Ein geplatzter Reifen an der Antriebsachse ist etwas anderes als ein Plattfuß an der Lenkachse. Der Sattelzug verliert Traktion, nicht Lenkbarkeit, und genau das macht die Situation auf der Autobahn tückisch. Am 23. Juli, tagsüber, traf es eine MAN-Sattelzugmaschine auf der A9 bei Ingolstadt, Fahrtrichtung München. Reifengröße 315/80 R22.5, montiert an der Antriebsachse.
Der Fahrer bemerkte zuerst ein dumpfes Schlagen im Heckbereich, dann ein Ziehen zur Seite. Kein Zufall: Bei einem Platzer an der Antriebsachse verliert das Fahrzeug schlagartig Kraftschluss auf einer Fahrzeugseite, während die andere Seite weiter volle Leistung überträgt. Unter Last, etwa beim Beschleunigen oder an einer leichten Steigung, kann das zum Schlingern führen.
Dieser Bericht beschreibt den kompletten Einsatz: von der Diagnose vor Ort über den Reifenwechsel bis zur Endkontrolle, mit exakter Zeitleiste und transparenter Kostenaufstellung. Wer wissen will, warum ein Reifen an der Antriebsachse anders behandelt wird als einer an der Lenkachse, findet hier die technischen Hintergründe.

Die Notfallsituation auf der A9
Der Fahrer war mit einer MAN-Sattelzugmaschine auf der A9 Richtung München unterwegs, als der rechte Reifen der Antriebsachse ohne Vorwarnung platzte. Reifengröße 315/80 R22.5, die Standardgröße für Antriebsachsen bei schweren Sattelzügen. Er lenkte das Fahrzeug kontrolliert auf den Standstreifen, aktivierte die Warnblinkanlage und stellte das Warndreieck auf.
An der Antriebsachse überträgt der Reifen nicht nur Gewicht, sondern auch das komplette Drehmoment des Motors. Fällt er aus, verändert sich die Kraftverteilung im gesamten Antriebsstrang schlagartig. Bei diesem Einsatz blieb es beim Materialschaden am Reifen selbst, ohne Folgeschäden an Felge oder Achse. Das ist keine Selbstverständlichkeit: Ein Platzer bei hoher Geschwindigkeit kann auch die Felge verformen oder das Kotflügelblech beschädigen.
Der Fahrer rief die Notrufnummer von LKWHelp24 an. Die Meldung ging um 13:50 Uhr ein, mit klarer Standortangabe über die Autobahnkilometrierung.
Wie wir den Einsatz organisiert haben
Nach Eingang des Notrufs lief die Disposition wie folgt ab:
- Standortbestätigung über GPS-Daten und Rückfrage beim Fahrer zur exakten Fahrtrichtung.
- Abfrage der Reifenspezifikation: 315/80 R22.5, Antriebsachse, Sattelzugmaschine MAN.
- Prüfung der Lagerverfügbarkeit für diese Reifengröße bei unserem Partnerbetrieb vor Ort in der Region Ingolstadt.
- Einteilung der mobilen Werkstatt mit Kompressor, hydraulischem Wagenheber und Drehmomentschlüssel.
- Übermittlung der voraussichtlichen Ankunftszeit an den Fahrer, damit dieser bei der Fahrzeugsicherung bleibt.
Die Disposition dauerte 15 Minuten. Danach folgte die Anfahrt zur A9. Unsere mehrsprachige Leitstelle ist rund um die Uhr besetzt, das beschleunigt die Abstimmung besonders bei ausländischen Fahrern, die auf Deutsch oder Englisch kommunizieren müssen.
Die Situation vor Ort
Als der Techniker eintraf, stand die Sattelzugmaschine sicher auf dem Standstreifen, das Warndreieck war korrekt platziert. Der Reifen an der Antriebsachse zeigte einen klaren Seitenwandriss, die Lauffläche hatte sich teilweise abgelöst.
