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Digitaler Tachograph ausgefallen auf der A5 bei Baden-Baden: Sattelzug in 2 Stunden 25 Minuten wieder unterwegs zur Fachwerkstatt

Kurzfassung: Am 5. August fiel bei einem Sattelzug Mercedes-Benz Actros auf der A5 bei Baden-Baden, Fahrtrichtung Basel, tagsüber der digitale Tachograph aus. Das Gerät zeichnete Lenk- und Ruhezeiten nicht mehr auf – Weiterfahrt ohne Reparatur oder Ersatzmaßnahme wäre ein Bußgeldrisiko gewesen. Von Notruf bis Weiterfahrt zur akkreditierten Fachwerkstatt vergingen 145 Minuten, die Kosten lagen bei 490 € netto.

Ein Tachographenausfall wirkt auf den ersten Blick harmloser als ein Reifenplatzer oder ein Motorschaden – es raucht nichts, es steht nichts still. Genau das macht ihn tückisch. Der Fahrer merkt oft erst nach Kilometern, dass das Display eine Fehlermeldung zeigt oder gar nichts mehr aufzeichnet, und muss dann in Sekunden entscheiden: weiterfahren, anhalten oder zurückrufen.

Rechtlich ist die Sache eindeutig unangenehm. Ein defekter Tachograph gehört laut Bundesamt für Güterverkehr zu den teuersten Verstößen im Kontrollkatalog, und die Verantwortung trifft nicht nur den Fahrer, sondern auch das Unternehmen. Wer in diesem Moment weiß, was zu tun ist – handschriftliche Aufzeichnung, richtige Meldung, schnelle Anfahrt eines Fachbetriebs –, übersteht die Situation ohne Strafzettel und ohne tagelangen Stillstand.

LKW Pannenhilfe vor Ort — Digitaler Tachograph ausgefallen auf der A5 bei Baden-Baden: Sattelzug in 2 Stunden 25 Min
Sattelzugmaschine Mercedes-Benz Actros auf dem Seitenstreifen der A5 bei Baden-Baden – Diagnose des ausgefallenen digitalen Tachographen durch den Techniker vor Ort.

Der Vorfall: Tachographenausfall auf der A5

Ein Sattelzug Mercedes-Benz Actros war am 5. August tagsüber auf der A5 in Fahrtrichtung Basel unterwegs, als der Fahrer bemerkte, dass der digitale Tachograph keine Daten mehr aufzeichnete. Das Kontrollgerät zeigte eine Störung an, statt Lenk- und Ruhezeiten wie gewohnt fortlaufend zu erfassen.

Der Fahrer entschied sich richtig: Er fuhr auf dem nächsten Streifen bei Baden-Baden auf den Seitenstreifen, sicherte das Fahrzeug ab und rief die Notrufnummer an. Am Sattelzug selbst war äußerlich kein Schaden erkennbar – kein Rauch, keine Warnleuchten am Motor, keine ungewöhnlichen Geräusche. Das Problem lag ausschließlich in der Elektronik des Kontrollgeräts, was die Situation zunächst schwer einzuschätzen machte: Ist das Fahrzeug fahrbereit oder nicht?

Ein digitaler Tachograph ist bei jedem Lkw ab 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse im gewerblichen Verkehr Pflicht. Fällt er aus, verliert der Fahrer nicht nur die automatische Aufzeichnung, sondern auch die rechtliche Absicherung bei einer Kontrolle. Ohne Ersatzmaßnahme drohen empfindliche Bußgelder – sowohl dem Fahrer als auch dem Unternehmen.

Wie die Hilfe organisiert wurde

Die Disposition musste in diesem Fall zwei Dinge gleichzeitig klären: einen Techniker mit Elektrik- und Tachographen-Erfahrung finden und dem Fahrer sofort erklären, wie er die Fahrt bis zum Eintreffen rechtssicher dokumentiert.

Ablauf der Disposition:

  1. Notruf entgegennehmen, Standort A5 bei Baden-Baden und Fahrzeugtyp erfassen.
  2. Fehlerbild abfragen: Display-Fehlermeldung, Kartenleser, Drucker – erste Einschätzung der Ursache.
  3. Fahrer anweisen, sofort mit der manuellen Aufzeichnung der Lenk- und Ruhezeiten zu beginnen.
  4. Passenden Servicepartner mit Elektrik- und Tachographenkompetenz aus dem regionalen Netzwerk auswählen.
  5. Anfahrtszeit kommunizieren und Kontakt zum Fahrer während der Wartezeit halten.

