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Abschleppwagen zieht einen liegen gebliebenen Sattelzug mit starrer Stange

Abschleppstange beim LKW: wann die starre Verbindung statt Abschleppwagen sinnvoll ist

Ein LKW-Fahrer steht auf dem Seitenstreifen der A5, die Warnblinkanlage läuft, das Warndreieck steht in 100 Metern Entfernung. Die Zugmaschine hat noch Bremsdruck, die Lenkung funktioniert, nur die Kupplung ist durchgerutscht und der Sattelzug kommt nicht mehr von selbst weiter. In so einer Situation stellt sich für den Disponenten und den Fahrer eine ganz praktische Frage: Reicht eine Abschleppstange, oder muss ein Autokran mit Tieflader anrücken. Die Antwort entscheidet über Wartezeit, Kosten und am Ende auch über die Sicherheit aller Beteiligten.

Bei LKWHelp24 bekommen wir solche Anrufe fast täglich. Unsere Disponenten müssen am Telefon in wenigen Minuten einschätzen, ob ein Fahrzeug mit Ladung ab 7,5 Tonnen mit der starren Stange bewegt werden darf oder ob nur eine vollwertige Bergung mit Kran oder Tieflader infrage kommt. Dieser Artikel erklärt, was eine Abschleppstange technisch ist, wann sie erlaubt und sinnvoll ist, welche rechtlichen Vorgaben in Deutschland gelten und wo die Grenze zur echten Bergung verläuft.

Was ist eine Abschleppstange technisch

Abschleppwagen zieht einen liegen gebliebenen LKW mit einer starren Abschleppstange

Eine Abschleppstange ist eine starre Verbindung aus Stahl oder verstärktem Aluminium zwischen dem Zugfahrzeug und dem havarierten LKW. Im Unterschied zum Abschleppseil, das flexibel ist und bei jedem Anfahren und Bremsen einen Ruck erzeugt, hält die Stange den Abstand zwischen beiden Fahrzeugen konstant. Das verändert die Physik der ganzen Aktion erheblich.

Bei einem Seil muss der gezogene Wagen selbst bremsen können, sonst fährt er beim Bremsen des Zugfahrzeugs auf. Bei der Stange übernimmt die starre Kopplung einen Teil dieser Aufgabe, weil sie Schubkräfte übertragen kann und nicht nur Zugkräfte. Trotzdem ersetzt die Stange keine funktionierende Bremsanlage im geschleppten Fahrzeug. Sie reduziert nur das Risiko eines unkontrollierten Auffahrens bei normalem Bremsen, sie hebt die Notwendigkeit einer eigenen Bremskraft im Anhänger nicht auf.

Die meisten Abschleppstangen für Nutzfahrzeuge sind für ein bestimmtes zulässiges Gesamtgewicht ausgelegt, oft zwischen 3,5 und etwa 18 Tonnen bei verstärkten Modellen für den Schwerlastbereich. Der Hersteller gibt diese Grenze auf einem Typenschild an der Stange selbst an, und diese Angabe ist keine Empfehlung, sondern eine technische Grenze. Eine Stange, die für 7,5 Tonnen zugelassen ist, an einem 26-Tonner-Sattelzug zu verwenden, ist keine Grauzone, sondern ein klarer Fehler mit hohem Bruchrisiko unter Last, etwa in einer Kurve oder beim Anfahren am Berg.

Die Verbindung selbst besteht meist aus zwei Kugelköpfen oder Ösen, die an den Anhängekupplungen beider Fahrzeuge befestigt werden. Bei LKW ist das häufig die genormte Anhängekupplung, die ohnehin für Anhänger vorgesehen ist. Wichtig ist, dass beide Kupplungspunkte für die auftretenden Kräfte ausgelegt sind, denn beim Bremsen des ziehenden Fahrzeugs wirken auf die Stange auch Druckkräfte, nicht nur Zug.

Wann eine starre Verbindung überhaupt infrage kommt

Nicht jede Panne lässt sich mit der Stange lösen. Aus unserer täglichen Praxis bei LKWHelp24 haben sich einige klare Kriterien herausgebildet, die wir am Telefon abfragen, bevor wir entscheiden, welches Fahrzeug wir schicken.