Grundsätzlich arbeiten LKW-Reifen an der Antriebsachse mit einem Fülldruck zwischen 8,5 und 9,5 bar, abhängig von Beladung und Herstellervorgabe. Fällt der Druck plötzlich auf null, verschiebt sich die Last komplett auf den verbleibenden Reifen der Doppelbereifung. Das erhöht dort die Erwärmung und den Verschleiß, weshalb ein zügiger Wechsel wichtig ist, nicht nur wegen der Standzeit.
Der Techniker sicherte die Einsatzstelle zusätzlich mit eigenen Warnleuchten ab, da der Standstreifen an dieser Stelle schmal verläuft und der Verkehr auf der A9 dicht war. Diagnose und Absicherung dauerten 15 Minuten.
Warum die Antriebsachse konstruktiv anders ist
Wer an lkwhelp24.com schon Artikel über Lenkachsen-Reifen gelesen hat, kennt den Unterschied vielleicht schon in Grundzügen. An der Antriebsachse gelten andere Regeln, weil der Reifen eine völlig andere Aufgabe hat.
Ein Lenkachsenreifen muss vor allem präzise rollen und dabei Seitenführung liefern. Ein Antriebsachsenreifen dagegen muss Kraft auf die Fahrbahn bringen, bei Nässe, bei Schnee, bei voller Beladung. Deshalb unterscheidet sich das Profil grundlegend: tiefe, breite Querblöcke statt feiner Längsrillen. Diese Blöcke greifen ins Fahrbahnprofil, ähnlich wie bei einem Geländereifen, nur in kleinerem Maßstab.
Auch die Gummimischung ist eine andere. Antriebsachsenreifen bekommen eine härtere, abriebfestere Mischung im Laufflächenbereich, weil das Antriebsdrehmoment permanente Scherkräfte erzeugt. Bei Herstellern wie Continental oder Michelin findet man dafür eigene Produktlinien, getrennt von Lenkachsen- und Trailerreifen.
Ein Detail, das viele Fahrer übersehen: die Kennzeichnung M+S zusammen mit dem Alpine-Symbol, in der Fachsprache 3PMSF genannt (three-peak mountain snowflake). Diese Kennzeichnung ist in Deutschland bei winterlichen Bedingungen keine Empfehlung, sondern Pflicht, mindestens an der Antriebsachse.
Winterreifenpflicht in Deutschland: was das Gesetz verlangt
Nach §2 Absatz 3a der Straßenverkehrsordnung müssen bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schneeglätte, Eisglätte, Schneematsch oder Reifglätte Fahrzeuge mit Reifen ausgerüstet sein, die eine geeignete Bereifung tragen. Für Lastkraftwagen gilt konkret: mindestens die Antriebsachse muss mit M+S- beziehungsweise 3PMSF-gekennzeichneten Reifen bestückt sein. Details dazu regelt die StVO in ihrer aktuellen Fassung, die auch Vorgaben zur Profiltiefe von Nutzfahrzeugreifen enthält.
Ein Verstoß gegen die Winterreifenpflicht ist kein Kavaliersdelikt. Es drohen Bußgeld und ein Punkt im Fahreignungsregister, bei Behinderung anderer Verkehrsteilnehmer steigt das Bußgeld weiter. Kommt es dazu noch zu einem Unfall, kann die Versicherung bei nachgewiesener Missachtung der Ausrüstungspflicht Regressansprüche geltend machen, in besonders schweren Fällen sogar die Leistung ganz verweigern. Für Speditionen bedeutet das ein konkretes finanzielles Risiko, das über den reinen Bußgeldbetrag weit hinausgeht.
Der Einsatz bei Ingolstadt fand im Juli statt, tagsüber, ohne winterliche Bedingungen. Trotzdem war der ausgefallene Reifen mit M+S/3PMSF gekennzeichnet, wie es bei durchgehend genutzten Fernverkehrsfahrzeugen üblich ist. Fuhrparks rüsten Antriebsachsen häufig ganzjährig mit solchen Reifen aus, weil sich der Wechsel zweimal im Jahr bei intensiver Nutzung kaum lohnt und die Traktionsvorteile auch bei Nässe im Sommer spürbar sind.