Die Disposition war nach 15 Minuten abgeschlossen, um 11:55 Uhr. Für die Anfahrt zur A5 bei Baden-Baden benötigte der Partner 55 Minuten – ein realistischer Wert für einen Werktag mit normalem Verkehrsaufkommen auf dieser Strecke.

Die Lage vor Ort: Warum ein Tachographenfehler kein Bagatellproblem ist

Ein Tachographendefekt betrifft nicht die Fahrsicherheit im klassischen Sinn, sondern die Rechtssicherheit der gesamten Fahrt. Genau deshalb darf er nicht auf die leichte Schulter genommen werden, auch wenn das Fahrzeug technisch weiterfahren könnte.

Der Techniker musste vor Ort zunächst zwei Fragen beantworten: Handelt es sich um einen reparablen Fehler, der sich vor Ort beheben lässt, oder um einen Defekt, der zwingend eine kalibrierte Fachwerkstatt erfordert? Und ist die Weiterfahrt mit manueller Aufzeichnung überhaupt zulässig, oder muss das Fahrzeug abgeschleppt werden?

Digitale Kontrollgeräte sind plombiert. Das Siegel darf ausschließlich in einer dafür zugelassenen Kalibrierwerkstatt geöffnet werden – jeder Eingriff außerhalb dieses Rahmens macht das Gerät rechtlich ungültig, selbst wenn die Reparatur technisch sauber wäre. Der Techniker konnte also vor Ort diagnostizieren, aber nicht kalibrieren oder das Gehäuse öffnen.

Die Arbeit vor Ort: Diagnose, Dokumentation, Eskorte

Schritt 1 – Sichtprüfung und Absicherung. Warndreieck, Warnweste, Sicherung des Fahrzeugs auf dem Seitenstreifen. Erst danach beginnt die eigentliche Diagnose.

Schritt 2 – Erstdiagnose. Der Techniker prüft Stromversorgung, Kartenleser, Sensoranschluss und Anzeige des Kontrollgeräts, um die Fehlerquelle einzugrenzen.

Schritt 3 – Elektrik- und Tachographendiagnose. Mit Diagnosegerät wird die Verbindung zwischen Bewegungssensor, Steuergerät und Tachograph geprüft. Ziel: feststellen, ob die Ursache in der Verkabelung, im Sensor oder im Kontrollgerät selbst liegt.

Schritt 4 – Übergabeprotokoll und manuelle Aufzeichnung. Der Techniker dokumentiert den Zustand des Fahrzeugs, erklärt dem Fahrer die korrekte handschriftliche Aufzeichnung der Lenk- und Ruhezeiten auf der Rückseite des Ausdrucks und stellt sicher, dass alle bisherigen Fahrzeiten nachvollziehbar festgehalten sind.

Schritt 5 – Organisation der Weiterfahrt. Da eine Reparatur vor Ort wegen der Plombierung ausgeschlossen war, organisierte der Partner die Begleitung des Sattelzugs bis zur nächsten akkreditierten Fachwerkstatt, wo Kalibrierung und Reparatur fachgerecht erfolgen konnten.

Diese fünf Schritte zusammen sorgten dafür, dass der Fahrer die Fahrt fortsetzen konnte, ohne bei einer möglichen Kontrolle unterwegs ein Problem zu bekommen.

Timeline des Einsatzes

Zeit Phase Aktion
11:40 Notruf Meldung des Tachographenausfalls eingegangen
11:55 Disposition Partner beauftragt (15 Min.)
12:50 Ankunft Eintreffen auf der A5 bei Baden-Baden (55 Min. Anfahrt)
12:50–13:15 Erstdiagnose Sichtprüfung, Absicherung (25 Min.)
13:15–13:45 Diagnose Elektrik-/Tachographendiagnose (30 Min.)
13:45–14:05 Abschluss Übergabeprotokoll, manuelle Aufzeichnung erklärt, Eskorte organisiert (20 Min.)

Gesamtzeit: 2 Stunden 25 Minuten (145 Minuten) vom Anruf bis zur Weiterfahrt zur Fachwerkstatt.

Was der Einsatz gekostet hat

Ein Tachographenausfall auf der Autobahn kostet in diesem Fall 490 € netto – deutlich weniger als ein Tag Standzeit, der bei verspäteter oder falscher Reaktion leicht 800–1.200 € kostet.