Erstens muss die Strecke kurz sein. Eine Stange ist für den Weg von der Panne bis zur nächsten Werkstatt oder einem sicheren Abstellplatz gedacht, nicht für eine Fahrt über hundert Kilometer. Je länger die Strecke, desto größer die Belastung auf Kupplung, Reifen und die Nerven beider Fahrer, die sich über Sichtkontakt und Lichtsignale koordinieren müssen.

Zweitens muss die Bremsanlage des havarierten LKW funktionieren. Das ist die wichtigste Voraussetzung überhaupt. Wenn die Betriebsbremse ausfällt, etwa wegen eines geplatzten Bremsschlauchs oder eines Druckverlusts im Luftkreislauf, darf das Fahrzeug grundsätzlich nicht an der Stange gezogen werden. In diesem Fall bleibt nur der Abschleppwagen mit vollständiger Aufnahme der Achse oder die Bergung mit Tieflader.

Drittens muss die Lenkung funktionieren und die Achsen dürfen nicht blockiert sein. Ein Fahrzeug, das sich nicht mehr lenken lässt, kann an der Stange nicht sicher geführt werden, egal wie erfahren der Fahrer im geschleppten LKW ist.

Viertens muss ein Fahrer im geschleppten Fahrzeug sitzen und aktiv mitarbeiten können. Das bedeutet, er muss lenken, bremsen und auf Sicht zum Zugfahrzeug fahren. Ist der Fahrer verletzt oder das Führerhaus nicht mehr sicher zugänglich, entfällt die Stange als Option automatisch.

Fünftens spielt das Gewicht eine Rolle im Verhältnis zur Zugkraft und zur zulässigen Last der Stange selbst. Ein leerer Sattelanhänger lässt sich anders bewegen als ein voll beladener Kühlkoffer mit 24 Tonnen Gesamtgewicht.

Rechtliche Anforderungen in Deutschland

Die rechtliche Grundlage für liegengebliebene Fahrzeuge im deutschen Straßenverkehr ist § 15 der Straßenverkehrs-Ordnung, kurz StVO. Dort steht sinngemäß, dass ein mehrspuriges Fahrzeug, das an einer Stelle liegen bleibt, an der es nicht rechtzeitig als stehendes Hindernis erkannt werden kann, sofort mit Warnblinklicht abzusichern ist. Danach muss ein auffällig warnendes Zeichen, in der Regel ein Warndreieck, gut sichtbar aufgestellt werden, bei schnellem Verkehr in etwa 100 Metern Entfernung. Diese Regel gilt unabhängig davon, ob das Fahrzeug später mit Stange, Seil oder Kran bewegt wird, sie betrifft die Absicherung der Unfall- oder Pannenstelle selbst.

Für das Abschleppen selbst schreibt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung, kurz StVZO, technische Anforderungen an Fahrzeuge und deren Ausrüstung im Straßenverkehr vor. Für den konkreten Vorgang des Abschleppens mit starrer Stange gelten in der Praxis diese Kernpunkte, die sich in Fahrschulunterlagen, ADAC-Merkblättern und den technischen Regelwerken wiederfinden: Beide Fahrzeuge müssen während des Abschleppvorgangs die Warnblinkanlage eingeschaltet haben, damit andere Verkehrsteilnehmer die ungewöhnliche Fahrsituation erkennen. An gut sichtbarer Stelle, meist am Heck des geschleppten Fahrzeugs, sollte die Aufschrift „Abschleppen“ angebracht sein. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beim Abschleppen mit starrer Verbindung liegt deutlich unter der normalen Richtgeschwindigkeit, üblicherweise nicht über 30 bis 40 km/h, weil die Lenk- und Bremseigenschaften des geschleppten Fahrzeugs eingeschränkt sind.

Wer sich auf konkrete Paragraphen verlassen will, findet den vollständigen Text der StVZO und der StVO im Bundesjustizministerium-Portal unter gesetze-im-internet.de und gesetze-im-internet.de/stvo_2013. Wir raten unseren Kunden grundsätzlich, sich bei rechtlichen Detailfragen nicht auf mündliche Weitergabe von Paragraphen zu verlassen, sondern die Originaltexte zu prüfen oder einen Fachanwalt für Verkehrsrecht zu konsultieren, wenn ein konkreter Streitfall entsteht.

