht erforderlich, weil ohne Fahrbewegung ohnehin keine zusätzliche mautpflichtige Strecke entsteht. Wichtiger ist in diesem Moment die eigene Absicherung mit Warnblinker, Warnweste und Warndreieck.

Fällt beim Abschleppen meines LKW zusätzliche Maut an?

Das hängt vom konkreten Ablauf ab. Wird der havarierte LKW auf einen Tieflader verladen und abseits mautpflichtiger Straßen transportiert, entsteht in der Regel keine zusätzliche Maut. Fährt das Abschleppfahrzeug selbst als mautpflichtiges Nutzfahrzeug über eine Autobahn, ist dieses Fahrzeug für seine eigene Strecke mautpflichtig.

Was passiert, wenn meine OBU während der Fahrt ausfällt?

Die Zahlungspflicht bleibt bestehen. Die Strecke muss so bald wie möglich manuell nachgebucht werden, über App, Internetportal oder Terminal, um eine Lücke in der Mauterfassung zu vermeiden.

Wie hoch kann ein Bußgeld bei Mautverstößen ausfallen?

Nach § 10 BFStrMG sind für Nichtzahlung der Maut und Missachtung behördlicher Anordnungen Bußgelder bis zu 20.000 Euro möglich, für andere Verstöße wie fehlende Nachweise bis zu 10.000 Euro. Die konkrete Höhe im Einzelfall richtet sich nach der Bußgeldtabelle und dem Schweregrad.

Gilt die Mautpflicht auch für kleinere Nutzfahrzeuge?

Grundsätzlich beginnt die Mautpflicht ab einer technisch zulässigen Gesamtmasse von 3,5 Tonnen. Für emissionsfreie Fahrzeuge liegt die Schwelle bei 4,25 Tonnen. LKWHelp24 ist ausschließlich auf Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen spezialisiert und damit klar im mautpflichtigen Bereich verortet.

Fazit

Die LKW-Maut in Deutschland ist kein Selbstläufer, den man einfach dem Bordgerät überlässt und vergisst. Wer weiß, wer zahlt, wonach sich der Satz richtet und was bei technischen Problemen, Stillstand oder Abschleppvorgängen passiert, vermeidet unnötige Bußgelder und unangenehme Überraschungen bei einer Kontrolle. Für die Panne selbst, den Moment, in dem der Motor streikt oder der Reifen platzt, braucht es aber vor allem eines: einen Partner, der schnell vor Ort ist und weiß, was zu tun ist. LKWHelp24 ist für Nutzfahrzeuge ab 7,5 Tonnen rund um die Uhr erreichbar, in Deutsch, Englisch, Polnisch und Russisch, per WhatsApp unter +49 160 5753826.

Quellen: Bundesamt für Logistik und Mobilität (balm.bund.de), Toll Collect GmbH (toll-collect.de), Bundesfernstraßenmautgesetz über gesetze-im-internet.de.

Rückruf anfordern

Hinterlassen Sie Ihre Kontaktdaten, und wir rufen Sie innerhalb von 5 Minuten zurück.

Заказать обратный звонок

Оставьте свои контакты, и мы перезвоним вам в течение 5 минут

Другие способы связи:

Request a Callback

Leave your details - we’ll call you back within 5 minutes.