Position Preis (EUR, netto)
Anfahrtspauschale 220 €
Diagnose Elektrik/Tachograph (1 Std. à 120 €/Std.) 120 €
Begleitung/Koordination bis zur Fachwerkstatt 150 €
Gesamt 490 €

Alle Beträge netto, zzgl. MwSt. Wäre die Weiterfahrt aus rechtlichen oder technischen Gründen nicht zulässig gewesen, hätte statt der Begleitung ein Abschleppdienst zur Fachwerkstatt organisiert werden müssen – abhängig von der Entfernung zwischen 850 € und 1.600 €.

Der Preisunterschied zwischen Begleitung und Abschleppen ist erheblich, deshalb lohnt sich die genaue Vorabklärung: Ist das Fahrzeug mit manueller Aufzeichnung überhaupt weiterfahrtberechtigt? Diese Einschätzung trifft der Techniker vor Ort anhand des konkreten Fehlerbilds.

Was ist ein digitaler Tachograph und wozu dient er?

Ein digitaler Tachograph zeichnet Lenkzeit, Arbeitszeit und Ruhezeit des Fahrers automatisch auf und dokumentiert damit die Einhaltung der EU-Sozialvorschriften im Straßenverkehr. Seit 2023 ist für Neufahrzeuge im grenzüberschreitenden Verkehr der Smart-Tacho der 2. Generation vorgeschrieben, der Positionsdaten per Satellit erfasst und bei Kontrollen Daten aus der Ferne übermitteln kann.

Das Gerät speichert die Daten auf der Fahrerkarte und im Massenspeicher des Kontrollgeräts. Beide Datensätze müssen regelmäßig ausgelesen und archiviert werden – die Fahrerkarte alle 28 Tage, der Fahrzeugspeicher alle 90 Tage. Fällt der Tachograph aus, unterbricht das die automatische Dokumentation komplett, unabhängig davon, ob der Fahrer selbst die gesetzlichen Lenkzeiten einhält. Hersteller wie Mercedes-Benz Trucks verbauen die Geräte serienmäßig in enger Abstimmung mit den Vorgaben der EU-Verordnung.

Lenk- und Ruhezeiten nach EU-Verordnung: die wichtigsten Regeln

Die EU-Verordnung 561/2006 schreibt feste Grenzen für Lenk- und Ruhezeiten vor, unabhängig davon, ob der Tachograph funktioniert oder nicht. Diese Regeln gelten für Lkw ab 3,5 Tonnen im gewerblichen Güterverkehr in der gesamten EU.

Die wichtigsten Eckwerte im Überblick:

  • Nach spätestens 4,5 Stunden Lenkzeit ist eine Pause von mindestens 45 Minuten vorgeschrieben.
  • Die tägliche Lenkzeit darf 9 Stunden nicht überschreiten, zweimal pro Woche sind 10 Stunden zulässig.
  • Die tägliche Ruhezeit beträgt in der Regel 11 Stunden, kann aber dreimal pro Woche auf 9 Stunden verkürzt werden.
  • Die wöchentliche Ruhezeit beträgt mindestens 45 Stunden am Stück.

Die vollständigen Regelungen finden sich in der EU-Verordnung 561/2006 zu Lenk- und Ruhezeiten. Diese Grenzwerte gelten unverändert, auch wenn der Tachograph ausfällt – der Fahrer muss sie einhalten und zusätzlich manuell dokumentieren.

Folgen einer Weiterfahrt mit defektem Tachographen

Ein defekter Tachograph ohne Ersatzmaßnahme gehört zu den teuersten Verstößen bei einer Straßenkontrolle. Das Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und die Polizei prüfen bei jeder Kontrolle routinemäßig, ob das Kontrollgerät korrekt funktioniert und ob die Aufzeichnungen lückenlos sind.

Wird ein Ausfall ohne manuelle Ersatzaufzeichnung festgestellt, drohen Bußgelder gegen den Fahrer und zusätzlich gegen das Unternehmen – die Höhe richtet sich nach der Dauer der Lücke und danach, ob eine Kontrolle bereits vorher auf denselben Mangel hingewiesen hatte. Bei nachgewiesenen Manipulationen am Gerät handelt es sich nicht mehr um eine Ordnungswidrigkeit, sondern um eine Straftat mit entsprechend höheren Konsequenzen, bis hin zur sofortigen Stilllegung des Fahrzeugs.