Traktionsverlust und Schleudergefahr: die Physik dahinter
Warum ist ein Platzer an der Antriebsachse gefährlicher als an der Lenkachse? Die Antwort liegt in der Kraftübertragung. Fällt ein Reifen der Doppelbereifung aus, muss der verbleibende Reifen dieselbe Antriebskraft allein übertragen. Bei einer Steigung reicht die Haftung dann oft nicht mehr aus, das Fahrzeug bleibt liegen, obwohl der Motor noch Leistung liefert.
Unter Last ist die Situation noch heikler. Bricht die Traktion einseitig weg, während der Fahrer beschleunigt oder das Sperrdifferenzial eingreift, kann das Heck des Zugfahrzeugs seitlich ausbrechen. Bei einem beladenen Sattelzug mit hohem Schwerpunkt ist das kein theoretisches Risiko, sondern ein realer Grund für Schleudern, besonders bei Nässe oder auf unebener Fahrbahn.
Genau deshalb reagierte der Fahrer in diesem Fall richtig: sofort vom Gas, kontrolliert auf den Standstreifen lenken, keine abrupte Bremsung. Ein Bremsmanöver bei einseitigem Traktionsverlust hätte das Ausbrechen eher begünstigt als verhindert.
Die Paarungsregel: warum Reifen an einer Achse zusammenpassen müssen
An der Antriebsachse eines Sattelzugs sitzen in der Regel zwei Reifen pro Seite, die sogenannte Zwillingsbereifung. Für diese Paarung gilt eine feste Regel: gleicher Reifentyp, ähnlicher Abrieb, wenn möglich derselbe Hersteller. Wer diese Regel ignoriert, riskiert mehr als nur ungleichmäßigen Verschleiß.
Unterschiedliche Reifen haben unterschiedliche Abrollumfänge, selbst bei identischer Nenngröße. Diese Differenz führt dazu, dass die beiden Reifen einer Doppelbereifung mit leicht unterschiedlicher Drehzahl laufen wollen. Das Achsdifferenzial muss diesen Unterschied ständig ausgleichen, was die Bauteile im Antriebsstrang zusätzlich belastet. Über Wochen und Monate kann das zu vorzeitigem Verschleiß am Differenzial und im ungünstigsten Fall zu teuren Getriebeschäden führen.
Bei diesem Einsatz montierte der Techniker deshalb einen Reifen desselben Typs und derselben Profiltiefe wie der noch intakte Zwillingsreifen auf der gleichen Achsseite. Nur so bleibt die Kraftübertragung im Rahmen der Herstellertoleranzen, wie sie Achshersteller für den störungsfreien Betrieb voraussetzen.
Warum Antriebsachsenreifen schneller verschleißen
Antriebsachsenreifen nutzen sich in der Regel deutlich schneller ab als Lenkachsenreifen, oft mit einer um 20 bis 30 Prozent kürzeren Laufleistung. Der Grund liegt wieder im ständigen Kraftschluss: jede Beschleunigung, jedes Anfahren am Berg, jede Traktion bei Nässe erzeugt zusätzlichen Abrieb an der Lauffläche.
In der Fuhrparkpraxis begegnet man dem mit regelmäßiger Achsumsetzung, also dem planmäßigen Tausch der Reifenposition zwischen Achsen, sofern die Reifenbauart das zulässt. Viele Speditionen legen dafür feste Intervalle fest, etwa alle 20.000 bis 30.000 Kilometer, und dokumentieren die Profiltiefe bei jeder Umsetzung. Das verlängert die Gesamtlaufleistung des Reifensatzes und verteilt die Kosten gleichmäßiger über die Nutzungsdauer.
Schritt-für-Schritt: der Reifenwechsel an der Antriebsachse
Schritt 1 – Diagnose und Absicherung. Der Techniker prüfte zunächst den Schaden am ausgefallenen Reifen, kontrollierte Felge und Bremsanlage auf Folgeschäden und stellte zusätzliche Warnsicherung auf.