Zusätzlich zur StVO und StVZO spielt bei technischen Fragen zur Fahrzeugsicherheit auch die Arbeit der Bundesanstalt für Straßenwesen eine Rolle, die unter bast.de Forschungsergebnisse und technische Regelwerke zu Fahrzeugtechnik und Verkehrssicherheit veröffentlicht.

Wo die Stange nicht mehr ausreicht

Abschleppen LKW Professionelle Bergung eines festgefahrenen LKW auf Parkplatz bei Regensburg

Es gibt eine Reihe von Situationen, in denen eine Abschleppstange technisch oder rechtlich keine Option mehr ist, egal wie kurz die Strecke wäre.

Wenn eine Achse gebrochen ist oder ein Rad komplett blockiert, weil ein Radlager fest sitzt, kann das Fahrzeug nicht mehr sicher rollen. In diesem Fall muss die betroffene Achse angehoben und über eine Achsaufnahme des Abschleppwagens transportiert werden, oder das gesamte Fahrzeug wird per Kran auf einen Tieflader gehoben. Unsere Kollegen bei LKWHelp24 setzen für solche Fälle die schwere Bergung mit Kran ein, wenn Abschleppen tatsächlich nicht mehr reicht.

Auch wenn ein Sattelzug seitlich von der Fahrbahn abgekommen ist und im Grünstreifen oder Graben steht, hilft eine Stange in den seltensten Fällen. Hier braucht es einen Kran oder eine spezielle Seilwinde, um das Fahrzeug erst wieder auf die Fahrbahn zu bringen, bevor überhaupt über den Weitertransport nachgedacht werden kann.

Im Winter kommt eine zusätzliche Schwierigkeit hinzu. Auf Schnee und Eis verändert sich das Bremsverhalten beider Fahrzeuge unvorhersehbar, und ein Sattelzug an der Stange kann bei Glätte viel leichter ins Schlingern geraten als bei trockener Fahrbahn. Bei winterlichen Bedingungen empfehlen wir in der Regel von vornherein eine Bergung mit spezialisierter Ausrüstung statt der starren Stange, dazu haben wir auch einen ausführlichen Beitrag zum LKW abschleppen im Winter veröffentlicht.

Ein weiterer klassischer Grenzfall ist die Autobahn selbst. Auf der Autobahn ist das Abschleppen mit starrer Stange grundsätzlich möglich, aber die Ausfahrt zur nächsten sicheren Stelle muss oft noch erreicht werden, und genau dort entscheidet sich häufig, ob eine kurze Fahrt mit Stange reicht oder ob wegen der hohen Verkehrsdichte und Geschwindigkeit ein Abschleppwagen mit Komplettaufnahme sicherer ist. Mehr zu diesem Thema findet sich in unserem Beitrag über den 24-Stunden-Abschleppdienst bei Nacht, wo nächtliche Autobahneinsätze eine besondere Rolle spielen.

Sicherheit beim Abschleppen mit Stange

Sicherheit beim Abschleppen mit starrer Stange hängt von drei Dingen ab: der Qualifikation des Fahrers im geschleppten Fahrzeug, der Kommunikation zwischen beiden Fahrzeugen und der Absicherung der gesamten Aktion nach außen.

Der Fahrer im geschleppten LKW muss einen gültigen Führerschein für die entsprechende Fahrzeugklasse besitzen, denn rechtlich gilt er während des Abschleppvorgangs als Führer eines Kraftfahrzeugs im Straßenverkehr, auch wenn der Motor nicht läuft oder der Antrieb ausgefallen ist. Er muss lenken und bremsen können, was bei ausgefallener Servolenkung deutlich mehr Kraft erfordert als im Normalbetrieb, und das sollte vorab abgeklärt werden.

Die Kommunikation zwischen beiden Fahrern erfolgt meist über Lichtzeichen, etwa Bremslicht und Blinker, ergänzt durch kurze Halte an sicheren Stellen, um sich abzustimmen. Funkgeräte oder Freisprechtelefonie erleichtern das erheblich, gerade bei längeren Fahrten zur nächsten Werkstatt.

Nach außen muss die gesamte Aktion für andere Verkehrsteilnehmer klar erkennbar sein. Beide Fahrzeuge fahren mit eingeschalteter Warnblinkanlage, das Tempo bleibt niedrig, und ein ausreichender Sicherheitsabstand zum übrigen Verkehr wird gehalten. Gerade auf mehrspurigen Straßen sollte der Fahrstreifen so gewählt werden, dass ein Überholen möglich bleibt, ohne dass andere Fahrzeuge riskant ausscheren müssen.