Ehrlich gesagt: Der eigentliche Fehler passiert selten am Tachographen selbst, sondern danach – wenn Fahrer aus Zeitdruck einfach weiterfahren, ohne die Ausfallzeit zu dokumentieren. Genau das lässt sich mit wenigen Handgriffen vermeiden.

Was bei Tachographenausfall unterwegs zu tun ist

Bei einem Ausfall muss der Fahrer die Lenk- und Ruhezeiten manuell auf der Rückseite eines Schaublatts oder Ausdrucks dokumentieren – das ist der gesetzlich vorgesehene Ersatzweg nach der EU-Verordnung 165/2014 über Fahrtenschreiber im Straßenverkehr.

Konkret bedeutet das: Uhrzeiten von Fahrtbeginn, Pausen und Fahrtende werden handschriftlich mit Datum, Kennzeichen und Kilometerstand notiert. Die Verordnung sieht vor, dass der Tachograph so schnell wie möglich repariert werden muss – spätestens bei Rückkehr zum Betriebssitz, wenn die Fahrt dorthin führt, oder innerhalb einer Woche ab dem Ausfall, wenn eine Rückkehr innerhalb dieser Frist nicht vorgesehen ist. Bis dahin gilt die manuelle Aufzeichnung als vollwertiger Ersatz, sofern sie lückenlos und korrekt geführt wird.

Wichtig: Diese Frist ersetzt nicht die Pflicht, den Defekt so schnell wie praktikabel beheben zu lassen. Ein Unternehmen, das den Ausfall kennt und die Reparatur unnötig hinauszögert, verstößt gegen die Sorgfaltspflicht – auch innerhalb der gesetzlichen Frist.

Wie lange darf mit manueller Aufzeichnung gefahren werden?

Grundsätzlich bis zur nächsten Möglichkeit einer fachgerechten Reparatur, längstens jedoch bis zur Rückkehr zum Betriebssitz oder eine Woche ab dem Ausfall. Bei einer Kontrolle während dieser Zeit verlangt der Prüfer typischerweise den aktuellen Ausdruck mit den handschriftlichen Einträgen der letzten Tage, gegebenenfalls die Fahrerkarte zum Abgleich der vorherigen Aufzeichnungen und eine plausible Erklärung, wann und wo der Defekt aufgetreten ist.

Ein sauber geführtes, lückenloses Protokoll mit Datum, Uhrzeit und Unterschrift überzeugt bei einer Kontrolle deutlich mehr als hastige Notizen im Nachhinein. Deshalb lohnt es sich, direkt beim ersten Anzeichen eines Fehlers mit der manuellen Dokumentation zu beginnen, statt erst nach Rücksprache mit der Disposition.

Typische Tachographenfehler auf der Straße

Nicht jeder Ausfall hat dieselbe Ursache, und die Behebung unterscheidet sich entsprechend stark. In der Praxis begegnen unsere Partner immer wieder denselben fünf Fehlerbildern:

  1. Fahrerkarte wird nicht erkannt – oft durch Kontaktprobleme im Kartenleser oder eine beschädigte Chipfläche.
  2. Druckerausfall – das Gerät zeichnet weiter auf, kann aber keinen Ausdruck mehr erzeugen.
  3. Fehler am Bewegungssensor – die Verbindung zwischen Getriebe und Tachograph ist unterbrochen oder liefert fehlerhafte Signale.
  4. Entladene interne Batterie – die Pufferbatterie des Geräts hält Uhrzeit und Grundfunktionen auch bei Zündung aus aufrecht; ist sie leer, kann das Gerät Aussetzer zeigen.
  5. Beschädigte Verkabelung am Sensor – Scheuerstellen oder Korrosion an den Leitungen zwischen Getriebe und Steuergerät.

Welcher dieser Fehler vorliegt, lässt sich meist erst mit einem Diagnosegerät vor Ort zuverlässig feststellen, nicht anhand der Fehlermeldung allein.

Plombierung und Kalibrierung: Was vor Ort möglich ist und was nicht

Digitale Tachographen sind werkseitig plombiert, und diese Plombe darf nur in einer akkreditierten Kalibrierwerkstatt geöffnet werden. Das gilt unabhängig davon, wie eindeutig der Fehler erscheint oder wie erfahren der Techniker vor Ort ist.