Schritt 2 – Fahrzeug aufbocken. Mit dem hydraulischen Wagenheber wurde die Antriebsachse auf der betroffenen Seite angehoben, die Achse zusätzlich mit einem Unterstellbock gesichert.
Schritt 3 – Demontage. Die Radmuttern wurden gelöst, der beschädigte Reifen samt Felge abgenommen. Der Techniker prüfte dabei auch den zweiten Reifen der Zwillingsbereifung auf Riefen, eingefahrene Fremdkörper und ungleichmäßigen Abrieb.
Schritt 4 – Montage des neuen Reifens. Der neue 315/80 R22.5 wurde aufgezogen, ausgewuchtet und montiert. Wichtig war hier die Übereinstimmung mit dem Profiltyp des verbleibenden Reifens, wie oben beschrieben.
Schritt 5 – Anziehen im Kreuzmuster und Endkontrolle. Die Radmuttern wurden mit dem Drehmomentschlüssel im Kreuzmuster festgezogen, das verteilt die Anpresskraft gleichmäßig auf die Radnabe und verhindert Verzug. Anschließend folgte die Kontrolle: Anzugsdrehmoment auf allen Muttern, Zustand des Nachbarreifens, feste Sitzposition der Felge, keine sichtbaren Beschädigungen.
Die vollständige Zeitleiste
| Zeit | Phase | Aktion |
|---|---|---|
| 13:50 | Notruf | Meldung des Fahrers geht in der Leitstelle ein |
| 13:50–14:05 | Disposition | Standort- und Reifenklärung, Einteilung der mobilen Werkstatt (15 Min) |
| 14:05–14:50 | Anfahrt | Fahrt zur A9 bei Ingolstadt (45 Min) |
| 14:50–15:05 | Diagnose | Absicherung der Einsatzstelle, Prüfung des Schadens (15 Min) |
| 15:05–16:05 | Reifenwechsel | Demontage, Montage, Anziehen im Kreuzmuster (60 Min) |
| 16:05 | Abschluss | Endkontrolle abgeschlossen, Fahrzeug wieder einsatzbereit |
Gesamtzeit vom Anruf bis zum Einsatzende: 2 Stunden 15 Minuten. Das liegt im typischen Rahmen für einen Reifenwechsel an der Antriebsachse auf der Autobahn, bei dem der neue Reifen bereits im mobilen Bestand verfügbar war.
Die Kostenaufstellung
| Position | Preis (EUR, netto) |
|---|---|
| Anfahrt | 240 € |
| Arbeitszeit (1,25 Std à 120 €/h) | 150 € |
| Reifen 315/80 R22.5 (Antriebsachse) | 560 € |
| Altreifenentsorgung | 20 € |
| GESAMT | 970 € netto (zzgl. MwSt.) |
Der Reifenpreis macht bei diesem Einsatz mit 560 € den größten Anteil aus, das ist bei Antriebsachsenreifen normal, weil die Karkasse robuster gebaut ist als bei Lenkachsenreifen vergleichbarer Größe. Die Anfahrtskosten hängen von der Entfernung des nächsten Einsatzfahrzeugs ab, an einer stark befahrenen Route wie der A9 sind sie meist im mittleren Preisbereich.
Zum Vergleich: Ein Standtag eines Sattelzugs mit Ladung kostet je nach Fracht und Vertrag zwischen 800 und 1200 € pro Tag, allein durch entgangene Fahrleistung und mögliche Vertragsstrafen bei verspäteter Zustellung. Gemessen daran ist ein professioneller Einsatz für 970 € netto in gut zwei Stunden eine wirtschaftlich klare Entscheidung.
Warum ein Profi den Reifenwechsel übernehmen sollte
Ein Reifenwechsel an der Antriebsachse eines Sattelzugs unterscheidet sich deutlich von einem Radwechsel am Pkw. Ohne Fachausrüstung und Erfahrung entstehen typische Risiken:
- Falsches Anzugsdrehmoment führt zu losen Radmuttern oder überdehnten Radbolzen, im schlimmsten Fall zum Radverlust während der Fahrt.