Praxisbeispiel aus dem mobilen Einsatz

Ein typischer Fall aus unserer Arbeit bei LKWHelp24: Ein Sprinter mit Anhänger ab 7,5 Tonnen bleibt auf einem Rastplatz an der A7 stehen, weil die Kupplung durchgerutscht ist und das Fahrzeug nicht mehr aus eigener Kraft anfahren kann. Der Fahrer ruft über WhatsApp bei uns an, schickt ein Foto der Situation und beschreibt, dass Bremsen und Lenkung normal funktionieren.

Unser Disponent fragt gezielt nach der Entfernung zur nächsten Werkstatt, dem Gesamtgewicht der Ladung und ob der Fahrer die restliche Fahrt selbst begleiten kann. Da die Werkstatt nur zwölf Kilometer entfernt liegt, die Bremsanlage intakt ist und das Gesamtgewicht innerhalb der zulässigen Last unserer Abschleppstange liegt, entscheiden wir uns für die schnelle Lösung mit Stange statt für einen vollen Abschleppwagen. Das spart dem Fahrer und dem Spediteur Zeit und Kosten, ohne die Sicherheit zu gefährden, weil alle Grundvoraussetzungen erfüllt sind.

Wäre die Bremsanlage ausgefallen gewesen oder die Strecke deutlich länger, hätten wir stattdessen einen Abschleppwagen mit Kompletthilfe geschickt. Diese Einschätzung passiert am Telefon oder per WhatsApp in wenigen Minuten, und genau darin liegt der Wert einer erfahrenen Disposition, die zwischen den beiden Lösungen unterscheiden kann, statt reflexhaft immer den größten und teuersten Wagen zu schicken.

Mehr Grundlagenwissen zum Thema Abschleppen und was rechtlich generell zu beachten ist, haben wir in unserem Beitrag Was ist beim Abschleppen zu beachten zusammengefasst, und wer konkret wissen will, was so ein Einsatz kostet, findet Zahlen in unserem Artikel zu den Kosten für den LKW-Abschleppdienst.

Warnblinklicht als Teil der Absicherung

Bevor überhaupt über Stange oder Kran entschieden wird, steht die Absicherung der Pannenstelle selbst an erster Stelle. Wir haben dazu einen eigenen Beitrag verfasst, der erklärt, worauf das Warnblinklicht hinweisen kann und welche Regeln nach StVO für Fahrer gelten. Diese Absicherung ist unabhängig davon Pflicht, ob am Ende eine starre Stange, ein Seil oder ein kompletter Abschleppwagen zum Einsatz kommt.

Versicherung und Haftung bei Abschleppvorgängen

Abschleppen LKW bei Muenchen

Ein Aspekt, der viele Fahrer und Disponenten beschäftigt, ist die Frage der Haftung während des Abschleppens. Grundsätzlich gilt: Sowohl das Zugfahrzeug als auch das geschleppte Fahrzeug bewegen sich im öffentlichen Straßenverkehr, und für beide gilt die reguläre Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Kommt es während des Abschleppvorgangs zu einem Schaden an einem dritten Fahrzeug, greift in der Regel die Haftpflicht des Zugfahrzeugs, da dieses die Fahrsituation aktiv steuert.

Anders sieht es aus, wenn die Stange selbst bricht oder sich löst, weil sie falsch montiert oder für das Gewicht des geschleppten Fahrzeugs nicht zugelassen war. In diesem Fall kann es zu Regressforderungen kommen, wenn nachgewiesen wird, dass die technischen Grenzen der Ausrüstung bewusst überschritten wurden. Aus diesem Grund dokumentieren seriöse Abschleppdienste wie LKWHelp24 vor jedem Einsatz das Gewicht der Ladung und die technischen Daten der eingesetzten Stange, um im Streitfall nachweisen zu können, dass alle Vorgaben eingehalten wurden.

Für Spediteure lohnt sich zusätzlich ein Blick in die eigene Transportversicherung, da diese je nach Vertrag auch Schäden abdeckt, die während eines Abschleppvorgangs an der Ladung selbst entstehen können, etwa durch ungewöhnliche Erschütterungen bei längeren Fahrten mit der Stange.