Deshalb ist die ehrliche Antwort auf die Frage „Könnt ihr das reparieren?“ oft: Wir diagnostizieren den Fehler, dokumentieren den Zustand und bringen den Sattelzug zur passenden Fachwerkstatt – aber wir öffnen das Gehäuse nicht und kalibrieren nicht selbst. Diese Trennung zwischen mobiler Diagnose und stationärer Kalibrierung ist gesetzlich vorgeschrieben und schützt am Ende auch den Fahrer, weil eine unsachgemäß geöffnete Plombe das Gerät endgültig ungültig macht.

Manipulationsversuche am Tachographen: Warum sie nicht funktionieren

Magnete am Bewegungssensor, sogenannte „Störsender“ oder manipulierte Software – solche Methoden tauchen immer wieder in der Branche auf, meist aus der irrigen Annahme heraus, sie seien unauffällig. Das Gegenteil ist der Fall.

Moderne Kontrollgeräte protokollieren Manipulationsversuche selbst: ungewöhnliche Signalmuster, plötzliche Spannungsschwankungen oder fehlende Bewegungsdaten trotz zurückgelegter Strecke werden als Ereignis gespeichert und bei der nächsten Auswertung sichtbar. Kontrolleure des Bundesamts für Güterverkehr prüfen bei Straßenkontrollen gezielt auf solche Auffälligkeiten. Die Folgen reichen von hohen Bußgeldern über den Verlust der Gemeinschaftslizenz bis zum Strafverfahren wegen Urkundenfälschung – ein Risiko, das in keinem Verhältnis zum vermeintlichen Zeitgewinn steht.

Warum bei einem Tachographenfehler schnelles Handeln zählt

Bei den meisten Pannen ist die technische Reparatur der zeitkritische Faktor. Bei einem Tachographenausfall ist es die Entscheidung: Weiterfahren mit manueller Aufzeichnung oder Fahrzeug stilllegen und abschleppen lassen?

Diese Entscheidung braucht Fachwissen, das ein Fahrer allein selten hat – und genau hier zahlt sich eine schnelle, kompetente Diagnose vor Ort aus. Wird die Situation falsch eingeschätzt und das Fahrzeug fährt unzulässig weiter, drohen Bußgelder. Wird zu vorsichtig reagiert und das Fahrzeug unnötig abgeschleppt, entstehen unnötige Kosten von mehreren hundert Euro und zusätzliche Standzeit. Eine fundierte Vor-Ort-Diagnose entscheidet, welcher der beiden Wege der richtige ist.

Prävention: Wie sich Tachographenausfälle vermeiden lassen

Ein Totalausfall auf der Autobahn lässt sich selten hundertprozentig verhindern, aber das Risiko sinkt deutlich mit ein paar einfachen Routinen im Fuhrpark:

  • Regelmäßiges Auslesen der Daten – Fahrerkarte alle 28 Tage, Massenspeicher alle 90 Tage. Das deckt schleichende Fehler oft schon vor dem Totalausfall auf.
  • Kontrolle des Kalibrierdatums – die Kalibrierung ist alle zwei Jahre fällig; ein überzogener Termin führt bei einer Kontrolle zu Beanstandungen, ganz unabhängig von einem technischen Defekt.
  • Papiervorrat für den Drucker in der Kabine, damit ein Ausdruckfehler nicht sofort zum Dokumentationsproblem wird.
  • Sichtprüfung der Anzeige zu Schichtbeginn, um Fehlermeldungen frühzeitig zu erkennen, statt sie erst nach Stunden zu bemerken.

Diese Punkte kosten wenig Zeit, verhindern aber einen erheblichen Teil der Ausfälle, die uns unterwegs begegnen.

Warum ein Fachbetrieb nötig ist

Selbst reparieren oder improvisieren ist bei einem Tachographenfehler keine Option – die rechtlichen und technischen Gründe dafür sind eindeutig:

  • Ein geöffnetes Gehäuse ohne Kalibrierberechtigung macht das Kontrollgerät dauerhaft ungültig, auch wenn die Reparatur technisch korrekt war.
  • Eine falsch eingeschätzte Fehlerursache führt oft zu einer zweiten, unnötigen Werkstattfahrt.
  • Ohne Diagnosegerät lässt sich nicht zuverlässig unterscheiden, ob Sensor, Verkabelung oder Steuergerät die Ursache sind.
  • Eine fehlerhafte Einschätzung der Weiterfahrtberechtigung kann bei der nächsten Kontrolle zu einem Bußgeld führen.