- Fehlende Kenntnis der Paarungsregel führt zu Mischbereifung an einer Achse, mit den bereits beschriebenen Folgen für Differenzial und Getriebe.
- Ohne hydraulisches Spezialwerkzeug lässt sich ein 315/80 R22.5 kaum sicher demontieren, das Rad wiegt inklusive Felge über 80 Kilogramm.
- Fehlerhafte Absicherung der Einsatzstelle auf der Autobahn ist ein erhebliches Unfallrisiko, sowohl für den Fahrer als auch für den vorbeifahrenden Verkehr.
- Ein beschädigter, aber weitergefahrener zweiter Reifen der Zwillingsbereifung kann später ebenfalls ausfallen, oft an einer ungünstigeren Stelle.
Typische Einsätze dieser Art in Deutschland
Reifenplatzer an der Antriebsachse gehören zu den häufigeren Einsätzen unserer mobilen Teams, quer durch Deutschland. Wir sind regelmäßig bei ähnlichen Fällen im Einsatz, etwa bei einem Reifenplatzer an der Antriebsachse auf der A1 bei Bremen oder bei einem Scania mit geplatztem Antriebsachsreifen auf der A4 bei Dresden. Auch auf der A9 selbst kommen wir häufiger zum Einsatz, nicht nur bei Reifenplatzern an der Antriebsachse, sondern auch bei Aufliegern und Zugmaschinen unterschiedlichster Marken.
Die Muster ähneln sich: hohe Autobahnauslastung, schwere Beladung, Reifenermüdung durch Hitze im Sommer oder Kälte im Winter. Fuhrparks, die viel auf Langstrecke unterwegs sind, sollten Antriebsachsenreifen deshalb in ihre routinemäßige Wartung fest einplanen.
Prävention für Fahrer und Fuhrparks
Ein Reifenplatzer lässt sich nicht immer verhindern, aber das Risiko sinkt deutlich mit konsequenter Kontrolle. Fahrer sollten den Reifendruck an der Antriebsachse regelmäßig prüfen, mindestens einmal wöchentlich bei Dauerbetrieb, und dabei besonders auf ungleichmäßigen Verschleiß zwischen den beiden Reifen einer Zwillingsbereifung achten.
Fuhrparks profitieren von einer festen Wartungsroutine: Profiltiefenmessung bei jeder Inspektion, dokumentierte Achsumsetzung, und der Austausch von Reifen bereits vor Erreichen der gesetzlichen Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern. Wer wartet, bis das Profil an der gesetzlichen Grenze liegt, riskiert bei ungünstiger Kombination aus Hitze, Last und langer Fahrzeit genau den Ausfall, wie er hier bei Ingolstadt passierte.
Auch die Fahrweise spielt eine Rolle. Abruptes Beschleunigen an der Antriebsachse erzeugt zusätzliche Scherkräfte im Reifen, besonders bei voller Beladung. Gleichmäßiges Anfahren schont die Karkasse spürbar.
Reifen und Fuhrparkwartung: der erweiterte Blick
Für Fuhrparks lohnt sich ein strukturierter Blick auf die gesamte Reifenflotte, nicht nur auf einzelne Achsen. Hersteller wie Bridgestone und Goodyear bieten für Nutzfahrzeuge eigene Serien speziell für Antriebsachsen, mit optimierter Balance zwischen Traktion, Laufleistung und Kraftstoffverbrauch. Die Wahl des richtigen Lastindex ist dabei ebenso wichtig wie die Profilgestaltung, gerade bei schweren Sattelzügen mit wechselnder Beladung.
Ein weiterer Faktor ist die Reifendruckkontrolle. Moderne Systeme melden Druckverlust in Echtzeit an den Fahrer, was einen plötzlichen Platzer wie in diesem Fall zwar nicht immer verhindert, aber häufig frühzeitig anzeigt, wenn sich ein Schaden anbahnt. Für Speditionen mit großer Flotte amortisiert sich eine solche Investition oft schon nach wenigen verhinderten Standzeiten. Ergänzend lohnt sich für Fuhrparks der Blick in unsere LKW-Werkstatt, wenn neben dem Reifen auch andere Verschleißteile an der Achse fällig werden.