Häufige Fragen zur Abschleppstange beim LKW

Darf man mit einer Abschleppstange auf der Autobahn fahren?

Grundsätzlich ja, solange das geschleppte Fahrzeug über funktionierende Bremsen und Lenkung verfügt und die Geschwindigkeit deutlich reduziert wird. In der Praxis ist das Ziel meist die nächste Ausfahrt oder ein sicherer Standstreifen, nicht eine lange Weiterfahrt auf der Autobahn selbst.

Wie schnell darf man mit Abschleppstange fahren?

Die übliche Praxis liegt bei maximal 30 bis 40 km/h, abhängig von den Herstellerangaben zur Stange und dem Zustand des geschleppten Fahrzeugs. Bei Zweifeln an der Bremswirkung sollte die Geschwindigkeit noch weiter reduziert werden.

Braucht das geschleppte Fahrzeug einen eigenen Fahrer?

Ja, ein Fahrer mit gültiger Fahrerlaubnis muss im geschleppten Fahrzeug sitzen, lenken und bremsen. Ohne einsatzfähigen Fahrer ist die Stange keine Option, dann bleibt nur ein Abschleppwagen mit vollständiger Aufnahme des Fahrzeugs.

Was passiert, wenn die Bremsen des havarierten LKW ausgefallen sind?

Dann darf grundsätzlich nicht mit der Stange geschleppt werden, weil die Stange keine ausreichende Bremskraft für ein Fahrzeug ohne eigene Bremsanlage übertragen kann. In diesem Fall ist ein Abschleppwagen mit Achsaufnahme oder ein Tieflader die richtige Lösung.

Wie unterscheidet sich eine Abschleppstange von einem Abschleppseil?

Die Stange ist starr und hält den Abstand zwischen beiden Fahrzeugen konstant, während das Seil flexibel ist und beim Bremsen und Anfahren Rucke erzeugt. Für LKW und schwere Nutzfahrzeuge wird aus Sicherheitsgründen meist die Stange bevorzugt, weil sie stabiler ist und besser kontrolliert werden kann.

Was kostet ein Abschleppeinsatz mit Stange im Vergleich zu einer vollen Bergung?

Ein Einsatz mit Stange ist in der Regel deutlich günstiger, weil kein spezielles Kranfahrzeug oder Tieflader benötigt wird und die Einsatzzeit kürzer ausfällt. Genaue Preisspannen und Faktoren, die den Preis beeinflussen, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag zu den Abschleppkosten für LKW.

Unterschied zwischen starrer Stange und flexiblem Seil im Detail

Viele Fahrer, die selten mit Abschleppsituationen zu tun haben, unterschätzen den Unterschied zwischen Stange und Seil. Beim Seil bleibt zwischen den Fahrzeugen ein gewisser Spielraum, der bei jedem Bremsvorgang zu einem Ruck führt. Der geschleppte LKW rollt kurz auf, das Seil strafft sich wieder, und dieser Vorgang wiederholt sich bei jeder Geschwindigkeitsänderung. Bei einem leichten PKW mag das noch tolerierbar sein, bei einem mehrere Tonnen schweren Nutzfahrzeug führt dieser Ruck zu erheblichen Belastungen auf Kupplung, Rahmen und die Anhängevorrichtung selbst.

Die Stange nimmt diesen Ruck weitgehend heraus, weil sie sowohl Zug- als auch Schubkräfte übertragen kann. Fährt das Zugfahrzeug an, wird die Stange auf Zug belastet, bremst es ab, wird die Stange auf Druck belastet und hält den Abstand konstant. Das bedeutet aber auch, dass die Stange selbst und ihre Befestigungspunkte an beiden Fahrzeugen entsprechend robust ausgelegt sein müssen, denn die Kräfte, die bei einer Vollbremsung auftreten, sind erheblich größer als beim reinen Ziehen.

Ein weiterer praktischer Unterschied betrifft die Lenkbarkeit. Mit einem Seil hat der Fahrer des geschleppten Fahrzeugs mehr Spielraum, aber auch mehr Unsicherheit, weil sich das Fahrzeug bei Kurvenfahrt seitlich verschieben kann, bevor das Seil wieder strafft. Die Stange erzwingt eine gleichmäßigere Linienführung, was besonders auf kurvenreichen Landstraßen oder bei Fahrbahnwechseln auf der Autobahn spürbar sicherer ist.