Typische Einsätze bei Kontrollgeräteproblemen

Neben dem hier beschriebenen Ausfall auf der A5 begegnen unsere Partner regelmäßig ähnlichen Situationen im gesamten Bundesgebiet: Fahrerkarten, die nach einem Kartenwechsel nicht mehr erkannt werden, Sensorfehler nach einer Getriebereparatur in einer nicht spezialisierten Werkstatt, sowie Ausfälle der internen Batterie bei älteren Sattelzugmaschinen. In allen Fällen gilt dasselbe Prinzip: erst die manuelle Dokumentation sicherstellen, dann die technische Ursache klären.

Warum LKWHelp24

Unsere Disposition ist 24/7 erreichbar und mehrsprachig besetzt, was bei internationalen Fahrern auf deutschen Autobahnen den entscheidenden Unterschied macht – Missverständnisse am Telefon kosten in einer solchen Situation wertvolle Minuten. Über unser bundesweites Partnernetzwerk vermitteln wir Techniker mit Elektrik- und Tachographenerfahrung, nicht nur klassische Pannenhilfe. Die Preise werden vor dem Einsatz kommuniziert, ohne versteckte Positionen in der Endabrechnung. Mehr zu unserem mobilen Servicenetzwerk und den Leistungen einer LKW-Werkstatt für die abschließende Kalibrierung finden Sie auf unserer Website.

Häufige Fragen zum Tachographenausfall

Was kostet die Hilfe bei einem Tachographenausfall auf der Autobahn?
In diesem Einsatz lag die Gesamtsumme bei 490 € netto für Anfahrt, Diagnose und Begleitung zur Fachwerkstatt. Ist stattdessen ein Abschleppen nötig, liegen die Kosten je nach Entfernung zwischen 850 € und 1.600 €.

Darf ich mit defektem Tachographen weiterfahren?
Ja, sofern Sie die Lenk- und Ruhezeiten ab dem Ausfall lückenlos handschriftlich auf einem Ausdruck dokumentieren. Die Reparatur muss spätestens bei Rückkehr zum Betriebssitz oder innerhalb einer Woche erfolgen.

Wer haftet, wenn der Tachograph ausfällt und keine Ersatzaufzeichnung geführt wird?
Sowohl Fahrer als auch Unternehmen können mit Bußgeldern belegt werden. Ein defekter Tachograph ohne Dokumentation zählt zu den teuren Verstößen bei einer Kontrolle.

Kann ein mobiler Techniker den Tachographen vor Ort reparieren?
Diagnose ja, Öffnen der Plombe und Kalibrierung nein. Beides ist nur einer akkreditierten Kalibrierwerkstatt vorbehalten.

Wie lange dauert ein typischer Einsatz bei einem Tachographenfehler?
Im beschriebenen Fall 2 Stunden 25 Minuten vom Notruf bis zur Weiterfahrt. Die Dauer hängt von Anfahrtszeit, Fehlerbild und der Entfernung zur nächsten Fachwerkstatt ab.

Wie oft muss ein Tachograph kalibriert werden?
Alle zwei Jahre, unabhängig davon, ob ein Defekt aufgetreten ist. Das Kalibrierdatum wird bei jeder Straßenkontrolle geprüft.

Zusammenfassung

  • Fahrzeug: Sattelzugmaschine Mercedes-Benz Actros
  • Ort: A5 bei Baden-Baden, Fahrtrichtung Basel
  • Datum: 5. August, tagsüber
  • Problem: Digitaler Tachograph fällt aus, keine Aufzeichnung der Lenk- und Ruhezeiten
  • Reaktionszeit: 15 Minuten Disposition, 55 Minuten Anfahrt
  • Gesamtdauer: 2 Stunden 25 Minuten (145 Minuten)
  • Kosten: 490 € netto (Alternative Abschleppen: 850–1.600 €)
  • Ergebnis: Manuelle Aufzeichnung eingeleitet, Weiterfahrt zur akkreditierten Fachwerkstatt organisiert

Jetzt Hilfe anfordern

Ein Tachographenausfall auf der Autobahn ist kein Grund zur Panik, aber Grund zum schnellen Handeln. Unsere Disposition ist rund um die Uhr erreichbar und vermittelt innerhalb weniger Minuten einen Techniker mit Elektrik- und Tachographenkompetenz aus unserem bundesweiten Partnernetzwerk.

Telefon: +49 160 5753826
www.lkwhelp24.com
Rund um die Uhr, 24/7, in ganz Deutschland.

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