Auch die Lagerlogistik gehört dazu: Betriebe, die häufig auf bestimmten Strecken unterwegs sind, profitieren davon, wenn ihr Servicepartner gängige Größen wie 315/80 R22.5 oder 385/65 R22.5 kurzfristig verfügbar hat, statt erst bestellen zu müssen.
Warum Speditionen und Fahrer uns wählen
Unsere Leitstelle ist 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche besetzt, mehrsprachig, damit auch ausländische Fahrer ohne Verzögerung kommunizieren können. Unser Netzwerk aus mobilen Werkstätten und regionalen Partnerbetrieben deckt ganz Deutschland ab, sodass die Anfahrtszeiten auch abseits der großen Ballungsräume überschaubar bleiben.
Die Preisgestaltung ist transparent: Jeder Einsatz endet mit einer nachvollziehbaren Kostenaufstellung, aufgeschlüsselt nach Anfahrt, Arbeitszeit, Material und Entsorgung. Unsere Techniker arbeiten mit kalibriertem Drehmomentwerkzeug und dokumentieren jeden Wechsel, das schafft Nachvollziehbarkeit für Fuhrparkleiter und Versicherungen gleichermaßen.
Häufige Fragen
Was kostet ein LKW-Reifenwechsel an der Antriebsachse auf der Autobahn?
Bei diesem Einsatz lag die Gesamtsumme bei 970 € netto, zusammengesetzt aus Anfahrt, Arbeitszeit, Reifen und Entsorgung. Die genaue Summe hängt von Reifengröße, Entfernung und Tageszeit ab, üblich sind 750 bis 1400 € für einen LKW-Reifenwechsel auf der Autobahn.
Wie lange dauert ein Reifenwechsel an der Antriebsachse?
Der reine Wechsel dauerte hier 60 Minuten. Von der Alarmierung bis zur Wiederherstellung der Fahrbereitschaft vergingen insgesamt 2 Stunden 15 Minuten, inklusive Anfahrt und Absicherung der Einsatzstelle.
Muss an der Antriebsachse immer ein Reifen mit M+S/3PMSF-Kennzeichnung montiert sein?
Bei winterlichen Straßenverhältnissen ist das nach §2 StVO Pflicht, mindestens für die Antriebsachse. Viele Fuhrparks rüsten aus Praktikabilität ganzjährig mit solchen Reifen aus.
Warum darf man an einer Achse keine unterschiedlichen Reifen mischen?
Unterschiedliche Reifen haben unterschiedliche Abrollumfänge. Das zwingt das Achsdifferenzial zu ständigem Ausgleich, was Verschleiß am Antriebsstrang beschleunigt und im ungünstigen Fall zu teuren Folgeschäden führt.
Wer zahlt den Einsatz bei einem Reifenplatzer auf der Autobahn?
In der Regel trägt der Fahrzeughalter oder die Spedition die Kosten, sofern keine anderslautende Vereinbarung mit einer Versicherung oder Pannenhilfe-Flatrate besteht. Wir stellen die Rechnung transparent und direkt aus.
Was passiert, wenn der zweite Reifen der Zwillingsbereifung auch beschädigt ist?
Der Techniker prüft bei jedem Einsatz den Zustand des Nachbarreifens. Zeigt er Riefen oder tiefere Schäden, empfehlen wir den direkten Austausch beider Reifen, um einen erneuten Ausfall auf der Weiterfahrt zu vermeiden.
Zusammenfassung
MAN-Sattelzugmaschine, A9 bei Ingolstadt, Fahrtrichtung München. Reifenplatzer an der Antriebsachse, Reifengröße 315/80 R22.5. Notruf um 13:50 Uhr, Reaktionszeit bis vor Ort 45 Minuten, Gesamteinsatzzeit 2 Stunden 15 Minuten. Kosten: 970 € netto. Kein Folgeschaden an Felge oder Achse, der zweite Reifen der Zwillingsbereifung blieb bei der Kontrolle unauffällig.
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