Wartung und Zustand der Abschleppstange selbst

Ein Punkt, der in der öffentlichen Diskussion oft übersehen wird: Die Stange selbst muss regelmäßig kontrolliert werden. Rostbildung an den Verbindungspunkten, ausgeschlagene Bolzen oder Risse im Material können die zulässige Traglast erheblich reduzieren, ohne dass das auf den ersten Blick sichtbar ist. Professionelle Abschleppdienste wie LKWHelp24 prüfen ihre Ausrüstung nach jedem Einsatz und tauschen Verschleißteile aus, bevor sie zum Sicherheitsrisiko werden.

Auch die Kugelköpfe und Ösen an beiden Enden der Stange verschleißen mit der Zeit, besonders wenn sie häufig unter Volllast eingesetzt werden. Ein ausgeschlagener Kugelkopf kann während der Fahrt zu einem seitlichen Spiel führen, das die Kontrolle über das geschleppte Fahrzeug erschwert. Deshalb gehört die Sichtprüfung der Stange vor jedem Einsatz zur Routine, genauso wie die Kontrolle der Beleuchtung an beiden Fahrzeugen, denn ohne funktionierende Bremslichter und Blinker am geschleppten LKW ist die gesamte Aktion für andere Verkehrsteilnehmer kaum noch sicher einzuschätzen.

Warum Disponenten am Telefon so genau nachfragen

Kunden wundern sich manchmal, warum unsere Disponenten am Telefon so viele Detailfragen stellen, bevor ein Fahrzeug losgeschickt wird. Der Grund ist einfach: Jede falsche Einschätzung kostet doppelt. Schickt man eine Abschleppstange zu einem Fahrzeug, das eigentlich einen Kran braucht, muss später ohnehin noch ein zweites Fahrzeug anrücken, was die Wartezeit für den havarierten Fahrer erheblich verlängert. Schickt man umgekehrt einen kompletten Abschleppwagen mit Tieflader für eine einfache Kupplungspanne, die mit der Stange in zehn Minuten gelöst wäre, zahlt der Kunde unnötig drauf und blockiert wertvolle Kapazität, die an anderer Stelle gebraucht wird.

Deshalb fragen wir gezielt nach dem genauen Schadensbild, dem Gewicht der Ladung, dem Zustand von Bremsen und Lenkung und der Entfernung zur nächsten geeigneten Werkstatt oder Abstellfläche. Diese Fragen lassen sich in aller Regel in zwei bis drei Minuten klären, meist per WhatsApp mit Foto und kurzer Sprachnachricht, was Fahrern erspart, alles am Telefon in Stresssituationen exakt beschreiben zu müssen.

Kurz zusammengefasst vor der Entscheidung

Bevor ein Fahrer oder Disponent sich für die Stange entscheidet, lohnt sich ein kurzer gedanklicher Check: Ist die Strecke kurz genug, funktionieren Bremsen und Lenkung einwandfrei, sitzt ein einsatzfähiger Fahrer am Steuer des geschleppten Fahrzeugs, und liegt das Gesamtgewicht innerhalb der zulässigen Last der verwendeten Stange. Nur wenn alle vier Punkte erfüllt sind, ist die starre Verbindung tatsächlich die schnellere und günstigere Wahl gegenüber einer vollen Bergung.

Fazit

Die Abschleppstange ist eine schnelle und kostengünstige Lösung, aber nur unter klar definierten Bedingungen: kurze Strecke, funktionierende Bremsen und Lenkung, ein einsatzfähiger Fahrer und ein Gewicht innerhalb der zulässigen Last der Stange. Sobald eine dieser Bedingungen fehlt, ist der Griff zum vollwertigen Abschleppwagen oder zur Kranbergung die einzig sichere Option. Bei LKWHelp24 treffen unsere Disponenten diese Entscheidung täglich am Telefon und über WhatsApp, rund um die Uhr, für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen in Deutschland, Polen, England und Russland sprechend. Wer eine Panne hat und schnell wissen will, welche Lösung für seinen konkreten Fall passt, erreicht uns per WhatsApp unter +49 160 5753826, jederzeit, an jedem Tag der Woche.

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